24.11.2014 14:10:00

Balkan stöhnt unter faulen Krediten - EBRD will Sanierer bringen

Die Banken auf dem Balkan stöhnen unter einer stetig steigenden Last fauler Kredite. Die Ausfallsquoten liegen jenseits der 20 Prozent. Für die Förderbank EBRD ist der Berg an notleidenden Krediten, der die Geldhäuser schwächt sowie Investitionen und Wachstum untergräbt, eines der gravierendsten Probleme der Region. Nicht nur öffentliche Hand und Banken selbst sind nach Ansicht der EBRD gefordert.

Die EBRD sei dabei, externe Investoren in die Region zu bringen, die bei Restrukturierungen und Risikoabbau helfen sollen, sagte EBRD-Präsident Suma Chakrabarti am Montag bei einer Notenbankkonferenz in Wien. Chakrabarti äußerte sich zufrieden, dass die Lösung des Problems der faulen Kredite als ein Schwerpunkt in der so genannten "Wiener Initiative" erneuert worden ist. Vor Ort brauche es neben Aktionsplänen allerdings ein rechtliches Umfeld, das zu Restrukturierungen ermutige. Die EBRD selber ist in zahlreiche Sanierungsmaßnahmen in Ost-/Südosteuropa eingebunden.

Vermehrt sei die EBRD derzeit dabei, Investoren in die Region zu bringen, die auf derartige Restrukturierungsprozesse spezialisiert sind. Damit sollen lokale Banken wieder in die Lage versetzt werden, sich auf die Vergabe neuer Kredite konzentrieren zu können.

Der EBRD-Chef nannte in seinem Vortrag heute Vormittag die Hypo-Alpe-Adria-Balkanbanken nicht beim Namen. Die supranationale Förderbank ist aktuell aber dabei, zusammen mit dem künftigen Hypo-Aktionär US-Fonds Advent als Minderheitsaktionär bei der noch am österreichischen Staat hängenden Hypo-Südosteuropabank einzusteigen.

Trotz des im Krisengefolge entstandenen Überhangs an faulen Krediten, weiter enttäuschender Konjunkturaussichten auf dem West-Balkan und anhaltender Rezession in Kroatien und Serbien sieht die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung in Südosteuropa eine Region mit enorm viel Potenzial.

Für den Gouverneur der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB), Ewald Nowotny, lässt sich die Region Zentral/Ost/Südosteuropa immer weniger über einen Kamm scheren. Zwischen Polen, das EU-weit auf die höchsten Wachstumsraten kommt, und dem negativen Extrembeispiel Ukraine liege die Region Südosteuropa mit gehörigen Unsicherheiten. "Die Krise hat gezeigt, dass der bisher beachtliche Aufholprozess weder automatisch von statten geht noch unumkehrbar ist", so Nowotny. Einige Länder hätten sich dank stabiler industrieller Basis von chronischen Ungleichgewichten befreien können. Der krisenbedingte Rückgang des EU-weiten Investitionsniveaus habe aber negative Folgen für das jetzige und das künftige Wachstum.

(Schluss) rf/tsk

WEB http://de.ebrd.com/ http://www.oenb.at/

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