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UNIQA Insurance Aktie [WKN: 82110 / ISIN: AT0000821103]

09.03.2017 16:37:00

Niedrigzinsumfeld belastet

UNIQA 2016 mit weniger Gewinn - Dividende steigt dennoch


Der börsennotierte Versicherungskonzern UNIQA hat 2016 wie angekündigt weniger Gewinn erzielt und erhöht die Dividende.

Das Ergebnis vor Steuern sei nach vorläufigen Zahlen trotz des Verkaufs des Italien-Geschäfts mit 225,5 Mio. Euro leicht besser als prognostiziert ausgefallen, teilte die UNIQA am Donnerstag mit. Die Dividende wird von 47 Cent auf 49 Cent je Aktie angehoben.

Die UNIQA hat für 2016 mit einer EGT-Reduktion von bis zu 50 Prozent gerechnet, der Wegfall des Italien-Geschäfts war in der Prognose nicht berücksichtigt. 2015 hatte das EGT eine Rekordwert erreicht - 397,8 Mio. Euro ohne Italien-Geschäft bzw. 422,8 Mio. Euro (inklusive Italien-Geschäft). Die UNIQA hat Anfang Dezember ihr Italien-Geschäft verkauft, das 2015 verrechnete Prämien von 1,1 Mrd. Euro an Prämien erzielt und rund 25 Mio. Euro positiv zum Ergebnis beigetragen hatte. Die Konzern-Kennzahlen für die Geschäftsjahre 2015 und 2016 seien - entsprechend den internationalen Bilanzvorschriften - um das Italiengeschäft bereinigt worden.

Die verrechneten Prämien inklusive der Sparanteile aus der fonds- und indexgebundenen Lebensversicherung sanken - ausschließlich wegen der geplanten Rücknahme des kapitalintensiven Einmalerlagsgeschäfts in der Lebensversicherung in Österreich - um 3,1 Prozent auf 5,05 Mrd. Euro.

Für 2017 erwartet die UNIQA "trotz der erheblichen Zukunftsinvestitionen und der anhaltend schwierigen Rahmenbedingungen wie Niedrigzinsumfeld, sinkenden Kapitalerträgen und politischen Unsicherheiten in einzelnen Märkten ein leichtes Wachstum sowohl bei den Prämien als auch beim Ergebnis", heißt es in der heutigen Mitteilung. Die progressive Dividendenpolitik mit jährlich steigenden Dividenden pro Aktie solle auch künftig fortgesetzt werden.

Bei den Prämieneinnahmen sei 2016 die Rücknahme der Einmalerläge teilweise durch Prämiensteigerungen in der Kranken- und der Schaden/Unfallversicherung kompensiert worden. In der Krankenversicherung wuchsen die Prämieneinnahmen um 4,1 Prozent auf 1,0 Mrd. Euro, in Schaden/Unfall um 3,2 Prozent auf 2,52 Mrd. Euro. Die laufenden verrechneten Prämien seien 2016 konzernweit um 2,3 Prozent auf 4,88 Mrd. Euro gestiegen.

Die Kosten (Aufwendungen für den Versicherungsbetrieb) seien wegen der angekündigten Investitionen aus dem Innovationsprogramm in der Höhe von rund 60 Mio. Euro um 8,1 Prozent auf 1,29 Mrd. Euro gestiegen, die Konzernkostenquote auf 26,6 Prozent (2015: 23,7 Prozent). Die Combined Ratio - Schäden und Kosten gemessen an den Prämieneinnahmen - lag bei 98,1 Prozent (2015: 97,9 Prozent), bereinigt um die Investitionen bei 97,1 Prozent.

STRABAG-Anteile weiter auf dem Prüfstand

Die UNIQA stellt ihren STRABAG-Anteil auf den Prüfstand: Der Anteil von 13,8 Prozent sei für die Versicherung einfach zuviel, bis Sommer 2017 soll eine Entscheidung fallen, bekräftigte UNIQA-Chef Andreas Brandstetter am Donnerstag bei einer Pressekonferenz zu den vorläufigen Zahlen 2016.

Die STRABAG sei eine super Firma, man werde den Anteil aber so nicht halten können, so Brandstetter, er stelle für sich betrachtet ein Klumpenrisiko dar. Der Vertrag mit den Syndikatspartnern, darunter die Raiffeisen NÖ-Wien, die Haselsteiner-Familie und der russische Industrielle Oleg Deripaska, endet 2017. Man sei in Gesprächen mit den Syndikatspartnern und interessiert, eine Lösung zu finden. Es gebe kein Indikation, dass einer der anderen verkaufen wolle.

Seine Doppelfunktion als Vorstand der UNIQA und ihres 49-Prozent-Aktionärs UNIQA Versicherungsverein wolle er kurzfristig noch behalten, weil man in einem Transformationsprozess sei, langfristig seien diese aber schwer zu vereinbaren. Er habe deswegen im Vorjahr auch keine Aktien gekauft. Die UNIQA-Privatstiftung hat im Dezember von der RZB ein Paket von 17,64 Prozent erworben und damit auf 49 Prozent aufgestockt. Die von der RZB/RBI gehaltene Beteiligung sank dadurch auf 10,87 Prozent. Mit dem Erwerb der Anteile durch die UNIQA-Privatstiftung sei sichergestellt, dass die UNIQA auch künftig ein unabhängiges Unternehmen mit starken österreichischen Kernaktionären und Raiffeisen weiterhin ein wichtiger und stabiler Kernaktionär bleibe, heißt es in der heutigen Pressemitteilung der UNIQA. Die Kooperation zwischen der Raiffeisen-Bankengruppe und der UNIQA in Österreich sei vorzeitig um fünf Jahre bis 2022 verlängert worden, betonte Brandstetter heute.

