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11.07.2017 17:42:41

EZB/Stournaras: zu früh für Griechenland, Bondmärkte anzuzapfen


   Von Tom Fairless und Nektaria Stamouli

   ATHEN (Dow Jones)--Der griechische Zentralbankchef Yannis Stournaras sieht keine Notwendigkeit für das Land, in diesem Jahr an die Anleihenmärkte zurückzukehren. Er forderte die Regierung auf, sich stattdessen auf Privatisierungen zu konzentrieren, um das Vertrauen der Investoren zu gewinnen.

   "Ich denke, es ist ein bisschen früh, um die öffentlichen Märkte anzuzapfen", sagte Stournaras. Es war seine erste Äußerung, seitdem sich Griechenland Mitte Juni mit seinen internationalen Gläubigern geeinigt hatte. "Ich denke, es wäre sogar besser, wenn Griechenland beispielsweise in der kommenden Zeit zwei oder drei symbolträchtige Privatisierungen umsetzt. Das wäre hilfreicher, um die Märkte später anzuzapfen."

   Stournaras, der auch Ratsmitglied der Europäischen Zentralbank (EZB) ist, sagte zudem, die EZB solle noch nicht mit dem Zurückfahren ihres großen geldpolitischen Stimulus beginnen. Die Aussicht darauf hatte für Aufregung an den Finanzmärkten gesorgt, seitdem EZB-Präsident Mario Draghi dies im vergangenen Monat angedeutet hatte. Die nächste geldpolitische Sitzung der EZB-Vertreter findet am 19. und 20. Juli in Frankfurt statt.

   Darüber hinaus kritisierte Stournaras die Gläubigerländer Griechenlands in Nordeuropa, darunter auch Deutschland, weil sie die Finanzstabilität der Währungsunion mit großen Außenhandelsüberschüssen riskierten. "Sie haben ihre Überschüsse zu einer Zeit erhöht, in der wir anderen versucht haben, unsere Defizite zu verringern", sagte er.

EZB könnte Meinung zum Ankauf griechischer Schulden ändern

Nach monatelangem Ringen hatte sich Athen im Juni mit seinen internationalen Gläubigern geeinigt. Die Euro-Finanzminister sagten die Auszahlung der weiteren Milliardenhilfen aus dem europäischen Rettungsprogramm zu, das im August kommenden Jahres enden soll. Danach muss das Land entweder Geld von privaten Investoren einsammeln oder aber mit seinen Gläubigern aus dem öffentlichen Sektor neu verhandeln. Allerdings dürften private Investoren eine Rendite von rund 5 Prozent pro Jahr fordern - weitaus mehr als das, was Athen seinen Gläubigern aus dem öffentlichen Sektor im Rahmen des Rettungsprogramms zahlt.

   Der Internationale Währungsfonds (IWF) hatte der Einigung allerdings nur im Grundsatz zugestimmt, ohne Gelder beizusteuern, denn er knüpft eine finanzielle Beteiligung an der Griechenlandhilfe an Schuldenerleichterungen. Und die EZB weigert sich bislang, im Rahmen ihres als Quantitative Easing bekannten Kaufprogramms griechische Anleihen zu erwerben. Das aber würde die Rückkehr des Landes an die Finanzmärkte erleichtern, sagten Analysten.

   Der griechische Zentralbankchef kritisierte denn auch die fehlende Klarheit über die langfristigere Nachhaltigkeit des Schuldendienstes seines Landes. Ohne Schuldenerleichterungen drohe eine erneute Rettung, warnte er. Das aber wolle niemand.

   Möglicherweise werde die EZB ihre Meinung zum Ankauf griechischer Schulden ändern, wenn die Regierung die Reformen weiter umsetze und sich die Gläubiger auf eine Schuldenerleichterung einigten. Das QE-Programm werde nicht abrupt enden.

   Kontakt zum Autor: konjunktur.de@dowjones.com

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