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07.09.2017 11:18:00

Anleihekäufe

Ausblick: EZB bereitet Ausstieg kommunikativ vor


Die Europäische Zentralbank (EZB) steht vor dem Problem, dass sie ihre Anleihekäufe in den nächsten Monaten reduzieren muss, wenn sie nicht gegen einige selbst auferlegte Regeln des APP-Programms verstoßen will.

Zugleich aber droht der Weg hin zu rund 2 Prozent Inflation wegen der kräftigen Aufwertung des Euro noch länger als bisher geplant zu werden. Wird die EZB trotzdem den Fuß vom geldpolitischen Gaspedal nehmen und wenn ja, wie entschlossen? Darüber berät der EZB-Rat am Donnerstag, und sicher ist, dass er die Märkte in irgendeiner Art und Weise auf eine Reduzierung der Anleihekäufe ab 2018 einstimmen wird.

   EZB-Präsident Mario Draghi hatte nach der Ratssitzung im Juli gesagt, dass der Rat "im Herbst" über den Fortgang des Anleihekaufprogramms ab 2018 entscheiden will. Bis dahin kaufen die Zentralbanken des Eurosystems monatlich Anleihen für 60 Milliarden Euro. Mehr als 33 Prozent eines Emittenten oder einer Emission darf das Eurosystem aber nicht halten. Bei einigen Papieren, zum Beispiel deutschen Bundesanleihen, rückt diese Grenze näher.

Zentralbanken weichen etwas stärker von EZB-Kapitalschlüssel ab

Außerdem sind einige Zentralbanken bei ihren monatlichen Ankäufen zuletzt vom EZB-Kapitalschlüssel abgewichen. So kaufte die Bundesbank etwas weniger als vorgesehen, die italienische Notenbank dagegen etwas mehr. Manche Beobachter sehen das als ein Anzeichen für eine zunehmende Knappheit an Bundesanleihen.

   Die Tatsache, dass dem EZB-Rat am 7. September neue Prognosen zu Wachstum und Inflation vorliegen werden, hatten manche Ökonomen als Indiz dafür interpretiert, dass Draghis Verweis auf "Herbst" auf die kommende Sitzung gemünzt sein müsse. Nachdem der EZB-Präsident aber keine der seither bestehenden Gelegenheiten dazu genutzt hat, einen präziseren Hinweis zu geben, betrachtet die Mehrheit der Analysten inzwischen eher den 26. Oktober als Tag der Entscheidung.

EZB-Rat könnte Forward Guidance zu Anleihekäufen ändern

Gänzlich uninteressant werden aber auch die Beratungen in dieser Woche nicht werden. Manche Beobachter erwarten, dass der EZB-Rat quasi als Vorgeschmack zu der im Oktober anstehenden Tapering-Entscheidung die Forward Guidance zum APP dahingehend ändern wird, dass er nun keine Aufstockung des monatlichen Ankaufvolumens mehr in Aussicht stellen wird. Diese Entscheidung würde gleich um 13.45 Uhr im Rahmen der Zinsentscheidung mitgeteilt werden.

   Außerdem wird spekuliert, dass Draghi in seiner um 14.30 Uhr beginnenden Pressekonferenz mitteilen könnte, dass der EZB-Rat die zuständigen Fachgremien mit der Prüfung möglicher Szenarien für den Fortgang des APP beauftragt hat. Das wäre dann der entscheidende Hinweis auf die Ratssitzung Ende Oktober - oder auch erst Anfang Dezember? Viele Volkswirte sind der Meinung, dass die EZB ihre Geldpolitik so lange wie möglich so locker wie technisch möglich halten will.

   Analysten sind außerdem ziemlich sicher, dass Draghi mehr oder weniger deutlich sagen wird, dass sich die EZB Sorgen macht wegen der deutlichen Euro-Aufwertung. Dass Draghi dies sowohl nach der EZB-Ratssitzung im Juli als auch bei seinen beiden Reden im August unterließ, hat nach ihrer Einschätzung zu der Aufwertung beigetragen.

FRANKFURT (Dow Jones)

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