UNIQA setzt verstärkt auf Gesundheits-Beratungsleistungen

UNIQA setzt künftig verstärkt auf gesundheitsrelevante Beratungsleistungen und will sein Know-How im Gesundheitsbereich auch in bestimmten Länder Mittel- und Osteuropa (CEE) einsetzen, erklärte Konzernchef Andreas Brandstetter am Donnerstag bei der Präsentation der vorläufigen Unternehmenszahlen 2016.

An den Kauf weiterer Privatkliniken in Österreich denke die UNIQA derzeit nicht. Im Vorjahr hat die UNIQA das Wiener Privatspital Goldenes Kreuz - unter Auflagen durch die Wettbewerbshüter - übernommen. Man wollen nun bestehende Leistungen für die Kunden ausbauen. So betreibe die UNIQA beispielsweise ein medizinisches Callcenter, in dem Ärzte Fragen zu medizinischen Themen beantworten und ein Ambulatorium, das aber keine Notfallambulanz sei, betonte Brandstetter. Die UNIQA verstehe sich nicht als Ersatz oder Konkurrenz zum staatlichen Gesundheitssystem, sondern als sinnvolle Ergänzung.

Die UNIQA glaube, dass es einen großen Bedarf in der Koordination und Prävention gebe und weniger an das Konzept der "Wearables". Diese seien wohl auch lustige Gadgets, die Mehrheit der Kunden habe aber einen Bedarf nach Beratung, wo und wann man möglichst rasch einen Termin, eine Zweitmeinung oder ein Spitalsbett bekommen könne. Die UNIQA hat in Österreich rund 3,5 Millionen Kunden, davon 1 Millione Krankenversicherungskunden.

In der Lebensversicherung hat die UNIQA in Österreich im Vorjahr keine Verträge gegen Einmalerlag mehr verkauft. Einmalerläge seien im derzeitigen Niedrigzinsumfeld nicht mehr darstellbar und finanzierbar, so UNIQA-Finanzvorstand Kurt Svoboda. Die Lebensversicherung gegen laufende Prämie, die die UNIQA-Gruppe in Österreich nur mehr mit einem Garantiezinssatz von 0 Prozent anbietet, verkaufe sich gut, so Brandstetter. Probleme aus dem Thema mangelnde Rücktrittsberatung in der Lebensversicherung sieht man bei der UNIQA nicht: Man habe gesetzeskonform beraten. Gemeldet habe sich lediglich eine Handvoll Kunden, Prozesse gebe es keine, hieß es heute.

In der Schaden//Unfallversicherung habe es in Österreich im Vorjahr keine großen Naturkatastrophenschäden gegeben. Im Sommer des Vorjahres seien aber viele Einzelereignisse aufgetreten, für die man 42 Mio. Euro ausgezahlt haben.

Die UNIQA will die Digitalisierung vorantrieben. Bei der Frage, wie stark die Innovations-DNA in der Versicherungsbranche sei, müsse man noch einiges an Weg zurückzulegen, so Brandstetter. Die IT-Investitionen der UNIQA von 500 Mio. Euro werden zu rund einem Drittel in den Bereich Digitalisierung/Innovation im Kerngeschäft gehen. So soll beispielsweise ab Sommer 2018 eine Plattform geben, über die auch fondsgebundende Lebensversicherungen abgeschlossen werden können. Diese Möglichkeiten sollen in den nächsten Jahren auch in Osteuropa etwa in Tschechien, der Slowakei oder Ungarn angeboten werden. Kooperiert wird auch mit Start-ups. Für den Bereich IT, Digitalisierung und Innovation habe die UNIQA im Vorjahr 120 neue Mitarbeiter eingestellt.

Insgesamt beschäftigt der UNIQA-Konzern im Vorjahr 12.855 Mitarbeiter, davon 5.986 in Österreich. 2015 hatter der Konzern (ohne das im Vorjahr verkaufte Italien-Geschäft) rund 13.800 Mitarbeiter. UNIQA ist weiter auf Wachstumskurs und will heuer bei Prämieneinnahmen und Vorsteuergewinn leicht zulegen. Am Ziel einer Verdopplung der Kundenzahl auf 15 Millionen bis 2020 im Rahmen des zehnjährigen Wachstumsprogramms hält Konzernchef Andreas Brandstetter fest, wie er am Donnerstag in einer Pressekonferenz zu den vorläufigen Geschäftszahlen 2016 erklärte.

UNIQA will heuer leicht wachsen

Ende 2016 hatte die UNIQA-Gruppe in 19 Märkten mehr als 10 Millionen Kunden. Fortgesetzt wurde 2016 auch die Konzentration auf das Kerngeschäft. In Österreich wurden die operativen Gesellschaften fusioniert, die Zahl der Vorstände von 22 auf 10 reduziert. Die Produktmarke Raiffeisen bleibt aber bestehen. Das ertragreiche aber kapitalintensive Italien-Geschäft wurde Ende 2016 verkauft. Damit sei aber die Kapitalposition gestärkt worden. Die progressive Dividendenpolitik will die UNIQA fortsetzen.

(APA) itz/ivn

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Bildquelle: UNIQA

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