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ATX P 1 669 -0,3%  EStoxx50 3 572 0,3%  Nikkei 22 523 0,5%  CHF 1,1632 0,2% 
DAX 13 009 -0,1%  FTSE100 7 417 0,0%  Öl 63,4 0,2%  Gold 1 289 0,4% 

13.10.2017 17:08:40

Börse Frankfurt-News: Renditen weiter seitwärts (Anleihen)


FRANKFURT (DEUTSCHE-BOERSE AG) - 13. Oktober 2017. Trotz höherer US-Leitzinsen und der erwarteten Reduzierung

der EZB-Anleihekäufe kann von einem echten Zinsanstieg noch nicht die Rede

sein. Für etwas Unruhe sorgt der Katalonien-Konflikt.

13. Oktober 2017. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Während am Aktienmarkt am

gestrigen Donnerstag erstmals die Marke von 13.000 Punkten für den DAX

gerissen wurde, geht es am Anleihemarkt ruhiger zu. Der Euro-Bund-Future

bewegt sich kaum und liegt am Freitagmittag bei 161,53 Punkten nach 161,16

vor einer Woche. Zehnjährige Bundesanleihen werfen aktuell 0,44 Prozent ab,

vergangenen Freitag waren es 0,48 Prozent.

Für Unsicherheit sorgt weiter der Konflikt in Spanien, wo Kataloniens

Präsident Carles Puigdemont zwar die Unabhängigkeit erklärt hat, allerdings

soll die Loslösung zunächst ausgesetzt werden. "Die jetzige, ungeklärte

Situation ist Gift für die Finanzmärkte", kommentiert Klaus Stopp von der

Baader Bank. So habe die Rating-Agentur Fitch bereits angekündigt, die

Kreditwürdigkeit Kataloniens weiter herabzustufen. Spanische Staatsanleihen,

etwa die zehnjährige (WKN A19KVL), haben sich aber etwas erholt, die Rendite

liegt wieder bei 1,64 Prozent nach 1,76 vergangene Woche. Ein fünfjähriger

Titel (WKN A19B40), der letzte Woche unter Pari gefallen war, wird jetzt

wieder zu 100,4 Prozent gehandelt.

Geldpolitik wird weniger locker

Was die Marschrichtung der EZB angeht, verdichten sich Anzeichen, dass die

Anleihekäufe ab 2018 reduziert werden. Bloomberg berichtet von

Spekulationen, nach denen die Zentralbank erwägt, ihre monatlichen

Anleihekäufe ab Januar mindestens um die Hälfte zu kürzen.

Markus Koch von der Commerzbank verweist auf die an diesem Wochenende

anstehenden Wahlen in Österreich und in Niedersachsen, gefolgt von

Parlamentswahlen in Tschechien und Slowenien am kommenden Freitag bis

Sonntag. "Die Ergebnisse könnten den Gegenwind für Präsident Macrons

Initiative einer tieferen Integration der Währungsunion verstärken." Dies

gelte vor allem, wenn - was zu erwarten sei - in Österreich eine

konservative Regierung an die Macht komme.

In den USA sieht es unterdessen weiter nach einer Zinserhöhung im Dezember

aus: "Derzeit preisen die Fed-Futures eine 77 Prozent Wahrscheinlichkeit für

einen Zinsschritt im Dezember ein", berichtet Marius Schad von der HSH

Nordbank. Trotz des hurrikanbedingten erstmaligen Beschäftigungsabbaus seit

September 2010 habe vor allem der Anstieg der durchschnittlichen

Stundenlöhne Hoffnung auf weitere Zinserhöhungen gemacht. Die US-Zinsen

bleiben aber mit zum Beispiel 2,33 Prozent für zehnjährige Anleihen niedrig.

"Das Ausbleiben von signifikanteren Renditesprüngen wird auch durch die

ungeklärte Nachfolge von Fed-Chair Yellen bedingt, welche wohl vor allem

aufgrund ihrer restriktiven Haltung zur Bankenregulierung keine neue

Amtszeit erhalten wird", stellt Schad außerdem fest.

BayWa-Anleihe findet viele Anhänger

Sehr gut an kommt im Bereich der Corporate Bonds die neue nachrangige

Anleihe des auch im Baugeschäft tätigen Münchner Mischkonzerns BayWa (WKN

A2GSM1), wie die Händler berichten. Die Anleihe mit Laufzeit bis 2022 und

Stückelung von 1.000 Euro bietet einen Kupon von 4,25 Prozent. Aktuell wird

das Papier bereits zu 104,5 Prozent gehandelt. "Der Boom in der Baubranche

strahlt auch auf Unternehmen wie BayWa aus", bemerkt Stopp. Dem Unternehmen

sei es "spielend" gelungen, 300 Millionen Euro am Kapitalmarkt aufzunehmen.

Air Berlin mit Zu- und Abflüssen

Viel um geht laut Rainer Petz von Oddo Seydler in Air Berlin-Anleihen (WKN

AB100B, AB100L, AB100N). "Käufe und Verkäufe halten sich aber die Waage."

Gestern wurde bekannt, dass - wie erwartet - die Deutsche Lufthansa einen

Großteil von Air Berlin übernehmen wird. Es wird aber weiter damit

gerechnet, dass es zu hohen Verlusten bei den Anleihe-Haltern kommen wird.

So wird das bis 2018 laufende Papier mit Kupon von 8,25 Prozent weiter um 5

bzw. 6 Prozent gehandelt, aktuell sind es 5,35 Prozent. Bis Mai notierte die

Anleihe noch um 97 Prozent.

Hoffnung bei HSH Nordbank

Zugelegt haben auch Bonds der kriselnden HSH Nordbank (WKN 542696, 984254),

wie Gregor Daniel von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank berichtet.

"Grund sind wohl Äußerungen des HSH-Vorstandschefs Stefan Ermisch, der sich

optimistisch bezüglich des noch bis Ende des Monats laufenden

Bieterverfahren für die Bank zeigte", stellt Daniel fest. Ermisch rechne nun

mit Offerten für die gesamte Bank.

Gut nachgefragt bleibt Daniel zufolge eine Anleihe der KfW in türkischen

Lira (WKN A1SR83) mit Kupon von 9,25 Prozent und Laufzeit bis 2020. Dabei

hat die türkische Währung zuletzt abermals massiv an Wert verloren und

gegenüber dem Euro ein neues Rekordtief von 4,40 Lira erreicht. Auslöser ist

der jüngste Konflikt mit den USA: Nach der Festnahme eines Mitarbeiters des

US-Konsulats in Istanbul haben beide Länder die gegenseitige Visa-Erteilung

ausgesetzt.

von: Anna-Maria Borse

13. Oktober 2017, © Deutsche Börse AG

(Für den Inhalt der Kolumne ist allein Deutsche Börse AG verantwortlich. Die Beiträge sind keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten.)

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