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UNIQA Insurance Aktie [WKN: 82110 / ISIN: AT0000821103]

05.04.2017 11:01:00

Fokus auf Profitabilität

UNIQA setzt weiter auf starkes Wachstum in Osteuropa


Der Versicherungskonzern UNIQA setzt weiter auf Wachstum in Osteuropa.

Die wirtschaftliche Entwicklung in der Region wird als gut erachtet, was sich positiv auf die Versicherungen auswirken werde. Die UNIQA wolle über dem Markt wachsen, aber immer unter dem Fokus der Profitabilität, sagte UNIQA-International-Chef Wolfgang Kindl am Dienstagabend vor Journalisten.

Die Wirtschaft in der Region (ohne Russland) dürfte weiterhin um rund 3 Prozent wachsen, der Versicherungsmarkt in den weniger gesättigten Märkten etwa doppelt so stark. Marktanteilsgewinne erwartet sich die UNIQA auch durch die Digitalisierung. Die Region wird dabei auch als eine Art Entwicklungslabor für den Wandel vom traditionellen Geschäft zu den neuen Geschäftsmodellen im Zuge der Digitalisierung gesehen.

Derzeit kommen rund 60 Prozent der konzernweit 10 Millionen Kunden aus Mittel- und Osteuropa (CEE), wo die österreichische Versicherung in 15 Ländern tätig ist. Der Umsatzanteil liegt bei fast 30 Prozent, vor zwanzig Jahren trug das internationale Geschäft lediglich 2 Prozent zum Umsatz von insgesamt rund 2 Mrd. Euro bei, illustrierte Kindl den Wachstumsprozess.

Der Großteil des Geschäfts in der Region entfällt nach wie vor auf die Schaden- und Unfallversicherung mit mehr als zwei Dritteln, gefolgt von der Lebensversicherung mit 30 Prozent. Die Krankensparte spielt mit 3 Prozent der gesamten Prämieneinnahmen noch eine geringe Rolle. Die Krankenversicherung sei in der Region noch eine Investition in die Zukunft, Infrastruktur und gesetzliche Rahmenbedingungen seien noch nicht in dem Ausmaß wie in Österreich vorhanden, so Kindl. Man starte jetzt aber mit Basisprodukten. In Österreich ist die UNIQA Marktführer in der Krankenversicherung.

Verbessert hat sich in den vergangenen fünf Jahren die Profitablität: Die Combined Ratio - Schäden und Kosten gemessen an den Prämieneinnahmen - lag 2016 bei 99 Prozent, 2011 waren es noch 107 Prozent.

Das Marktpotenzial in CEE sieht die UNIQA als weiterhin groß an. Die Prämie pro Kopf und Jahr liegt im Durchschnitt der 15 Länder bei 150 Euro, in den weiter entwickelten Märkten der Region (Tschechien, Ungarn, Polen und Slowakei) sind es bereits 360 Euro. Die elf anderen Länder würden auf diese Werte mittel- bis längerfristig auch aufholen, erwartet Kindl. Die Österreicher zahlen pro Kopf und Jahr 1.995 Euro an Versicherungsprämien ein.

Das Wirtschaftswachstum in der Region dürfte sich heuer und im kommenden Jahr leicht beschleunigen, erwartet die UNIQA. Auch Russland und die Ukraine verzeichneten einen Aufschwung. Getrieben werde das Wirtschaftswachstum vom privaten Konsum, so Martin Ertl von UNIQA Capital Markets. Die Arbeitslosenraten in der Region würden nun rapide sinken, nach Höchstständen in den meisten Ländern in den Jahren 2012/2013. Die Beschäftigung steige ebenfalls in vielen Ländern. Die Inflationsraten seien relativ niedrig. Gestützt werde der Konsum der Haushalte auch durch die steigenden Löhne. Ein weiterer Wachstumstreiber seien die Investitionen. Zu einer Belebung dürfte hier auch eine verstärkte Abrufung aus EU-Fonds beitragen. Erholt hätten sich auch die Kreditsektoren, allerdings bleibe die ungesunden Blasenbildung aus Vorkrisenzeiten aus.

Als wichtigen Wachstumstreiber für die Versicherungswirtschaft sieht die UNIQA auch die wieder steigenden Auto-Neuzulassungen, die sich seit der Wirtschaftskrise 2008 nun wieder erholt haben und eine solide Basis hätten. Kein Wachstumstreiber sei derzeit der Markt für Fusionen und Übernahmen (M&A) in der CEE-Versicherungswirtschaft, so Kindl. Die UNIQA screene hier regelmäßig den Markt.

Große Veränderungen sieht die UNIQA mit der Digitalisierung auf die Branche zukommen. Weltweit gibt es laut Kindl derzeit rund 100.000 FinTechs und rund 1.000 InsurTechs. Er erwartet hier aber Änderungen. Der digitale Wandel sei in CEE stärker, unter anderem weil die Versicherungswirtschaft keine so langen Traditionen habe wie etwa in Österreich. Es gibt beispielsweise auch mehr kurzfristige Verträge als hierzulande. Die Ablöse des traditionellen Geschäftsmodells werde ab einem bestimmten Zeitpunkt disruptiv sein und sich vor allem auf den Privatkundenbereich und auf den Commodity-Bereich etwa mit einfachen Auto- und Haushaltsversicherungsprodukten beziehen, erwartet Kindl. In zehn Jahren würden die neuen Geschäftsmodelle eine enorme Relevanz haben, in Österreich werde das wohl etwas langsamer vor sich gehen.

Wichtig sei eine Business-Strategie für eine digitalisierte Welt und eine Digitalisierungsstrategie, betonte UNIQA-Chief-Digital-Officer Alexander Bockelmann. Verstärkt zusammenarbeiten werde die UNIQA auch mit neuen Partnern, hieß es gestern. Es gebe auch eine Trend zu mehr Flexibilität durch die Kunden selbst. Forciert wird auch der digitale Vertrieb. In allen CEE-Ländern werden via Online-Sales Auto-Haftpflicht und Kasko, sowie Reise-, Home- und Krankenprodukte angeboten. In manchen Ländern gibt es die Möglichkeit zum Online-Chat mit Beratern.

Tätig ist die UNIQA in Albanien, Bosnien und Herzegowina, Bulgarien, Kosovo, Kroatien, Mazedonien, Montenegro, Polen, Rumänien, Russland, Serbien, Slowakei, Tschechien, Ukraine und Ungarn sowie in Westeuropa in der Schweiz und in Liechtenstein. Das Italien-Geschäft wurde Ende des Vorjahres verkauft, der rechtliche Vollzug wird im ersten Halbjahr 2017 erwartet.

(Schluss) itz/ggr

ISIN AT0000821103 WEB http://www.uniqagroup.com

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Bildquelle: UNIQA

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