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17.03.2017 17:42:42

ABN Amro: Frühe Anhebung des EZB-Einlagensatzes nicht sinnvoll


   Von Hans Bentzien

   FRANKFURT (Dow Jones)--ABN Amro hält die derzeit unter Analysten diskutierte Anhebung des EZB-Einlagensatzes vor dem Ende des Ankaufprogramms für wenig sinnvoll. Nach Einschätzung der Volkswirte Nick Kounis, Kim Liu und Aline Schuiling steht einem solchen Vorgehen vor allem entgegen, dass die Europäische Zentralbank (EZB) auf eine vorzeitige Straffung der Finanzierungsbedingungen kaum noch mit einer Aufstockung ihrer Anleihekäufe antworten könnte.

   Ausgelöst wurden die Spekulationen über eine Zinsanhebung vor Ende der Ankäufe von EZB-Präsident Mario Draghi selbst. Der hatte in seiner Pressekonferenz Anfang des Monats auf eine entsprechende Frage hin die bestehende Forward Guidance - Zinsanhebung deutlich nach Ende des Ankaufprogramms - eher lasch verteidigt: "Zur Zeit haben wir diese eine Forward Guidance, die auf den bestehenden Informationen basiert", sagte er.

   Die EZB versuchte Analysten und Journalisten anschließend in Hintergrundgesprächen zu erklären, dass diese Worte nicht so gemeint waren, wie sie klangen. Aber der für Österreich im EZB-Rat sitzende Ewald Nowotny torpedierte diese Bemühungen, indem er in einem Handelsblatt-Interview explizit die Möglichkeit ansprach, erst den Einlagensatz anzuheben und dann die Ankäufe zu beenden.

   An den Märkten haben sich inzwischen Zinserhöhungserwartungen aufgebaut, die Zinskurve ist flacher geworden. Vor allem bei deutschen Anleihen kam es am kurzen Ende zu Verlusten. ABN Amro glaubt zwar, dass die EZB einem solchen Verfahren offener gegenüber steht als allgemein angenommen, hält es aber für wenig wahrscheinlich. Das liegt einerseits daran, dass die Analysten das wichtigste Argument dafür - eine Entlastung der Banken - für nicht besonders schlagend halten, weil die Nettozinserträge bisher nicht auf breiter Front sinken.

   Dagegen erkennen sie einen deutlichen Nachteil: Sollte eine Anhebung des Einlagensatzes oder aber ein anderes Ereignis zu einer Verschlechterung der Finanzierungsbedingungen führen, könnte die EZB dem kaum noch mit höheren Anleihekäufen entgegenwirken.

   Das liegt laut ABN Amro daran, dass die EZB bei ihren Ankäufen wegen knapper werdenden Papieren einiger Länder ohnehin immer stärker kurzzeitig vom EZB-Kapitalschlüssel abweichen muss. Außerdem weisen sie darauf hin, dass die EZB die Einhaltung anderer Obergrenzen, des Emittenten- und des Emissionslimits, sehr ernst zu nehmen scheint.

   Ihr Fazit: "Aus einer Risiko-Management-Perpektive wäre eine frühzeitige Anhebung des Einlagensatzes nicht sinnvoll."

   Kontakt zum Autor: hans.bentzien@dowjones.com

   DJG/hab/chg

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   March 17, 2017 12:12 ET (16:12 GMT)

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