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ETF

Die Welt der ETFs

Passivität als Prinzip

Bei "Exchange Traded Funds" ("ETFs"), oder auf Deutsch "börsengehandelten Indexfonds", handelt es sich um Investmentfonds, die in ihrer Anlagestrategie passiv einem Index, wie zum Beispiel dem DAX, folgen und deren Anteile laufend über die Börse gehandelt werden können. Passiv bedeutet dabei, dass sich das Fondsmanagement auf die Nachbildung des Index beschränkt und als Performance-Ziel die Indexperformance anstrebt. Diese Konzeption ermöglicht eine günstige Kosten- und damit Gebührenstruktur, ein hohes Maß an Transparenz und große Flexibilität - Aspekte, die den weltweiten Siegeszug der ETFs beflügelt und das Konzept zu einer der erfolgreichsten Finanzinnovationen der letzten Jahrzehnte gemacht haben. Aus den Portfolios institutioneller Investoren sind ETFs kaum noch wegzudenken und auch die Privatanleger entdecken zunehmend ihre Vorzüge.

Dynamisches Wachstum

Die ersten Indexfonds wurden in den USA bereits in den siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts aufgelegt, doch der breite Marktdurchbruch begann zu Beginn der neunziger Jahre. Als der Urvater aller ETFs wird der um 1970 von der Vermögensverwaltung State Street Global Advisors auf den S&P 500 aufgelegte Fonds SPDR S&P 500 ETF bezeichnet, der inzwischen ein Vermögen von rund 160 Mrd. US-Dollar verwaltet. Insgesamt wurden weltweit Ende des letzten Jahres je nach Abgrenzung 3.900 bis ca. 5.000 ETFs gezählt, die zusammen ein Vermögen im Wert von 2,64 bis über 3 Bio. US-Dollar anlegten. Nach Schätzungen der Investmentbank Goldman Sachs soll das Volumen bis 2020 auf 6 Bio. US-Dollar anwachsen.

Große Vielfalt

In Deutschland, wo die Produktkategorie erst vor 15 Jahren zugelassen wurde, werden auf Xetra inzwischen mehr als 1.050 ETFs gehandelt, die zusammen rund 345 Mrd. Euro verwalten. Der Großteil davon, sowohl was die Anzahl angeht als auch bezüglich der Assets under Management (AuM), entfällt dabei auf den Aktienbereich, also auf ETFs, die Aktienindizes nachbilden. Aber auch Anleihen-ETFs spielen inzwischen eine gewichtige Rolle, die Deutsche Bank sieht deren Marktanteil aktuell bei knapp 20 Prozent. Darüber hinaus werden inzwischen auch ETFs auf Rohstoffe und Währungen sowie für Geldmarktanlagen angeboten. Auch Strategie-ETFs, die ein bestimmtes Anlagekonzept verfolgen, sowie Short-Produkte ergänzen zunehmend die Auswahl. Eine große Vielfalt gibt es allerdings auch innerhalb der Asset-Klassen selbst. Im Aktienbereich, in dem in der Anfangsphase fast ausschließlich Produkte auf die führenden Indizes wie den S&P 500 erhältlich waren, gibt es inzwischen kaum ein Land oder eine Region ohne eine passende ETF-Abdeckung. Auch Branchen- und Themenindizes spielen im Angebotsspektrum der ETF-Emittenten eine immer größere Rolle.

Laufender Handel

Auch wenn es inzwischen eine unübersichtliche Vielzahl von Produkten und Konzepten gibt, die je nach Abgrenzung unter dem Begriff ETF subsumiert werden, bleibt das entscheidende gemeinsame Kriterium - neben der passiven Indexnachbildung - der fortlaufende Handel über die Börse. Damit gibt es nicht nur einen Kurs pro Tag, wie es bei den meisten Fonds der Fall ist, sondern laufende Notierungen. Diese wird zudem, in der Regel, durch einen Designated Sponsor betreut, der dafür sorgt, dass der Handel eine ausreichende Liquidität aufweist und dass sich der Preis bei einer vergleichsweise geringen Geld-Brief-Spanne in der Nähe des Nettoinventarwertes des Fonds, seines NAV, bewegt. Die Investoren erhalten dadurch die Möglichkeit, ihre Anlagestrategie flexibel und unter transparenten Bedingungen umsetzen zu können.

Zwei Verfahren - ein Ergebnis

Um einen Index im Rahmen eines ETF nachzubilden, stehen den Anbietern grundsätzlich zwei Wege offen, die physische und die synthetische Replikation. Bei der erst genannten, der physischen Nachbildungsart, kauft der Fonds eins zu eins dieselben Werte, die in dem zugrundeliegenden Index enthalten sind. Die Performance sollte in diesem Fall von der Entwicklung des Basisindex theoretisch nur im Umfang der Verwaltungsgebühr abweichen, teilweise wird versucht, diese Differenz mit zusätzlichen Erträgen aus der Wertpapierleihe weiter zu minimieren. Allerdings eignet sich diese Art der Konstruktion vor allem zur Nachbildung von Indizes mit vergleichsweise wenigen und hochliquiden Elementen, wie es etwa beim DAX der Fall ist. Zahlreiche ETFs auf sehr umfangreiche oder eher illiquide Indizes sind deswegen als so genannte synthetische ETFs oder auch Swap-ETFs konstruiert und dürfen bis zu einem gesetzlich bestimmten Wert (in Europa sind es 10 Prozent) auf Swaps zurückgreifen. Einige Anbieter reduzieren den Swap-Anteil durch tägliches Rebalancing allerdings auf einen Zielwert von 0.

Bei diesen Inhalten handelt es sich um eine reine Werbemitteilung.

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