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Dow Jones

Geändert am: 19.06.2017 22:25:33

Wall Street Schluss - US-Aktienmärkte auf Rekordjagd


Die US-Börsen haben zu Wochenbeginn an die positive Entwicklung vom vergangenen Freitag angeknüpft.

Im frühen Handel erreichten der Dow Jones Industrial sowie der marktbreite S&P 500 neue Rekordhochs, zudem schlossen beide Indizes auch auf Allzeihochs. Gute Vorgaben kamen aus Asien - vor allem aber aus Europa, wo die Börsen erleichtert auf die absolute Mehrheit der proeuropäischen Partei La Republique en Marche von Staatspräsident Emmanuel Macrons bei den französischen Parlamentswahlen reagiert hatten.

   "Es weht ein neuer politischer Wind in Europa. Macron kann mehr oder weniger durchregieren und sein Programm umsetzen. Er muss nicht so viele Kompromisse eingehen wie zu jener Zeit, als er noch Wirtschaftsminister war", sagte Marktstratege Vincent Juvyns von JP Morgan Asset Management. Auch in den USA kam das gut an: Der Dow-Jones-Index gewann 0,7 Prozent auf 21.529 Punkte, S&P-500 und NASDAQ Composite legten um 0,8 bzw. 1,4 Prozent zu. Der Umsatz ermäßigte sich an der NYSE auf 801 Millionen (Freitag: 2,26 Milliarden) Aktien, nachdem die Umsätze zum Wochenschluss wegen des Verfalltages kräftig angezogen hatten. Dabei kamen auf 1.870 (1.699) Kursgewinner 1.093 (1.253) -verlierer, während 136 (145) Titel unverändert schlossen.

   Angeführt wurde die Erholung von den zuletzt geschmähten Technologiewerten, die schon in Asien eine deutliche Erholung verzeichnet hatten. Aktien von Apple und Amazon gewannen 2,9 und 0,8 Prozent, Facebook 1,5 Prozent. Die Aktie der Google-Mutter Alphabet zeigte sich 1,7 Prozent höher. Google hatte einen vierstufigen Plan zur Terrorbekämpfung vorgestellt. Dazu gehört die Nutzung einer Technik, mit der Videos extremistischen Inhalts im Netz aufgespürt werden soll. Der Technologiesektor führte mit einem Aufschlag von 2,3 Prozent die Gewinnerliste der Branchen an. "Technologiewerte sind in den vergangenen eins, zwei Wochen ziemlich abgestraft worden. Aber solange die Unternehmensgewinne überzeugend ausfallen, dürften Käufer angesichts der gefallenen Kurse zurückkehren", sagte Marktstratege Peter Lewis von Murphy Capital Management.

Dudley verleiht Dollar Auftrieb

Wichtige Konjunkturdaten standen nicht zur Veröffentlichung an. Umso mehr Aufmerksamkeit kam den Aussagen eines US-Notenbankers zuteil: William Dudley, Präsident der US-Notenbankfiliale in New York und in diesem Jahr stimmberechtigt im Offenmarktausschuss, äußert sich zuversichtlich zu Lage und Aussichten der US-Wirtschaft. Auch redete er einer strafferen Geldpolitik das Wort: Ein langsames Anheben des Leitzinses werde dabei helfen, die wirtschaftliche Erholung der USA zu verlängern. Ohne eine Straffung der Geldpolitik bestehe das Risiko, dass die Arbeitslosenrate sehr stark falle und Inflation entstehe. Dann müsse die Notenbank auf die Bremse treten und eine Rezession auslösen. Das wolle die Fed vermeiden, sagte Dudley. Am Devisenmarkt legte der Dollar nach den Äußerungen zu. Der Euro fiel auf 1,1147 Dollar nach einem Tageshoch um 1,1214 Dollar. Zur japanischen Währung stieg der Dollar auf 111,59 Yen nach Wechselkursen klar unter 111 Yen zum Wochenschluss.

   Die Kurse der US-Renten wurden dagegen von der Aussicht auf steigende Zinsen gedrückt. Im Gegenzug kletterte die Rendite zehnjähriger Titel um knapp 4 Basispunkte auf 2,19 Prozent. Die Dudley-Aussagen zogen die Rendite zweijähriger Papiere in die Nähe ihres Jahreshochs.

   Ein steigender Greenback sowie anziehende Zinserhöhungserwartungen setzten dem Goldpreis zu. Die Feinunze ermäßigte sich im späten US-Geschäft um 0,7 Prozent auf rund 1.245 Dollar. Dudley habe jene Erwartungen befeuert, die die US-Notenbank vergangene Woche geweckt hätte, hieß es. Die Fed hatte im Anschluss an ihre Zinssitzung am Mittwoch für dieses Jahr noch mindestens eine weitere Zinserhöhung signalisiert. Für Gold, das selbst keine Zinsen abwirft, wäre das negativ. Analysten hielten das Verlustpotenzial des Goldpreises jedoch für relativ gering. Sie verwiesen auf die mit vielen Unwägbarkeiten behafteten Verhandlungen über den EU-Ausstieg Großbritanniens.

   Der feste Dollar belastete auch die Ölpreise und drückte diese auf ein Siebenmonatstief. Etwas Unterstützung war zwischenzeitlich zwar von Aussagen des saudischen Energieministers Khalid al-Falih gekommen, der von einem weltweiten Rückgang der Ölbestände berichtet hatte. Beobachter warnten jedoch, dass das nach wie vor bestehende Überangebot dem Preisanstieg enge Grenze setzen dürfte. Vor allem in den USA steige die Anzahl der aktiven Ölförderanlager weiter. Jedoch dürfte der derzeit niedrige Ölpreis die US-Förderung immer unrentabler machen, so eine Stimme aus dem Handel. Der Preis für ein Barrel Leichtöl der US-Sorte WTI gab 1,2 Prozent nach auf 44,20 Dollar, europäisches Referenzöl der Sorte Brent verbilligte sich um 1,0 Prozent auf 46,91 Dollar. In den vergangenen zwei Wochen war der Erdölpreis um über 6 Prozent eingebrochen. Zuletzt deuteten Signale auf eine hohe Exportquote in Nigeria und Libyen.

DJG/DJN/flf

   Von Barbara Kollmeyer, Ryan Vlastelica und Florian Faust

   NEW YORK (Dow Jones) / Redaktion finanzen.at


Bildquelle: Ionana Davies / Shutterstock.com

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