25.03.2019 08:06:41

ANALYSE: HSBC sieht kaum Erholungspotenzial bei Wacker Chemie - senkt auf 'Hold'

LONDON (dpa-AFX) - Chinesische Billigkonkurrenz beim Solarindustrierohstoff Polysilizium macht WACKER CHEMIE laut der britischen Bank HSBC weiter zu schaffen. China dominiere bereits den Markt für Solarzellen und -module und greife nun auch verstärkt den Polysiliziummarkt an, was zu globalen Überkapazitäten führe, schrieb Analyst Sean McLoughlin in einer am Montag vorliegenden Branchenstudie. Die dadurch ebenfalls niedrigen Preise für Solarmodule dürften zwar die Nachfrage der Verbraucher ankurbeln, großer Spielraum für eine Erholung der eingebrochenen Polysilizium-Preise werde dadurch aber nicht entstehen.

McLoughlin strich vor diesem Hintergrund seine Kaufempfehlung für die Aktien von Wacker Chemie und stufte sie auf "Halten" ab. Positiv hob er das Spezialchemiegeschäft des MDax-Konzerns (MDAX) hervor, dessen Entwicklung laut seiner Einschätzung die Kursrisiken begrenzen sollte. Sein neues von 110 auf 85 Euro gesenktes Kursziel liegt denn auch etwas mehr als 5 Prozent über dem Schlusskurs vom Freitag.

Die Wacker-Aktien waren Anfang März deutlich abgesackt, nachdem die Münchener mit ihrem Gewinnausblick für das laufende Jahr enttäuscht hatten. Per Freitagsschluss kosteten sie rund 16 Prozent weniger als vor der Bekanntgabe der Prognosen, während der Index der mittelgroßen Werte in diesem Zeitraum per Saldo nahezu unverändert blieb.

So rechnen die Bayern trotz eines höher erwarteten Polysiliziumabsatzes mit einem Rückgang des Konzerngewinns vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) um 10 bis 20 Prozent. Nach 930 Millionen Euro im Jahr 2018 entspräche das einem Einbruch auf 744 bis 837 Millionen Euro. Viel Spielraum für Enttäuschungen sieht HSBC-Analyst McLoughlin dabei nicht. So reduzierte er seine Ebitda-Schätzung für 2019 von knapp 1 Milliarden Euro auf 824 Millionen Euro, was am oberen Ende der implizierten Unternehmensprognose liegt.

HSBC stuft solche Aktien immer mit "Hold" ein, deren Kursziel bis zu 5 Prozent über oder unter dem aktuellen Kurs liegt./mis/ag/jha/

Veröffentlichung der Original-Studie: 22.03.2019 / 18:54 / GMT Erstmalige Weitergabe der Original-Studie: 25.03.2019 / 03:15 / Zeitzone in Studie nicht angegeben