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Aktienanleihen, Aktienanleihe

Aktienanleihe oder Discountzertifikat

Aktienanleihen und Discountzertifikate weisen eine ähnliche Struktur auf. Anleger stehen bei einem geplanten Investment daher oft vor der Wahl, ob sie in eine Aktienanleihe oder ein Discountzertifikat investieren sollen. Im Folgenden sollen die wichtigsten Unterschiede und Gemeinsamkeiten von Aktienanleihen und Discountzertifikaten dargestellt werden, um die Anlageentscheidung zu erleichtern.

Bei Discountzertifikaten erhalten Anleger keine Verzinsung über die Laufzeit des Zertifikats hinweg, so wie es bei Aktienanleihen der Fall ist, sondern sie erhalten direkt beim Kauf des Zertifikats einen Preisabschlag auf den Kurs des Basiswerts, den sogenannten Discount. Notiert der Basiswert beispielsweise bei 100 Euro, wird das Discountzertifikat für einen Preis von 90 Euro begeben. Die weitere Kursentwicklung und Rückzahlung des Zertifikats orientiert sich anschließend am Basiswert. Wenn der Basiswert am Fälligkeitstag des Zertifikats auf oder über einer zuvor festgelegten Kursschwelle liegt, erhält der Anleger einen Festbetrag ausbezahlt. Notiert der Kurs des Basiswerts darunter, erhält der Käufer die Aktie geliefert oder einen entsprechenden Barausgleich.

Aus dieser kurzen Beschreibung von Discount Zertifikaten ergeben sich bereits zahlreiche Ähnlichkeiten zu Aktienanleihen. So ist bei beiden Produkten die maximale Rückzahlung begrenzt: Bei Aktienanleihen auf den Nennwert und bei Discountzertifikaten auf den festgesetzten Festbetrag. Bei beiden Produkten profitiert der Anleger also nicht von stark steigenden Kursen des Basiswerts. Auch bei deutlich fallenden Kursen des Basiswerts verhalten sich die beiden Finanzprodukte ähnlich. Liegt der Kurs des Basiswerts am Bewertungstag unter einer bestimmten Schwelle, erhalten die Anleger Aktien anstelle eines Geldbetrags. Während bei Aktienanleihen jedoch die Zinszahlungen den Verlust im Vergleich zum Direktinvestment mildern, werden die Verluste beim Discountzertifikat durch einen günstigeren Einstiegspreis abgefedert. Erst wenn der Kurs der Aktie unter diesen fällt, macht der Anleger beim Discountzertifikat Verluste, bei der Aktienanleihe erst, wenn die Zinszahlungen den Kursverlust des Basiswerts nicht mehr ausgleichen können. Optimale Renditechancen ergeben sich also für beide Produkte in einem seitwärtstendierenden Markt.

Aufgrund der vielen Gemeinsamkeiten der Produkte hängt die Wahl daher auch oft von den persönlichen Präferenzen der Anleger ab. Viele Anleger scheuen ein Investment in Zertifikate, da sie diese für Zockerpapiere halten, und bevorzugen stattdessen ein Investment mit festem Zinskupon wie die Aktienanleihe.

Einen gewichtigen Unterschied gibt es zwischen Aktienanleihen und Discountzertifikaten bei den zahlreichen Gemeinsameiten aber doch: Wenn der Kurs des Basiswerts am Bewertungstag bei null liegt, gehen Anleger des Discountzertifikats komplett leer aus. Anleger, die sich für die Aktienanleihe entschieden haben, können hier wenigstens noch die Zinszahlungen für sich verbuchen.

Bildquellen: StockThings / Shutterstock.com

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