Einschätzung beibehalten 09.03.2018 06:32:46

Japans Notenbank behält lockere Geldpolitik bei

Japans Notenbank behält lockere Geldpolitik bei

Zudem gab die Bank of Japan (BoJ) am Freitag keine neuen Hinweise darauf, wann und wie sie sich den anderen großen Zentralbanken anschließen und anfangen könnte, ihre Maßnahmen abzuschwächen. Die Notenbank stimmte mit 8:1 Stimmen für die Beibehaltung ihres Ziels, die Renditen für 10-jährige japanische Staatsanleihen bei etwa Null und den Zinssatz für kurzfristige Einlagen bei minus 0,1 Prozent zu belassen. Zudem will die Bank of Japan weiter Staatsanleihen jährlich für 80 Billionen Yen (609 Milliarden Euro) kaufen.

Notenbankchef Haruhiko Kuroda, der derzeit auf eine zweite Amtszeit zusteuert, hatte jüngst die Märkte durchgerüttelt, als er ein erstes Signal zu einer Abkehr von der extrem lockeren Geldpolitik gab. Die BoJ werde ab April 2019 über einen Ausstieg aus der aggressiven geldpolitischen Lockerung diskutieren, sagte Kuroda. Daraufhin verdoppelte sich fast die Rendite der zehnjährigen japanischen Staatsanleihe und der Yen wertete gegenüber dem Dollar auf. Wenige Tage später aber ruderte Kuroda wieder zurück. Er versprach, die massive Lockerungsprogramm fortzusetzen, bis das Inflationsziel von 2 Prozent erreicht sei.

"Es ist undenkbar, die lockere Politik zu beenden oder abzuschwächen, bevor das Inflationsziel erreicht ist", sagte Kuroda bei einer parlamentarischen Anhörung, die Teil seines Nominierungsprozesses für eine zweite fünfjährige Amtszeit als Gouverneur ist. Es sei nicht angebracht, über Details zu sprechen, wenn die Inflation weit von dem Ziel von 2 Prozent entfernt sei. Im Januar sind die Verbraucherpreise um 0,9 Prozent gestiegen.

Auf ihrer Ratssitzung hielt die Bank an ihrer Einschätzung der Wirtschaft fest und erklärte, dass sie "moderat expandiere". Das kommt nur einen Tag nachdem bekannt wurde, dass Japans Wirtschaft im vierten Quartal wegen höherer Investitionen der Unternehmen deutlich stärker gewachsen ist als erwartet. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) legte von Oktober bis Dezember annualisiert um 1,6 Prozent zu, wie die Regierung mitteilte. Damit wurde die erste vorläufige Schätzung, wonach die Wirtschaft um 0,5 Prozent gewachsen ist, nach oben revidiert. Dazu beigetragen habe auch ein höherer Konsum im Inland. Japans Wirtschaft ist damit das achte Quartal in Folge gewachsen und befindet sich in der längsten Wachstumsphase seit den späten achtziger Jahren. Allerdings ist das Inflationsziel von 2 Prozent noch nicht erreicht worden.

Ein Ratsmitglied der BoJ argumentierte weiter, dass die Zentralbank nicht genug getan habe, um ihr Inflationsziel zu erreichen. Goushi Kataoka stimmte erneut gegen die Entscheidung, die Maßnahmen beizubehalten. Er bekräftigte seine Ansicht, dass die Bank die Inflationsrate bis März 2020 nicht erreichen wird, ohne weitere Maßnahmen zu ergreifen. Er empfahl, die Renditezielvorgabe für die zehnjährigen Anleihen und andere Langläufer zu senken. Die jüngsten Inflationsdaten zeigen, dass die Verbraucherpreise im Januar gegenüber dem Vorjahr um 0,9 Prozent gestiegen sind.

TOKIO (Dow Jones)

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