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Berechnung zeigt 22.02.2018 14:10:00

Niedrigzinspolitik trifft sparsame Österreicher besonders hart

Niedrigzinspolitik trifft sparsame Österreicher besonders hart

Deshalb hat sie die Niedrigzinspolitik der EZB in den vergangenen zehn Jahren besonders hart getroffen, zeigt eine Berechnung der Allianz Versicherung. Hoch verschuldete Haushalte haben hingegen von der Zinspolitik sogar profitiert.

Die Allianz hat für jedes Jahr das sogenannte "Nettozinseinkommen" der Österreicher, also die Differenz zwischen Zinseinnahmen (für Sparguthaben oder Anleihen) und Zinsausgaben (für Kredite oder andere Schulden) berechnet und diese Werte mit dem Nettozinseinkommen von 2008, dem letzten Jahr vor der Wirtschaftskrise, verglichen. Demnach hatten die österreichischen Haushalte seither 10,4 Mrd. Euro weniger an Nettozinseinnahmen als wenn die Zinslandschaft gleich geblieben wäre wie sie 2008 war. Das seien pro Kopf rund 1.300 Euro.

Die Veränderung speist sich aber nicht nur aus der veränderten Zinslandschaft, sondern auch aus dem veränderten Verhalten der Verbraucher. Außerdem ist das Jahr 2008 als Vergleichswert eine Momentaufnahme, räumt man bei der Allianz ein. Allerdings habe auch die EZB für eine Studie dieses Vergleichsjahr gewählt und außerdem sei die Tendenz seither klar und zeige eine laufende Verschlechterung der Zinslandschaft. Das liege auch daran, dass die Sparzinsen viel schneller fallen als die Kreditzinsen, die oft auf ein Jahrzehnt oder länger fixiert sind. In Österreich etwa waren die Zinseinnahmen der Haushalte 2008 noch um 0,7 Mrd. Euro höher als ihre Zinsausgaben. 2016 lagen sie hingegen um 1,9 Mrd. Euro niedriger.

Ähnlich wie in Österreich haben auch die Haushalte in Deutschland, Italien oder Belgien durch die Niedrigzinspolitik viel Geld verloren. In Ländern mit hoch verschuldeten Haushalten wie den nordischen Ländern Finnland, Schweden oder Dänemark, aber auch in den südlichen Ländern Portugal und Spanien haben die Haushalte hingegen im Vergleich zur Situation im Jahr 2008 sogar gewonnen. Das hatte aber auch stark mit Verhaltensänderungen zu tun. "So haben beispielsweise die spanischen Haushalte ihre Verbindlichkeiten um 20 Prozent zurückgefahren; gleichzeitig sind die Bankeinlagen um knapp ein Viertel gewachsen", heißt es in der Allianz-Studie. In Summe hatten Spaniens Haushalte 124,5 Mrd. Euro mehr an Zinseinnahmen als bei unveränderter Situation von 2008 zu erwarten gewesen wäre.

(Schluss) tsk/snu

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