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BVB (Borussia Dortmund) Aktie [WKN: 549309 / ISIN: DE0005493092]

21.04.2017 17:47:00

Verdächtiger gefasst

Anschlag auf Mannschaftsbus: Tatverdächtiger wollte wohl BVB-Aktie abstürzen lassen


Anderthalb Wochen nach dem Sprengstoffanschlag auf den Mannschaftsbus des Fußball-Bundesligisten Borussia Dortmund hat die Polizei am Freitagmorgen im Raum Tübingen einen 28-jährigen Tatverdächtigen festgenommen.

Laut Mitteilung der Bundesanwaltschaft scheint der mutmaßliche Täter wohl auf einen durch den Anschlag verursachten Kursverlust der BVB (Borussia Dortmund)-Aktie gesetzt zu haben, um dadurch einen hohen Gewinn einstreichen zu können. An islamistischen oder anderen extremistischen Hintergründen bestünden erhebliche Zweifel.

Der Verdächtige sei ein 28-Jähriger mit deutscher und russischer Staatsangehörigkeit. Ihm wird von der Bundesanwaltschaft versuchter Mord, Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion sowie gefährliche Körperverletzung vorgeworfen. Gegen den 28-Jährigen ist schließlich am Freitagnachmittag offiziell Haftbefehl erlassen worden. Das teilte die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe mit. Die Anleger reagierten erleichtert auf die Festnahme: Die BVB-Aktie kletterte am Freitag auf XETRA bis zum Handelsende um 2,46 Prozent auf 5,50 Euro.

Mannschaftsbus im Visier

Am Dienstag vergangener Woche hatten vor dem Champions-League-Spiel der Dortmunder gegen den AS Monaco drei Sprengsätze am Mannschaftshotel gezündet, während der BVB-Bus vorbeifuhr. Dabei wurde der Abwehrspieler Marc Bartra in dem Fahrzeug von Splittern getroffen und schwer verletzt. Ein Motorradpolizist erlitt ein Knalltrauma.

Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur liefen am Freitagmorgen Polizeiaktionen gegen insgesamt vier unterschiedliche Objekte in Baden-Württemberg.

Verdächtiger deckte sich mit Aktienoptionen ein

Laut Bundesanwaltschaft hat der Beschuldigte am 11. April - dem Tag des Anschlags gegen den BVB-Bus - 15 000 Verkaufsoptionen für 78 000 Euro in Bezug auf die BVB-Aktie erworben. Die Papiere hätten eine Laufzeit bis zum 17. Juni gehabt. Der Kauf wurde demnach über einen Online-Anschluss des Mannschaftshotels abgewickelt. Der Beschuldigte habe die Papiere über einen am Anfang April 2017 aufgenommenen Verbraucherkredit finanziert, hieß es.

Der Käufer spekulierte laut GBA auf fallende Kurse. Wie viel Geld der Verdächtige maximal an der Börse hätte gewinnen können, ist noch nicht klar. Das werde derzeit noch berechnet, sagte eine Sprecherin der Bundesanwaltschaft am Freitag in Karlsruhe. Der 28-Jährige habe drei verschiedene Derivate auf die Aktie von Borussia Dortmund erworben. Sicher sei: Je tiefer die Aktie des Fußballvereins gefallen wäre, desto höher wäre der Gewinn für den Verdächtigen ausgefallen. Mit einem erheblichen Kursverfall wäre zu rechnen gewesen, wenn wegen des Anschlags Spieler schwer verletzt oder sogar getötet worden wären.

Einige Redaktionen nannten andere Zahlen oder stellten eigene Rechnungen an: Nach "Spiegel"-Informationen soll sich der 28-Jährige einen Verbraucherkredit über 40 000 Euro besorgt haben. Auf dem Online-Portal der "Wirtschaftswoche" hieß es, der Verdächtige habe insgesamt nur 8000 Euro eingesetzt. Demnach hätte er mit diesem Einsatz auch keinen Millionengewinn erzielen können. Das "Handelsblatt" nannte ebenfalls eine Summe: Demzufolge hätte sich der maximale Gewinn an der Börse auf 322 620 Euro belaufen. Aber nur, bei einem Sturz der BVB-Aktie auf null Euro, wie es hieß.

Mutmaßlicher Täter überwachte Tat vom Hotel aus

Der Verdächtige sei wie die Mannschaft Gast im Mannschaftshotel gewesen und habe dort bereits am 9. April ein Zimmer im Dachgeschoss mit Blick auf den späteren Anschlagsort bezogen.

Die BVB-Spieler waren kurz vor dem Anschlag mit ihrem Bus vom Mannschaftshotel zum Champions League-Hinspiel gegen den AS Monaco abgefahren. Die drei Sprengsätze waren in einer Hecke in der Nähe des Hotels versteckt. Das Spiel war dann wegen des Anschlags um einen Tag verschoben worden.

Nach Informationen der "Bild"-Zeitung wohnte der Tatverdächtige in Baden-Württemberg. Er sei seit dem 13. April per Haftbefehl wegen 20-fachen versuchten Mordes und Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion gesucht worden. Laut Generalbundesanwalt waren an den Ermittlungen mehrere hundert Beamte des Bundeskriminalamtes sowie der nordrhein-westfälischen und der baden-württembergischen Polizei beteiligt.

Die Sprengsätze waren dem Generalbundesanwalt zufolge über eine Länge von zwölf Metern in einer Hecke entlang der Fahrstrecke des Mannschaftsbusses angebracht. Die Sprengwirkung der mit Metallstiften bestückten Sprengsätze sei auf den Bus ausgerichtet gewesen. Ein Metallstift sei noch in einer Entfernung von 250 Meter aufgefunden worden. Die Zündung sei nach derzeitigem Erkenntnisstand für jeden Sprengsatz separat über eine funkausgelöste elektrische Schaltung erfolgt. Zur Art des verwendeten Sprengstoffs lägen noch keine gesicherten Erkenntnisse vor.

BERLIN (dpa-AFX)

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Bildquelle: 360b / Shutterstock.com

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