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ETF

Weniger ist mehr

ETFs auf dem Vormarsch

Jahrzehntelang haben aktiv gemanagte Fonds das Anlageuniversum dominiert. Doch inzwischen konnten die passiven Produkte und hier insbesondere die ETFs deutlich Marktanteile hinzugewinnen. Nach einer Erhebung der Société Générale war der Saldo der Zu- und Abflüsse in aktiv gemanagte europäische Aktienfonds seit 2007 nur in einem Jahr positiv, während die ETFs Jahr für Jahr Nettozuflüsse verzeichnen. Global betrachtet haben in den letzten zehn Jahren die passiven Anlageformen, zu denen neben den ETFs auch andere Indexfonds und Spezialmandate gezählt werden, ihren Anteil auf 15 Prozent des verwalteten Vermögens verdoppelt, während der Marktanteil von aktiv gemanagten Assets von 63 auf 45 Prozent gesunken ist.

Hohe Kosten im Schnitt nicht gerechtfertigt

Die einfache Erklärung dafür ist die Tatsache, dass aktive Fonds im Durchschnitt ihre deutlich höheren Kosten nicht einspielen, dass sie also mit anderen Worten keine adäquate Überrendite erzielen. Die Fragestellung war und ist Gegenstand zahlreicher Untersuchungen und lebhafter Debatten, doch im Trend lässt sich feststellen, dass es nur wenigen Fondsmanagern gelingt, ihren Referenzindex dauerhaft zu schlagen. In einer vielbeachteten Studie der Universität Princeton konnte auf Basis der vierteljährlichen Renditen aller US-amerikanischen Aktienfonds gezeigt werden, dass es ihnen in einem Zeitraum von 35 Jahren nicht gelungen war, den S&P 500 zu schlagen. Während der Leitindex der amerikanischen Börse in diesem Zeitraum eine durchschnittliche Performance von 17,52 Prozent p.a. erzielte, erwirtschafteten die Fonds eine jährliche Rendite von 16,70 Prozent - vor Kosten. Unter Berücksichtigung der Kosten reduzierte sich ihre Performance auf 15,69 Prozent.

Die Frist ist wichtig

Der Durchschnittswert bedeutet, dass es zwar Fonds gibt, die noch schlechter abgeschnitten haben, aber auch Fonds, die sich besser oder sogar deutlich besser als die Benchmark entwickelten. Für Anleger, die eine Outperformance anstreben und daher aktive Fonds präferieren, stellt sich daher die Aufgabe, die erfolgreichen vorab zu identifizieren. Und diese Aufgabe wird umso schwieriger, je länger der Betrachtungszeitraum bzw. - nach vorne betrachtet - je länger der gewünschte Investitionszeitraum ist. Einer Studie von LYXOR ETF RESEARCH zufolge haben zum Beispiel von Juli 2013 bis Juni 2014 rund 30 Prozent der aktiv gemanagten Fonds, die in französische Blue Chips investieren, den französischen Leitindex CAC40 geschlagen, bei einer 10-jährigen Betrachtungsperiode waren es nur noch 16 Prozent. Aus der Sicht des Anlegers bedeutet es, dass lediglich 16 Prozent der Fonds, die ihm seinerzeit zur Wahl gestanden hatten (der Wert wird sogar durch Fonds, die inzwischen nicht mehr bestehen und daher nicht in die Auswertung aufgenommen wurden, "geschönt"), ihr Leistungsversprechen (eine Outperformance gegenüber dem CAC40) tatsächlich erfüllt haben. Die Relation und die Stärke des Effekts variiert zwischen unterschiedlichen Märkten und Asset-Klassen, dieser ist im Kern aber in allen Marktsegmenten zu beobachten.

Kurzlebige Vorteile bei volatilen Märkten

Gelegentlich wird aktiven Fonds eine besondere Stärke in volatilen Marktphasen zugesprochen. Doch wie die oben zitierte LYXOR-Analyse ebenfalls gezeigt hat, sind derartige Performance-Vorsprünge nach Marktwendepunkten eher kurzlebiger Natur. So konnten zwar im ersten Jahr eines Bullenmarktes (untersucht wurden drei solcher Phasen) 41 Prozent der aktiven Fonds ihre Benchmark übertreffen, doch hiervon fiel mehr als Hälfte bereits im zweiten Jahr hinter den Index zurück. Im Bärenmarkt von 2007 bis 2008 fiel der Rückgang von 42 Prozent im ersten Jahr auf 15,4 Prozent im zweiten Jahr sogar noch deutlicher aus.

Anlegerprofil entscheidet

Die Frage, ob nun aktive oder passive Fonds besser sind, lässt sich somit pauschal nicht beantworten. Aktiv gemanagte Fonds sind deutlich teurer, doch im Erfolgsfall rechtfertigen sie den Aufpreis durch eine erzielte Outperformance. Allerdings schaffen es nicht viele. Wie eine Auswertung des Indexanbieters S&P-Dow-Jones gezeigt hat, haben es im letzten Jahr 74 Prozent der in Deutschland investierenden Fonds nicht geschafft, den Index S&P-Germany-BMI zu übertreffen. Für Europa und die USA sind die Quoten mit 83 und 94 Prozent noch schlechter ausgefallen. Der Anleger bezahlt somit die Chance auf eine Outperformance mit den erhöhten Kosten und mit dem Risiko, einen "falschen" Fonds auszuwählen, was auch mit einer deutlichen Underperformance verbunden sein kann. Für risikofreudige Anleger, die sich zutrauen, die richtigen Fonds zu identifizieren, mag diese Kombination weiterhin attraktiv sein, ein steigender Anteil der Investoren scheint aber inzwischen die günstigere Variante ETF vorzuziehen.

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