AstraZeneca-Aktie freundlich: 'Verzerrung der Wahrnehmung' des Vakzins in Deutschland - Entwicklerin von Uni Oxford ausgezeichnet | 05.03.21 | finanzen.at

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Weg aus der Pandemie 05.03.2021 16:25:00

AstraZeneca-Aktie freundlich: 'Verzerrung der Wahrnehmung' des Vakzins in Deutschland - Entwicklerin von Uni Oxford ausgezeichnet

AstraZeneca-Aktie freundlich: 'Verzerrung der Wahrnehmung' des Vakzins in Deutschland - Entwicklerin von Uni Oxford ausgezeichnet

"In Deutschland wird der Impfstoff vor allem bei Jüngeren, also Berufstätigen eingesetzt. Diese haben generell stärkere Immunreaktionen und können sich - anders als Rentner - auf der Arbeit krank melden", sagte Klaus Hinterding, deutscher Vize-Chef des Pharmaunternehmens, der Deutschen Presse-Agentur. "Das hat in Deutschland zu einer Verzerrung der Wahrnehmung geführt."

In vielen deutschen Regionen lag das Mittel von AstraZeneca, das gemeinsam mit der renommierten Universität Oxford entwickelt wurde, in den vergangenen Tagen und Wochen auf Halde - auch, weil etliche Bürger ihre Impfangebote nicht wahrnehmen. Nach ersten Studiendaten und Berichten hatten viele das Mittel wohl für deutlich weniger wirksam oder sicher gehalten als die Impfstoffe von BioNTech oder Moderna. "Ich weiß gar nicht, ob wirklich etwas schief gelaufen ist", sagte Hinterding mit Blick auf das Imageproblem. "Es gingen unglaublich viele Zahlen durch die wissenschaftliche Literatur und auch durch die Tagespresse", so der Vize-Chef. "Das Wesentliche war immer, dass der Impfstoff mit ganz großer Wirksamkeit vor schweren Verläufen der Krankheit schützt."

Ein weiterer Grund für die großen Mengen an Impfdosen, die derzeit in deutschen Kühlschränken liegen, ist auch, dass vielerorts die zweite Dosis für eine Impfung zurückgelegt wird, um sie beim zweiten Termin des Patienten parat zu haben. Anderswo, unter anderem in Großbritannien, vertraut man auch den Liefernachschub und impft, was da ist. Auch wenn AstraZeneca Schwankungen bei den Lieferungen nicht ausschließen wollte, sagte Hinterding: "Ich persönlich würde keine Unmengen an Impfdosen im Kühlschrank liegen lassen." Es bestünde aber keine Gefahr, dass Impfstoff tatsächlich verfalle. Bei Kühlschranktemperaturen sei das Vakzin bis zu sechs Monate haltbar.

Nach neuen Studiendaten aus England und Schottland, die die Wirksamkeit und Sicherheit des Impfstoffs auch bei älteren Menschen eindeutig belegen, hat die Ständige Impfkommission (Stiko) das Mittel von AstraZeneca mittlerweile auch für Menschen über 65 Jahren empfohlen. In vielen anderen Ländern wurden schon von Beginn an alle Altersgruppen damit geimpft. Die neue Freigabe könnte den Impf-Stau in Deutschland entspannen. "Ich bin davon überzeugt, dass es sich in die richtige Richtung entwickelt", sagte Hinterding. "Die Impfungen sind der einzige Weg aus der Pandemie. Ohne den AstraZeneca-Impfstoff schaffen wir es nicht. Diese Erkenntnis wird sich durchsetzen."

In dieser Woche ist erstmals die Lieferung von 250 000 AstraZeneca-Impfdosen aus der EU nach Australien gestoppt worden. Es war die erste Maßnahme dieser Art, nachdem die EU eine Exportkontrolle von Impfstoffen eingeführt hatte, um eine Benachteiligung der Staatengemeinschaft zu verhindern. Zu Anträgen auf Ausfuhren aus der Europäischen Union und konkret zugesagten Liefermengen wollte Hinterding sich jedoch nicht äußern.

Entwicklerin von Uni Oxford für AstraZeneca-Impfstoff ausgezeichnet

Die federführende Entwicklerin des AstraZeneca-Impfstoffs, Sarah Gilbert, erhält für ihren Beitrag zum Allgemeinwohl eine wichtige Auszeichnung. Die Royal Society of Arts verleiht der Immunologin die Albert-Medaille, die vor Gilbert bereits historische Größen wie Stephen Hawking, Marie Curie oder Winston Churchill erhalten haben. "Die Albert-Medaille zelebriert die Innovativsten, und der Oxford-Impfstoff ist ein großer Triumph für britische Kreativität, Forschung und Entwicklung", sagte der Chef der Royal Society of Arts, Matthew Taylor, laut einer Mitteilung von Freitag. Die Uni Oxford und das Unternehmen AstraZeneca hatten den Impfstoff gemeinsam entwickelt.

Gilbert, die seit 1994 an der Universität Oxford forscht und das Entwicklungsteam hinter dem Oxford/AstraZeneca-Vakzin leitete, bezeichnete die Medaille als "große Ehre". Von Anfang an sei es ihr Ziel gewesen, einen "Impfstoff für die Welt" zu entwickeln - also einen, der kostengünstig und robust auch in ärmeren Ländern eingesetzt werden kann. Anders als der Impfstoff etwa von Biontech (BioNTech (ADRs)) und Pfizer muss das Mittel von AstraZeneca nur bei Kühlschranktemperaturen gelagert werden.

Auch die Biontech-Gründer sind für ihre Forschung geehrt worden: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier wird dem Ehepaar Özlem Türeci und Ugur Sahin am 19. März das Große Verdienstkreuz mit Stern des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland überreichen.

London kritisiert Lieferstopp von AstraZeneca-Impfstoff durch EU

Die britische Regierung hat sich kritisch zum kürzlich gestoppten Export von Astrazeneca-Impfstoff von Italien nach Australien geäußert. "Die weltweite Erholung hängt von internationaler Zusammenarbeit ab und wir sind alle auf globale Zusammenarbeit angewiesen. Beschränkungen einzuführen, gefährdet die globalen Bemühungen, das Virus zu bekämpfen", sagte ein Sprecher von Premierminister Boris Johnson am Freitag zu Reportern.

Der Sprecher fügte hinzu: "Wir erwarten, dass sich die EU weiterhin an ihre Zusagen hält." EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen habe in einem Gespräch mit Johnson Anfang des Jahres versichert, dass der Exportkontrollmechanismus der EU dazu gedacht sei, Transparenz herzustellen und nicht Unternehmen davon abzuhalten, ihre vertraglichen Verpflichtungen zu erfüllen.

Am Donnerstag war in Brüssel bekannt geworden, dass Italien die Lieferung von 250 000 Dosen des britisch-schwedischen Herstellers Astrazeneca an Australien verhindert hat. Damit wurde erstmals die Corona-Impfstoff-Ausfuhr aus der EU in einen Drittstaat gestoppt. Die Exportkontrollen richten sich besonders gegen Hersteller, die ihre EU-Lieferpflichten nicht erfüllen.

So bewegt sich die AstraZeneca-Aktie

Die Aktien von AstraZeneca steigen im Londoner Handel zwischenzeitlich um 0,48 Prozent auf 68,81 GBP.

HAMBURG/LONDON/OXFORD (dpa-AFX)

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Bildquelle: Elzbieta Krzysztof / Shutterstock.com

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