ATX 3 210 0,2%  Dow 21 080 0,0%  Nasdaq 5 788 0,2%  Euro 1,1184 -0,3% 
ATX P 1 613 0,1%  EStoxx50 3 579 -0,2%  Nikkei 19 687 -0,6%  CHF 1,0887 -0,2% 
DAX 12 602 -0,2%  FTSE100 7 548 0,4%  Öl 52,2 1,8%  Gold 1 267 1,5% 

19.05.2017 12:10:00

ETF Securities: Rohstoffwährungen im Keller


Rohstoffwährungen hielten sich bislang besser als Rohstoffe, aber wenn externe und interne Wirtschafts-probleme zusammen kommen, ist mit einer erneuten Schwächephase zu rechnen. Sollten die Milchpreise weiter steigen, könnte sich der Neuseeland-Dollar dem Trend widersetzen.

2017 ist für die Rohstoffmärkte kein leichtes Jahr. Natürlich gilt dies auch für Rohstoffwährungen, selbst wenn es sie wesentlich weniger hart trifft, da Devisen als Vermögensklasse nicht so volatil sind. Nach den Zugewinnen im Vorjahr sind Rohstoffe und Rohstoffwährungen seit Jahresanfang 2017 um 5,2 Prozent bzw. 0,2 Prozent gefallen. Rohstoffwährungen halten sich demnach relativ gut, aber die schwache fundamentale Lage ihrer Länder wird sie in den kommenden Monaten einholen.

OPEC gefährdet kanadischen Dollar und norwegische Krone

Beim kanadischen Dollar und bei der norwegischen Krone wird Rohöl die binnenwirschaftlichen Gegebenheiten als richtungsbestimmende Faktoren nicht nur ergänzen, sondern außer Kraft setzen. Insbesondere da sich die Währungen nahe mehrmonatiger Tiefs befinden und die Gefahr zusätzlicher Verluste besteht, ist das nächste OPEC-Treffen für sie von großer Bedeutung. Unseres Erachtens kann dieses Treffen nur zwei einander ausschließende Ergebnisse haben – entweder wird die Förderkürzung verschärft oder es passiert nichts. Da wir Letzteres für wahrschein-licher halten, dürften Rohöl, der kanadische Dollar und die norwegische Krone im Zuge der allgemeinen Enttäuschung unter Druck geraten. Tatsächlich ist die Einhaltung von Förderquoten für die OPEC seit langem ein Problem, und diesmal ist es nicht anders: Die Förderziele von 2016, die von Vornherein nur Schall und Rauch waren, haben den gewünschten Effekt verfehlt. Die Welt schwimmt weiter in Öl. Das Problem besteht also darin, dass die OPEC eine Einigung erzielen muss. Da aber die meisten ihrer Mitglieder keinen finanziellen Grund für Förder¬kür¬zungen haben, sind sie unseres Erachtens unwahrscheinlich.

Norwegens Wirtschaft befindet sich auf dem Weg der Besserung, obwohl sie sich derzeit durch graduelle Strukturveränderungen aus ihrer Abhängigkeit vom Ölgeschäft zu befreien versucht. Die relativ lebhafte Konjunktur konnte die schwache Entwicklung der Ölpreise bisher ausgleichen. Der Arbeitsmarkt wird zwar allmählich enger, aber noch halten die Überkapazitäten die Lohnzuwächse im Zaum. Aufgrund des sprunghaften Anstiegs der Ölpreise im letzten Jahr liegt die Verbraucherpreisinflation inzwischen deutlich über der Zielmarke von knapp 2,5 Prozent, aber es wird erwartet, dass sie 2017 wieder abwärts tendiert, wenn sich der Rückgang der Ölpreise bemerkbar macht. Die norwegische Notenbank hat ihre neutrale geldpolitische Haltung beibehalten, und die Zinsen werden auf der Oberseite vom geringen Inflationsdruck, den die fallenden Ölpreise dämpfen, und auf der Unterseite von der zunehmenden Gefahr einer Immobilienkrise begrenzt. Die Krone dürfte daher in den nächsten Monaten gegenüber den wichtigen Währungen, insbesondere dem Euro, abwerten.

Kanadas Währung wird 2017 nicht nur von fallenden Ölpreisen, sondern auch vom – angedrohten oder tatsächlichen – Handelsprotektionismus der Trump-Administration heimgesucht. Der kanadische Dollar befindet sich bereits in der Nähe eines Einjahrestiefs, und da 75 Prozent der kanadischen Exporte in die USA gehen, dürften erneute protektionistische Gedanken-spiele oder gar Maßnahmen für eine weitere Abschwächung sorgen. Ferner wird erwartet, dass die Konjunktur weiter an Tempo verliert, und auch auf dem Arbeitsmarkt bestehen wegen der geringeren Investitionen im Ölsektor beträchtliche Reserven. Die nahezu unveränderte Arbeitslosigkeit wird das Lohnwachstum entsprechend bremsen. Wir erwarten daher, dass die kanadische Notenbank noch längere Zeit nicht am Leitzins rühren wird.

