31.08.2009 11:34:00

AKTIE IM FOKUS: Infineon sehr fest - MSCI-Aufnahme - WiWo: Zukäufe geplant

    FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Aktien von Infineon (Infineon Technologies) haben am Montag vor ihrer MSCI-Aufnahme und aufgrund von Aussagen zu Übernahmevorhaben kräftig zugelegt. Bis 10.45 Uhr gewannen die Anteilsscheine des Münchener Halbleiter-Unternehmens 3,00 Prozent auf 3,610 Euro und waren damit stärkster Wert im TecDax (TecDAX). Der Index der Technologie-Werte verlor zugleich 0,78 Prozent auf 699,51 Punkte.

    "Ein sehr wichtiger Faktor, warum Infineon heute zulegen, ist, dass sie stark von der MSCI-Indexneuzusammensetzung und -gewichtung heute Abend profitieren", sagte ein Händler. Die Aktien würden sowohl in den MSCI Global Growth Index aufgenommen als auch in den zu den weltweit wichtigsten Indizes zählenden MSCI World Index. "Etwa 42 Millionen Aktien müssen dafür von Indexfonds gekauft werden, was ungefähr dem 1,6-fachen Tagesumsatz entspricht." Allerdings hätten sich auch schon entsprechend die Verkäufer positioniert, so dass nicht mit allzu extremen Kursbewegungen zu rechnen sei.

    Analyst Marco Günther von der Hamburger Sparkasse hingegen sah einen weiteren wichtigen kursbewegenden Faktor in einem Bericht in der "WirtschaftsWoche". Insbesondere im Geschäft mit Mobilfunkchips sei Infineon an Zukäufen interessiert und könnte dies bereits im Herbst angehen, schrieb das Magazin aus dem Umfeld des Aufsichtsrats. In der Infineon-Zentrale in München wurde ein Kommentar darüber abgelehnt. Günther sagte dazu: "Die Nachricht, auf der Akquisitionsseite aktiv werden zu wollen, ist positiv, denn sie gibt Hinweise darauf, dass der Konzern schneller gesundet als gedacht und auf der Finanzierungsseite Erfolge verzeichnet." Das sei besonders interessant, wenn bedacht werde, wie Infineon noch vor ein paar Monaten dagestanden habe. "Zudem dürfte auch die angehobene Umsatzprognose von Intel die Infineon-Aktie stützen, da sie ein positives Signal für das Branchenumfeld und -sentiment ist."

    Das in der Wirtschaftskrise eingebrochene Geschäft des weltgrößten Chipherstellers hat sich in den vergangenen Wochen stärker belebt als erwartet, so dass Intel nun damit rechnet, im laufenden dritten Quartal statt um die 8,5 Milliarden Dollar rund 9 Milliarden Dollar zu erlösen./ck/la