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Analysten völlig uneinig 10.07.2017 08:09:03

Nach Kursrutsch "Buy" oder "Sell"? An der Tesla-Aktie scheiden sich die Geister

Nach Kursrutsch "Buy" oder "Sell"? An der Tesla-Aktie scheiden sich die Geister

Die Tesla-Aktie ist in Turbulenzen: Der Anteilsschein hat in der vergangenen Handelswoche im zweistelligen Prozentbereich an Wert eingebüßt. Die Sorge um zu ambitionierte Ziele verunsicherte die Anleger, zudem trat der schon bekannte Effekt ein, dass vor dem Markteintritt eines neuen Modells die Tesla-Aktie unter Druck gerät. Der Konzern, der noch vor wenigen Tagen an der Börse 63 Milliarden Dollar wert war, hat massiv an Marktkapitalisierung eingebüßt. Doch auch wenn viele Marktteilnehmer an ein Ende des Höhenflugs bei dem Elektoautobauer glauben: Experten sind sich darüber alles andere als einig.

Denn obwohl der Konzern rund um seine Leitfigur Elon Musk nach Verkaufszahlen mit dem etablierten Autobauern bei weitem nicht mithalten kann, auch nach dem jüngsten Kursrutsch spielt Tesla in Sachen Marktkapitalisierung weiter in der Liga der großen Konkurrenten mit.

Völlig ausgeglichenes Rating

Analystenhäuser, die die Tesla-Aktie unter Beobachtung haben, bewerten die Aussichten für das Unternehmen völlig unterschiedlich. Von 24 Experten, die Voraussagen über die Aktienkursentwicklung machen, vergeben 8 ein "Buy"-Rating, 8 weitere raten zum Verkauf der Aktie und wiederum 8 bewerten die Aktie mit "hold". Noch deutlicher wird die Diskrepanz unter Experten beim Blick auf die jeweiligen Kursziele. Während Berenberg-Analysten damit rechnen, dass für Tesla noch Luft bis auf 467 Dollar ist, sehen die Experten von Cowen & Co. dies deutlich pessimistischer und setzen das Kursziel bei 155 US-Dollar an.

Die Sichtweise ist entscheidend

Warum die Analystenhäuser zu derart unterschiedlichen Einschätzungen zu ein und demselben Unternehmen kommen, scheint offensichtlich: Sie bewerten nämlich gar nicht ein und das selbe Unternehmen. Die Experten, die eine deutliche Überbewertung des Unternehmens propagieren, sehen Tesla als Autobauer. Verglichen mit etablierten Konzernen wie BMW, Volkswagen, General Motors & Co. ist Tesla ein Zwerg mit deutlich weniger Erfahrung, deutlich weniger Angestellten und deutlich geringeren Produktionszahlen. Die Tatsache, dass Tesla jüngst kurzfristig mehr wert war, als die deutsche Traditionsmarke BMW, bringt die Bären unter den Tesla-Analysten ins Grübeln.
Die Bullen unter den Tesla-Experten hingegen sehen in dem Konzern von Elon Musk deutlich mehr als einen Automobilproduzenten mit Fokus auf Elektroantriebe. Sie folgen der Vision von Konzernchef Musk, der aus Tesla einen integrierten Gesamtkonzern formen will. Schließlich hat das Unternehmen deutlich mehr Projekte am Start, als die Fahrzeugmodelle Modell S, Model X und Model 3. Inzwischen bietet Tesla neben strombetriebenen Fahrzeugen auch die zugehörigen Akkus, die Tesla in einer eigenen Gigafabrik baut. Für die notwendige Energie zum Aufladen der Akkus hat das Unternehmen ebenfalls eine Lösung aus eigenem Hause parat: Tesla-Solardächer. Bewertet man Tesla als integrierten grünen Gesamtkonzern, der Kunden alles aus einer Hand bietet, scheint der Aktienkurs tatsächlich noch nicht ausgereizt.

Auch Tesla-Anleger müssen sich also die Frage stellen, wo sie die Zukunft des Unternehmens sehen. Teilen sie Musks Vision, macht ein Investment in die Aktie Sinn. Bewerten sie das Unternehmen nach traditionellen Maßstäben, die an Autobauer angesetzt werden, dann dürfte der Anteilsschein seinen Zenit bereits überschritten haben.

Redaktion finanzen.at

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Bildquelle: Josh Edelson/AFP/Getty Images,ZVG

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