Delisting 11.03.2020 14:48:00

Axel Springer rechnet mit Rückzug von der Börse im Mai

Axel Springer rechnet mit Rückzug von der Börse im Mai

Das sogenannte Delisting wird "voraussichtlich am 4. Mai wirksam", wie Finanzvorstand Julian Deutz am Mittwoch bei der Vorstellung des Geschäftsberichts 2019 in Berlin sagte. Axel Springer will schneller als bislang in seinen Digitalgeschäftsbereichen wachsen und schloss dazu im vergangenen Jahr eine strategische Kooperation mit dem US-Finanzinvestor Kohlberg Kravis Roberts (KKR).

Bis zum 20. März läuft noch das KKR-Angebot an die Streubesitz-Aktionäre, deren Anteile vor dem Börsenrückzug zu übernehmen. Der Springer-Vorstandsvorsitzende Mathias Döpfner betonte: "Mit KKR haben wir einen starken Partner und Großaktionär gewonnen, mit dem wir in eine neue Phase langfristigen Wachstums starten wollen." Ohne den Druck der Kapitalmärkte, kurzfristig die Rendite zu maximieren, wolle man in den kommenden Jahren mit KKR vermehrt in strategische Wachstumsfelder investieren. "Wir wollen Weltmarktführer im digitalen Journalismus und bei digitalen Rubrikenangeboten werden." Döpfner sagte auch: "Der Abschied vom Kapitalmarkt ist eine Zäsur." Springer ist seit rund 35 Jahren an der Börse.

Der Konzern hatte bereits Ende Februar seine Geschäftszahlen für das Jahr 2019 veröffentlicht. Wegen des Umbaus des Mediensegments verdiente der Konzern weniger: Der bereinigte Konzernüberschuss sank um 21,5 Prozent auf 263,7 Millionen Euro. 2018 waren es 335,7 Millionen Euro gewesen. Der Umsatz ging um 2,2 Prozent auf 3,11 Milliarden Euro zurück, bereinigt lag er auf Vorjahresniveau (plus 0,1 Prozent). Auf das Ergebnis drücken vor allem Rückstellungen, die für die angekündigte Restrukturierung im Mediensegment (News Media National) gemacht wurden.

Ende September hatte der Konzern bekanntgegeben, dass er in den kommenden drei Jahren Millionenbeträge bei seinen Marken "Bild" und "Welt" investieren, zugleich aber im Konzern auch in den Bereichen, wo das Geschäft rückläufig ist, Personal reduzieren wolle.

Dazu läuft auch ein Freiwilligenprogramm mit finanziellen Anreizen für einen Jobwechsel. Döpfner betonte, dass das Freiwilligenprogramm insgesamt sehr gut und konstruktiv laufe, so dass man zuversichtlich sei, dass das Mittel von betriebsbedingten Kündigung am Ende nicht gebraucht werde. Ein Großteil der Kosteneinsparziele sei erreicht durch Fluktuation, Vorruhestands- und Freiwilligenmodelle.

/rin/DP/jha

BERLIN (dpa-AFX)

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Bildquelle: Charles Yunck/Axel Springer,Axel Springer SE