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19.10.2017 14:14:00

Wiener Börse startet groß ins ETF-Segment


Am Donnerstag ist auch die Wiener Börse ins Handelssegment ETFs eingestiegen. ETF steht für Exchange Traded Fund, also einen börsenotierten Fonds, der nicht wie klassische Wertpapierfonds aktiv von Fondsmanagern betreut wird. Das spart Gebühren und macht diese Papiere billiger.

In der Vergangenheit wurden in ETFs hauptsächlich die Indizes von Börsen abgebildet. Deshalb sprach man von ETFs in der Regel als passiv verwaltete börsengehandelte Indexfonds. ETFs decken heute aber nicht mehr nur Börsenindizes ab. Börsechef Christoph Boschan sagte am Donnerstag, man könne "alle Investmentstorys in ETFs verpacken, die man sich denken kann". Bisher hat es schon acht ETFs an der Wiener Börse gegeben. Die Handelbarkeit war aber eingeschränkt, es gab keine Market Maker dafür. Wer eine Order stellte, musste hoffen, dass jemand anderer kaufen oder verkaufen wollte.

Nun ist für die im "ETF-Segment" erfassten Fonds an der Wiener Börse Lang & Schwarz Market Maker, sichert die Quotierung und laufende Kursfeststellungen. Mit dem heutigen Marktstart sind es an der Börse Wien 60 ETFs von neun verschiedenen Anbietern mit Fokus auf Europa (inklusive Osten) und USA; darunter sind alle verfügbaren Fonds auf den österreichischen Leitindex ATX.

Laut Boschan liegen ETFs global im Trend, das Wachstum weltweit habe sich zuletzt noch beschleunigt. Die Wiener Börse hole mit dem neuen Segment "einen Flow, der sonst ins Ausland ging, an die Heimatbörse zurück." Die Wiener Börse wickelt den Handel zu Inlandsspesen ab. Nach dem Marktstart wurde heute für 2018 eine Ausdehnung des Segments auf Exchange Traded Commodities (ETC) und Exchange Traded Notes (ETN) angekündigt. Nach den ersten Handelsstunden zeigte sich Boschan "einigermaßen begeistert, wie das Marktsegment angenommen wird." Die Umsätze in Einzeltransaktionen entsprachen denen mittelgroßer Aktientitel.

Interesse an ETFs orten die Börsianer in Wien vor allem bei jungen, preissensitiven und "selbstbestimmten" Anlegerschichten, allerdings auch bei Profis für das aktive Portfoliomanagement. Boschan bescheinigt Österreich bei den klassisch gemanagten Fonds eine überaus aktive Szene, zu den ETFs sieht er wenig Überschneidungen, auch nicht in der Anlegerschar. Als einer der Marktführer im neuen Segment ist Blackrock unter den Anbietern in Wien, ebenso Deutsche Bank, Vanguard, Lyxor, Deka oder Amundi.

Boschan und Bahram Sadighian, bei Blackrock Leiter des ETF-Geschäfts in Österreich und Osteuropa, betonen Transparenz und Sicherheit von ETFs. Das bedeute auch die Unterlegung von Indexfonds mit den entsprechenden Aktien. "Wenn Sie ATX kaufen, haben Sie diese Aktien im Fonds drin", so der Blackrock-Manager. Dem Marktrisiko sei der Investor freilich wie immer bei Wertpapieren ausgesetzt. Boschan: "Es ist ein Instrument, das das Marktrisiko eins zu eins abbildet, es wird kein zusätzliches Risiko dazugepackt." Hervorgehoben wurde heute der rechtliche Insolvenzschutz: Im Fall einer Insolvenz des Anbieters ist das Fondsvermögen Sondervermögen.

(Schluss) rf/tsk

WEB http://www.wienerborse.at

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