Goldpreis im Fokus 09.06.2018 15:23:11

COT-Report: Gold - Großspekulanten ziehen sich wieder zurück

COT-Report: Gold - Großspekulanten ziehen sich wieder zurück

von Jörg Bernhard

Beim allgemeinen Interesse an Gold-Futures war in der Woche zum 5. Juni zudem ein markanter Rückgang der Anzahl offener Kontrakte (Open Interest) von 469.382 auf 450.641 Kontrakte (-4,0 Prozent) registriert worden, der niedrigste Wert seit Mitte Dezember. Die kumulierte Netto-Long-Position (optimistische Markterwartung) großer und kleiner Terminspekulanten hat sich von 136.689 auf 134.347 Kontrakte (-1,7 Prozent) lediglich leicht reduziert. Während Großspekulanten (Non-Commercials) skeptischer geworden sind und ihre Netto-Long-Position innerhalb einer Woche von 115.130 auf 111.416 Futures (-3,2 Prozent) reduziert haben, gab es unter den Kleinspekulanten (Non-Reportables) ein Anstieg von 21.559 auf 22.931 Kontrakte (+6,4 Prozent) zu beobachten. Diese Uneinigkeit passt in das allgemeine Stimmungsbild und zeugt von einer erhöhten Unsicherheit an den Finanzmärkten.

Gold: Hochspannung wegen Fed und EZB

Seit Mitte Mai pendelt der Goldpreis mehr oder weniger stark um die Marke von 1.300 Dollar. Vor den zu erwartenden Statements von Fed (Mittwoch) und Europäischer Zentralbank (Donnerstag) fällt unter den Investoren sowohl die Kauflaune als auch die Verkaufsbereitschaft relativ bescheiden aus. Erhöhte Spannung verspricht diesmal vor allem die diesseits des Atlantiks stattfindende Notenbanksitzung, schließlich wird in Europa nach den am Mittwoch getätigten Statements von EZB-Chef-Volkswirt Peter Praet auf eine weniger expansive Geldpolitik spekuliert. An einen Zinsschritt nach oben ist in der Eurozone angesichts der maroden Haushaltslage diverser Länder aus dem Süden zwar noch nicht zu denken, ein Ende der massiven Anleihekäufe im Volumen von monatlich 30 Milliarden Euro scheint nun aber unmittelbar bevorzustehen. Bislang gingen die Investoren von einem Zeitraum bis "mindestens September 2018" aus. Von einer Normalisierung ist man in Europa angesichts von negativen EZB-Einlagenzinsen in Höhe von minus 0,4 Prozent und Leitzinsen von null Prozent (seit März 2016) aber noch meilenweit entfernt. Das heißt: Im Falle einer erneuten Finanzkrise wären die Instrumente der Notenbanker möglicherweise abgestumpft und daher weniger wirkungsvoll.


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