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Dow Jones

13.11.2017 22:19:42

Dividende wird halbiert

GE-Aktie verliert: General Electric droht der Rauswurf aus dem Dow Jones


Der US-Industrieriese General Electric (GE) geht angesichts mauer Gewinne und eines fallenden Börsenwerts auf Schrumpfkurs.

Künftig solle sich General Electric auf die Geschäftsbereiche Energie, Luftfahrt und Gesundheitstechnik konzentrieren, kündigte der neue Konzernchef John Flannery am Montag beim Investorentag des Konzerns an. Seine Kriterien für das künftige Geschäft lauten: Es soll kleiner und einfacher werden, das Beste auf dem Markt bieten und wichtig für das moderne Leben sein. Zunächst aber sollen die Aktionäre und die Führungsetage Federn lassen.

An der Börse kamen die Nachrichten nicht gut an. Dass es wegen der Neuausrichtung nun an einen der wichtigsten Anreize - die Dividende - geht, ließ die Aktien des US-Industrieriesen am Montag auf den tiefsten Stand seit Sommer 2012 absacken. Sie büßten über 7 Prozent auf 19,02 US-Dollar ein und waren so mit Abstand der größte Verlierer im Dow Jones. Der US-Leitindex hielt sich zeitgleich knapp in der Gewinnzone. Der Kurs der Aktie ist schon seit Ende 2016 auf Talfahrt.

Damit GE Investitionen stemmen und sich neu ausrichten kann, sollen sich die Aktionäre künftig mit einer auf 48 Cent pro Jahr halbierten Dividende begnügen. Es ist nach der großen Depression aus den 1930er Jahren erst das zweite Mal, dass GE seine Ausschüttung an die Aktionäre kürzt.

Dem Papier des 125 Jahre alten US-Unternehmens, dessen Wurzeln auf den Glühbirnen-Erfinder Thomas Edison zurückgehen, droht jetzt sogar der Rauswurf aus dem Dow Jones (Dow Jones 30 Industrial). Damit würde Finanzgeschichte geschrieben: GE zählte zu den Gründungsmitgliedern des weltweit bekanntesten Aktienindex, als dieser 1896 an den Start ging.

GE bekräftigte den Plan, sich binnen ein bis zwei Jahren von Sparten oder Vermögenswerten im Umfang von 20 Milliarden US-Dollar zu trennen. Auf dem Prüfstand stehen demnach das Zuggeschäft, der Bereich Industrielösungen, die Lichtsparte und zehn weitere Bereiche. Eine "Option" sieht das Management zudem bei der Beteiligung des Konzerns am Ölfeld-Ausrüster Baker Hughes. Auch in der Führungsetage soll der Rotstift regieren: Der Verwaltungsrat soll im kommenden Jahr von derzeit 18 auf 12 Mitglieder verkleinert werden. Davon sollen nur 9 aus der bisherigen Besetzung des Gremiums stammen.

Eine leuchtende Zukunft sagte Flannery den Geschäftsbereichen Energie, Luftfahrt und Gesundheitstechnik voraus. Im Energiegeschäft ist GE nicht nur mit Technik für klassische Kraftwerke, sondern auch Erneuerbaren Energien wie Windkraft stark vertreten. In der Luftfahrt hob der Manager neben dem eigenen Triebwerksbau das Gemeinschaftsunternehmen CFM hervor, das die Amerikaner gemeinsam mit dem französischen SAFRAN-Konzern betreiben. CFM stellt Triebwerke für die weltweit absatzstärksten Flugzeuge her, die Mittelstreckenjets Boeing 737 und Airbus (Airbus SE (ex EADS)) A320 sowie deren sparsamere Nachfolger 737-MAX und A320neo.

In der Buchführung will GE seine ungeliebten anderen Bereiche schon im kommenden Jahr ausklammern - und seine Gewinnzahlen auf Basis der fortgeführten Geschäftsbereiche ausweisen. 2018 soll der bereinigte Gewinn je Aktie aus fortgeführtem Geschäft demnach 1,00 bis 1,07 Dollar erreichen. Dazu will der Vorstand die jährlichen Kosten netto um zwei Milliarden Dollar kürzen. Zudem peilt Flannery ein organisches Umsatzplus von 0 bis 3 Prozent an. Langfristig sollen es 2 bis 4 Prozent werden.

GE hat sich vom Innovationsführer zum trägen Dinosaurier der US-Wirtschaft und Prügelknaben der Wall Street entwickelt. Konzernchef Flannery, der im August angetreten war, soll jetzt das Ruder herumreißen. Doch dafür braucht er Geld. Durch die jetzt halbierte Dividende behält er Quartal für Quartal rund eine Milliarde Dollar mehr im Unternehmen. "Wir verstehen die Tragweite dieser Entscheidung für unsere Investoren", sagte Flannery, "und sie ist uns deshalb nicht leicht gefallen."

Für die Aktionäre ist es aber ein herber Schlag - zumal der Konzern die Dividende erst zum zweiten Mal in der jüngeren Geschichte kappen musste. Das letzte Mal war dies im Sommer 2009 der Fall, als der Konzern mit den Folgen der Finanzkrise kämpfte. GE hatte damals noch eine sehr große Finanzsparte. Für viele große US-Investoren wie Pensionsfonds sind die vierteljährlichen Ausschüttungen ein wichtiger Anlagegrund, da sie ihren Anlegern regelmäßig Geld auszahlen müssen./stw/zb/jsl/stb

NEW YORK (dpa-AFX)

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Bildquelle: Carsten Reisinger / Shutterstock.com

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