13.01.2020 15:42:17

Aareal Bank macht IT-Tochter fit für möglichen Verkauf

Frankfurt (Reuters) - Die Aareal Bank will ihre Softwaretochter Aareon für einen möglichen Verkauf in einigen Jahren fit machen.

Die Sparte solle "integraler Bestandteil" der Bank bleiben und durch gezielte Zukäufe ausgebaut werden, sagte Vorstandschef Hermann Merkens am Montag bei der Vorstellung einer neuen Mittelfrist-Strategie. "Klar ist aber auch: Wir sind jederzeit bereit, auch ganz neue Wege zu gehen, wenn es die Umstände erfordern." Ein Insider fügte hinzu, die Aareal Bank schliesse einen Verkauf von Aareon mittelfristig nicht aus. Der Wert von Aareon, mit deren Software große Wohnungsvermieter die Verwaltung von Immobilien und Mietzahlungen abwickeln, wurde von Insidern zuletzt auf 500 bis 600 Millionen Euro geschätzt.

Der im MDax gelistete Immobilienfinanzierer steht seit Juli unter Beschuss des aktivistischen Hedgefonds Teleios. Dieser hält mittlerweile mehr als fünf Prozent und hatte das Management in mehreren Briefen dazu aufgefordert, die Tochter zu veräußern oder abzuspalten. Teleios kritisiert Insidern zufolge unter anderem, dass keine unabhängige Prüfung aller Optionen für Aareon stattgefunden habe, und verlangt eine außerordentliche Hauptversammlung. Merkens hatte im November einem Mehrheits- oder Komplettverkauf noch eine Absage erteilt und erklärt, einen Partner zur Weiterentwicklung der Sparte zu suchen. Das Betriebsergebnis von Aareon soll sich mittelfristig auf 100 Millionen Euro verdoppeln. Die IT-Tochter liefert der Aareal Bank wichtige Provisionserträge und Einlagen zur Refinanzierung.

Neue Gewinnziele für die kommenden Jahre und Details zu der Strategie will Merkens Ende Februar bei der Vorlage der Bilanz des vergangenen Jahres verkünden. 2019 erzielte die Bank nach vorläufigen Zahlen ein Betriebsergebnis von rund 240 Millionen Euro. Das Volumen an notleidenden Krediten fiel demnach per Ende Dezember im Vergleich zur Jahresmitte um 40 Prozent auf 1,1 Milliarden Euro, wie das Institut mitteilte. Um die Portfolien abzubauen, seien im Schlussquartal Zusatzkosten von 15 Millionen Euro angefallen.