14.03.2018 15:32:40

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APA ots news: FMA und OeNB begrüßen Europäische Initiativen zur rascheren Adressierung von notleidenden Krediten

Kreditqualität bei Österreichs Banken besser als im

EU-Schnitt, bleibt aber im Fokus der Aufsicht

Wien (APA-ots) - Die Finanzmarktaufsicht (FMA) und Oesterreichische

Nationalbank (OeNB) begrüßen den gemeinsamen Vorstoß der Europäischen

Kommission und des Einheitlichen Europäischen Aufsichtsmechanismus

(Single Supervisory Mechanism, SSM), präventive Maßnahmen gegen einen

neuerlichen Anstieg notleidender Kredite in Europa zu setzen. Die

Initiativen zielen auf einen rascheren und konsequenteren Umgang mit

notleidenden Krediten ab und ermöglichen so wieder mehr Neugeschäft.

"Die globale Finanzkrise hat gezeigt, dass sich die Kreditqualität in

den Banken vor allem in Aufschwungphasen entscheidet. Wir dürfen

angesichts der derzeit guten Entwicklung nicht nachlässig werden,

denn Kreditvergabe nach laxen Standards im Aufschwung führt danach zu

hohen Quoten notleidender Kredite.", so die Vorstände der FMA, Helmut

Ettl und Klaus Kumpfmüller.

Der Anteil der notleidenden Kredite in den konsolidierten

Bankbilanzen österreichischer Banken konnte im dritten Quartal 2017

gemäß Europäische Kommission auf 3,8 % gesenkt werden. Neben der

Abschreibung und Verwertung hatten auch Verkäufe von Portfolien

notleidender Kredite einen wesentlichen Anteil an dieser Reduktion.

Besonders stark hat der Anteil notleidender Haushalts- und

Unternehmenskredite in den Tochterbanken in Zentral-, Ost- und

Südosteuropa abgenommen (von 13,9 % auf 7,5 %*), aber auch in

Österreich selbst ist es zu einer leichten Reduktion auf niedrigem

Niveau gekommen (4,7% auf 3,2%). Zahlen der EZB und der Europäischen

Bankenregulierungsbehörde (EBA) zeigen, dass die österreichischen

Banken damit unter dem Gesamtdurchschnitt der EU liegen. Zudem

verfügen österreichische Banken über im europäischen Vergleich hohe

Deckungsquoten (Wertberichtigungen im Verhältnis zu notleidenden

Krediten) - während der Wert für europäische Banken bei 50,7 % liegt,

verfügen österreichische Banken über eine Deckungsquote von 63,8%.

Insgesamt ist somit für die österreichischen Banken keine

unerwarteten Belastungen zu rechnen

Der Abbau und die ausreichende Bevorsorgung von notleidenden

Krediten haben für die Aufsicht in Österreich seit Ausbruch der

Finanzkrise oberste Priorität. Sie sind daher auch Resultat einer

konsequenten Aufsichtstätigkeit. Das Thema Kreditvergabestandards,

insbesondere bei Wohnimmobilien, wird auch weiterhin im Fokus der

Aufsicht in Österreich bleiben. "Die rechtzeitige Bevorsorgung von

Krediten ist in jedem Fall eine sinnvolle, vorausschauende Maßnahme,

von der sowohl Banken als auch die Wirtschaft als Ganzes profitieren

werden. Im aktuell guten konjunkturellen Umfeld profitieren Banken

von sehr niedrigen Kreditrisikokosten. Eine konjunkturelle Eintrübung

oder Änderungen im Zinsumfeld könnten dies jedoch rasch ändern,

sodass die Banken das aktuelle Zeitfenster nützen müssen, um ihre

Ertragskraft zu stärken", so OeNB Vize-Gouverneur Mag. Andreas

Ittner.

Mit den Maßnahmen von Kommission und SSM werden Banken künftig

europaweit einheitlich verpflichtet, notleidende Kreditforderungen

innerhalb von zwei Jahren (unbesicherte) bzw. sieben Jahre

(besicherte) wertzuberichtigen oder anderweitig vom Kernkapital

abzuziehen. Die Initiativen der Europäischen Institutionen sind dabei

in die Zukunft gerichtet. Der Regulierungsvorschlag der Kommission

gilt für Kredite, die nach seinem in Kraft treten vergeben werden.

Der Text des Vorschlags der Europäischen Kommission ist abrufbar

unter:

[https://ec.europa.eu/info/publications/180314-proposal-non-performin

g-loans_en]

(https://ec.europa.eu/info/publications/180314-proposal-non-performin

g-loans_en)

*Der Prozentsatz bezieht sich auf das zweite Quartal 2017.

Rückfragehinweis:

Finanzmarktaufsicht

Klaus Grubelnik (FMA-Mediensprecher)

+43/(0)1/24959-6006 oder +43/(0)676/882 49 516

Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/694/aom

*** OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER

INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT ***

OTS0170 2018-03-14/15:28

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