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Gewinn-Messe 19.10.2017 17:56:00

UNIQA: Zinsanstieg wäre Bestes, was uns passieren kann

UNIQA: Zinsanstieg wäre Bestes, was uns passieren kann

Das sagte UNIQA-Chef Andreas Brandstetter am Donnerstag auf der Gewinn-Messe in Wien. Probleme in der Lebensversicherung wie in Deutschland gebe es in Österreich wegen des umsichtigen Handelns der Aufsicht nicht.

Die heimische Finanzmarktaufsicht (FMA) sei mit der Assekuranz-Branche "im Guten deutlich aggressiver umgegangen" als die deutsche BaFin, was die Vorgaben zur Dotierung der Zinszusatzreserve betreffe, die die Zusagen an die Versicherungsnehmer absichern soll. "Da hat die Aufsicht gut agiert", so Brandstetter.

Der LV-Bestand der UNIQA sei gut abgesichert: "Nach vier Jahren sehr brutaler Arbeit haben wir unser Lebensbuch im Griff", man lasse sich in der Veranlagung auf keine Abenteuer ein. In der klassischen Lebensversicherung verkaufe sich das Produkt ohne Garantiezins sehr gut, es gebe deutlich über 100.000 Neuabschlüsse - mit sehr langen Laufzeiten und im Schnitt 850 bis 900 Euro Jahresprämie.

Mit einer Solvency-II-Quote von 215 Prozent weise die UNIQA eine besonders gute Kapitalisierung auf, sei hier "europaweit Spitze" und vielleicht sogar der "Champions League" zuzurechnen. Ziel sei es, nachhaltig der Profitabilität zu erhöhen. Allerdings binde die Sparte Leben, auf die im Vorjahr so wie bei Schaden/Unfall 42 Prozent des Prämienkuchens von 6 Mrd. Euro entfielen, 70 Prozent des Kapitals.

"Wir hätten gern auch in Schaden/Unfall ein Wachstum - auch anorganisch, also mit passenden Zukäufen international und in Österreich", sagte Brandstetter. Die UNIQA sehe sich dazu auf allen ihren 18 Märkten um, Akquisitionen werde es aber nicht um jeden Preis geben.

Doch auch organisch wachse man weiter, erinnerte Brandstetter an das 6,6-prozentige Einnahmenplus im Halbjahr. Dieses Wachstum scheine sich auch fürs Gesamtjahr 2017 so fortzusetzen, ohne Akquisitionen. Mehr und mehr Produkte würden künftig online abgeschlossen.

Im Juni 2018 werde die schon länger angekündigte neue Fondspolizze der UNIQA über den Raiffeisen-Bankenvertrieb auf den Markt kommen, so Brandstetter. Basis dafür ist die als erstes in der LV-Sparte abgeschlossene IT-Modernisierung, danach sollen S/U und Krankensparte folgen.

Im Gesundheitsbereich betreibt die UNIQA derzeit fünf Spitäler in Österreich, drei davon in Wien. Reduzieren wolle man hier auf keinen Fall, sagte Brandstetter, eventuell vorsichtig ausbauen. Aber: "Wir wollen aber nicht ein unsympathischer Monopolist werden." Auch den Bereich "Ambulanzen" sehe man sich an - für eine allfällige Abrundung des Bereichs Gesundheit.

Die Dividende je Aktie solle ständig wachsen, auch in Zukunft - also auch schon für 2017, 2018 und in den Folgejahren. Und mit aktuell knapp unter 6 Prozent Dividendenrendite sei die UNIQA-Aktie ohnedies Spitzenreiter im ATX.

Der Vorsteuergewinn (EGT) stieg bis Juni um ein Zehntel auf 96 Mio. Euro, Einmalkosten in Italien halbierten aber das Nettoergebnis auf 41 Mio. Euro. Trotz der Unwetterschäden vom Sommer soll das EGT heuer im Gesamtjahr höher als 2016 sein, hatte es zu den Halbjahreszahlen geheißen. Der Mitarbeiterstand lag im ersten Halbjahr im Schnitt bei knapp über 12.800. Für 16. November sind die Q3-Zahlen avisiert.

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Bildquelle: 360b / Shutterstock.com,UNIQA

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