Stabileres Chinas begrenzt Verluste des australischen Dollar

Das reale Austauschverhältnis Australiens, das heißt, die Einnahmen für die Ausfuhren im Verhältnis zu den Ausgaben für die Einfuhren, und der australische Dollar (AUD) sind eng miteinander korreliert. Eisenerz ist ein wichtiges Exportgut und Australien dessen weltweit größter Exporteur. China ist als größter Eisenerz-importeur Australiens wichtigster Handelspartner, sodass die chinesische Wirtschaft die Entwicklung des australischen Dollar maßgeblich mitbestimmt. Dass hinsichtlich der chinesischen Wirtschaft Bedenken aufkamen, war folglich eine Belastung für die Währung. Chinas wirtschaftliche Stabilisierung wird das Abwärtspotenzial des Australdollar zwar begrenzen, doch werden das Bild, das die schwache heimische Wirtschaft abgibt, und die neutrale Geldpolitik der Notenbank in den nächsten Monaten zu einer neuerlichen Abwärtsbewegung führen.

Chinas stabilisierende Wachstumsentwicklung wird auf kurze Sicht keine Aufwärtsbewegungen des australischen Dollar auslösen, da es einige Zeit dauern könnte, bis sich die australischen Unternehmensinvestitionen vor allem im Bergbau trotz des im Staatshaushalt für 2017 vorgesehenen Konjunkturpakets verbessern. Die Schwäche des heimischen Konsums und die Anpassungen im Bergbausektor werden dazu führen, dass sich der australische Dollar der Untergrenze der jüngsten Handelsspanne nähert. An der neutralen Geldpolitik der Notenbank wird sich wahrscheinlich nichts ändern, da die Widerstandsfähigkeit des australischen Dollar „den Abwärtsdruck auf die Preise wahrscheinlich etwas verstärkt hat“ und die Inflation erst Anfang 2018 wieder zur offiziellen Zielmarke zurückkehren dürfte.

Die neuseeländische Zentralbank (RBNZ) hat wie ihr australisches Pendant einen moderaten Ausblick beibehalten. Sie ist optimistisch, dass die anhaltende Schwäche ihrer Währung dazu beiträgt, dass sich die Wachstumsaussichten aufhellen. Da sie ferner davon ausgeht, dass die Zinsen bis zum dritten Quartal 2019 unverändert bleiben, scheint es keine internen Faktoren mehr zu geben, die eine signifikante Aufwärts¬bewegung des Neuseeland-Dollar auslösen könnten. Lediglich die wichtigsten Rohstoffexporte des Landes, die Milch¬produkte, könnten noch für Aufwärtspotenzial sorgen. Milchprodukte, die zu 95 Prozent für den Export erzeugt werden, machen 25 Prozent der Gesamt¬ausfuhren aus. Auch hier ist China, Neuseelands größter Exportmarkt für Milchprodukte, der entscheidende Faktor. Zwischen Dezember 2015 und März 2017 stiegen die Exportpreise für Milchprodukte um 29 Prozent. Wenn der Trend anhält, werden die Gesamtexporte die zentrale Annahme der neuseeländischen Notenbank übertreffen und eventuell dem Neuseeland-Dollar Auftrieb verleihen.

US-Dollar als wichtigste Rohstoffwährung

Die Schwäche der Rohstoffwährungen wird, sobald wir uns dem dritten Quartal nähern, durch den Rückgang des US-Dollar etwas abgemildert. Die USD-Schwäche ist eine Folge der negativen Realzinsen, aber auch der Möglichkeit, dass die Fed auf ihrer Juni-Sitzung enttäuschen könnte. Aus historischer Sicht besteht zwischen Rohstoffen und dem US-Dollar eine negative Korrelation, die sich erst jüngst abgeschwächt hat und derzeit auf dem höchsten Stand seit über drei Jahren befindet. Wir gehen davon aus, dass die Dollarschwäche wiederum nur einen mäßig positiven Effekt haben wird.

powered by
€uro FundResearch

Fondsfinder

Fondsname:
Fondsgesellschaft:
Fondsart:
 
Ausgabeaufschlag:
Mindestalter:
Währung:
Jahresperformance:
Volumen:
Sortieren nach:
 
Suchen
 

Nachrichten

  • Nachrichten zu Fonds
  • Alle Nachrichten
pagehit