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12.10.2017 21:45:00

E-Auto-Offensive von GM

GM-Manager gegen Elon Musk: Die selbstfahrenden Teslas sind "absoluter Mist"


Tesla-Chef Elon Musk wird weithin als Visionär gefeiert. Für seine Behauptung, der Model 3 könne mittels eines Software-Updates zum komplett selbstfahrenden Auto werden, wird er jedoch von einem GM-Manager regelrecht in der Luft zerrissen.

Elon Musk will auch den günstigen Model 3 mit der Zeit komplett selbstfahrend machen. Bereits jetzt verfüge der Wagen über die dazu erforderliche Hardware, erklärte der Tesla-Chef Ende Juli 2017. Dazu sei das Fahrzeug standardmäßig mit acht Kameras und einem Dutzend Ultraschall-Sensoren ausgestattet.

Anfänglich werden aber nur die Fahrassistenz-Funktionen aktiviert. Die für das autonome Fahren erforderliche Software soll erst später - wenn sie so weit ist - in die Fahrzeuge geladen werden. "Geplant ist, dass alle Teslas vollständig autonom fahren können", so Musk.

Harsche Kritik an Tesla-Chef

Diese Ankündigung, den Model 3 schon bald zum selbstfahrenden Auto für die Massen zu machen, hält ein General-Motors-Manager jedoch für völlig absurd. Gegenüber australischen Journalisten soll Scott Miller dazu recht deutliche Worte gefunden haben: Gelinde ausgedrückt "absoluter Mist" ("He's full of crap") zitiert die australische Zeitung "Sydney Morning Herald" den GM-Chef für autonomes Fahren.

Miller hält es schlichtweg für unmöglich, ein komplett selbstfahrendes Auto nur mit Kameras und Radartechnologien zu bauen, wie von Musk behauptet. Erforderlich seien dafür nicht nur ein ganzes Bündel komplexer Sensoren, sondern auch eine ausreichende Software- und Rechenleistung. Bis diese technisch möglich und für Kunden auch noch bezahlbar seien, werden laut dem GM-Manager noch zehn bis fünfzehn Jahre vergehen.

GM startet Offensive mit Elektroautos

Dass die harsche Kritik an den Musk-Versprechen gerade von einem GM-Manager kommt, verwundert bei genauem Hinsehen nicht. Immerhin hat der nach Börsenwert weltgrößte Automobilkonzern erst Anfang Oktober 2017 angekündigt, sein Angebot an Elektroautos kräftig ausbauen zu wollen. Bereits in den nächsten anderthalb Jahren sollen zwei neue vollelektrische Modelle vorgestellt werden.

Hierbei handele es sich um die ersten zwei von mindestens 20 neuen E-Modellen, die der US-Konzern bis 2023 auf den Markt bringen will. Dies ist auch eine Kampfansage an Tesla, denn sollte der Marktführer ernsthaft auf den Massenmarkt drängen, so könnte der Elektroauto-Pionier Tesla in Bedrängnis kommen.

Die vollmundigen Versprechen Elon Musks

Andererseits wäre es nicht das erste Mal, dass Musk ein viel zu ambitioniertes Ziel vorgibt und seinen Zeitplan später der Realität anpassen muss. So hat der Tesla-Chef erst vor wenigen Tagen erneut die Präsentation seines Elektro-LKWs verschoben.

In den zurückliegenden Jahren hat der umtriebige Visionär zahlreiche Versprechen gebrochen: Zu nennen wäre da etwa sein Model S. Die Serienproduktion startete nicht wie zunächst angekündigt im Jahr 2011, sondern erst ein Jahr später. Noch deutlicher verkalkulierte er sich beim Model 3.

Auch was die Ergebniszahlen angeht, zeichnete sich Musk in der Vergangenheit eher durch große Worte als durch greifbaren Erfolg aus: So versprach der Tesla-CEO bereits im Jahr 2009, dass sein Unternehmen kurz davorstehe, die Gewinnzone zu erreichen. Die Realität sieht jedoch so aus, dass Tesla bis heute auf Jahressicht gesehen tief in den roten Zahlen steht. Vor diesem Hintergrund könnte die Kritik von Scott Miller - auch wenn sie nicht uneigennützig ist - durchaus der Wahrheit entsprechen.

Wie könnte die Zukunft aussehen?

Trotz aller Rückschläge lässt sich aber auch nicht bestreiten, dass Tesla die etablierten Hersteller bei den Themen Elektromobilität und autonomes Fahren vor sich hertreibt. Der Tech-Pionier Kevin Ashton, der den Begriff "Internet der Dinge" erfunden hat, glaubt etwa, dass 2030 alle Neuwagen selbstfahrende Autos sein werden. Wie er in einem Interview mit der "FAZ" erklärte, ist er sogar davon überzeugt, dass es uns 2050 gar nicht mehr erlaubt sein wird, unsere Autos selbst zu steuern. Denn bis dahin werde es sicherer sein, dem Bordcomputer die Steuerung zu überlassen, als das Fahrzeug selbst zu fahren.

Redaktion finanzen.at

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Bildquelle: ChinaFotoPress/ChinaFotoPress via Getty Images

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