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Positives Feedback 16.09.2019 17:46:00

ams-Aktie im Minus, OSRAM-Aktie leicht im Plus: ams senkt Mindesannahmeschwelle für OSRAM-Kauf

ams-Aktie im Minus, OSRAM-Aktie leicht im Plus: ams senkt Mindesannahmeschwelle für OSRAM-Kauf

Basierend auf einem umfassenden Austausch mit Investoren in Europa, den USA und Asien sehe man sich bezüglich des Angebots nochmals bestärkt, teilte ams mit. Die Aktionäre sollen Ende Oktober eine milliardenschwere Aktienemission zur Teilfinanzierung der OSRAM-Akquisition absegnen. Die Mindesannahmeschwelle für die OSRAM-Offerte senkte ams.

"Um das Risiko des Angebots nach einer weiteren Analyse der Aktionärsstruktur von OSRAM zu verringern und schneller zum Erfolg zu gelangen", will ams nach eigenen Angaben die Mindestannahmenschwelle auf 62,5 von 70 Prozent senken. Alle weiteren Bedingungen des bis zum 1. Oktober um Mitternacht laufenden Angebots blieben unverändert. ams bietet 38,50 Euro je OSRAM-Aktie und damit 10 Prozent mehr als die amerikanischen Finanzinvestoren Bain und Carlyle. Das ams-Angebot bewertet OSRAM mit einem Eigenkapitalwert von rund 3,7 Milliarden Euro und einem Unternehmenswert von rund 4,3 Milliarden Euro.

ams will Ende Oktober eine außerordentliche Hauptversammlung abhalten, die eine Kapitalerhöhung zur Teilfinanzierung der OSRAM-Übernahme genehmigen soll. ams will Aktien im Volumen von 1,5 Milliarden Euro emittieren. Diese Emission dient der teilweisen Refinanzierung einer Brückenfinanzierung in Höhe von 4,2 Milliarden Euro im Zusammenhang mit dem OSRAM-Angebot.

OSRAM-Führung empfiehlt Aktionären ams-Offerte trotz Bedenken wegen des Preises

Im Übernahmekampf um den Lichtkonzern OSRAM ist ams einen Schritt vorangekommen. Vorstand und Aufsichtsrat empfehlen ihren Aktionären mehrheitlich die Annahme der 4,3 Milliarden Euro schweren Offerte des österreichischen Sensorspezialisten - allerdings im Wesentlichen aus finanziellen Gründen. Gegen das von ams verfolgte Konzept und die Risiken bei der Umsetzung melden sie erhebliche Vorbehalte an. Die meisten Vertreter der Arbeitnehmerseite im Aufsichtsrat lehnten auch diese eingeschränkte Empfehlung ab.

Das unternehmerische Konzept der erstbietenden Finanzinvestoren Bain Capital und Carlyle halte man "in Summe für tragfähiger", heißt es in der am Montag veröffentlichten begründeten Stellungnahme zu dem ams-Angebot, das die OSRAM-Aktionäre bis zum 1. Oktober annehmen können. ams hat die Finanzinvestoren aber um 10 Prozent überboten.

ams habe zwar Erfahrung mit der Integration von Firmen, aber bislang keine vergleichbar große Übernahme wie die von OSRAM gestemmt. Überdies sei fraglich, ob die angepeilten Kostensynergien von 300 Millionen Euro in so kurzer Frist zu heben seien. Das Vorhaben, die Front-End-Produktion von LED-Chips aus Kulim nach Regensburg zu verlagern, könnte der Effizienz in der Produktion schaden. Auch die hohe Brückenfinanzierung von 4,2 Milliarden Euro sieht OSRAM als Risiko, nämlich dann, wenn die geplante Refinanzierung mit Aktien und Anleihen nicht gelinge, wird in der Stellungnahme gewarnt.

OSRAM-Vorstandschef Olaf Berlien kündigte an, er werde seine knapp 32.000 OSRAM-Aktien ams nicht andienen. Ihm sei die Fortführung der bisherigen Unternehmensstrategie wichtiger als kurzfristige persönliche Vermögensinteressen, lässt er die anderen Aktionäre wissen. Von den sieben Aufsichtsräten, die OSRAM-Aktien halten, wollen nur zwei das Angebot aus Österreich annehmen.

Die Arbeitnehmervertreter stellen sich mit Ausnahme der leitenden Angestellten komplett gegen das Vorhaben. In ihrem Sondervotum bemängeln sie, dass sich ams eine Hintertür offenhalte, OSRAM gegebenenfalls zu zerschlagen.

Ob die Bedenken der OSRAM-Führung Aktionäre daran hindern, nach finanziellen Gesichtspunkten zu entscheiden, ist allerdings mehr als fraglich. So hat der mit 9,4 Prozent größte Einzelaktionär Allianz Global Investors das von OSRAM präferierte Angebot von Bain und Carlyle im Juli bereits als zu niedrig abgelehnt - ein bemerkenswerter Schritt: Üblicherweise äußert sich der Vermögensverwalter zu solchen Fragen nicht öffentlich.

ams will mit OSRAM zum Champion in Lichterzeugung in Europa aufsteigen

Der österreichische Sensorspezialist ams will mit der Übernahme von OSRAM einen europäischen Champion in der Lichterzeugung schaffen. ams-CEO Alexander Everke sagte bei einer Pressekonferenz in München, bei dem Zukauf gehe es ausschließlich um Technologie: "Wir kaufen keine Umsätze oder Marktanteile." Die geschäftlichen Chancen zusammen mit OSRAM seien "enorm".

Everke trat Befürchtungen entgegen, ams könnte sich mit der Übernahme finanziell überheben. Dank starken eigenen Cash-flows werde ams in der Lage sein, binnen zwei Jahren den Verschuldungsgrad (Net Debt to EBITDA) von 4 zum Zeitpunkt des Closings bis auf unter 2 Ende 2021 zu drücken.

ams-Aktien standen am Montag im Schweizer Handel zum Ertönen der Schlussglocke 2,39 Prozent tiefer bei 47,03 Franken. Die Papiere von OSRAM notierten schlussendlich 0,53 Prozent höher bei 37,70 Euro.

DJG/mgo/cln

FRANKFURT/MÜNCHEN (Dow Jones)

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Bildquelle: Osram,OSRAM,ah