Wechsel zu Borussia Dortmund 11.05.2022 17:26:39

BVB-Aktie steigt: Kaderumbau schreitet voran - Viertligist Unterhaching verdient an Adeyemi-Transfer

BVB-Aktie steigt: Kaderumbau schreitet voran - Viertligist Unterhaching verdient an Adeyemi-Transfer

Der frühere Erstligaclub hatte beim Transfer des Stürmers im Sommer 2018 zu Red Bull Salzburg vertraglich eine Weiterverkaufsklausel abgeschlossen und erhält nun eine fixe Zahlung in Höhe von über sechs Millionen Euro mit der Option auf zwei erfolgsabhängige Tranchen in Höhe von jeweils circa einer Millionen Euro. Zudem könnte die Spielvereinigung Unterhaching Fußball GmbH & Co. KGaA an einem Transfererlös bei einem Weiterverkauf Adeyemis vom BVB an einen Dritten partizipieren, wie der Verein am Dienstagabend mitteilte.

"Ein Drittel fließt in den Bilanzausgleich und in Rücklagen, ein Drittel ins NLZ und ein Drittel in die Infrastruktur und die erste Mannschaft. Entscheidend ist für mich die Botschaft, dass wir den Großteil des Geldes nachhaltig investieren", sagte Unterhachings Vereinspräsident Manfred Schwabl im Interview "Münchner Merkur" und "tz" (Donnerstagsausgabe). "Wir wollen zur richtigen Zeit mit einem gesunden Fundament aufsteigen. Hauruck-Aktionen wird es in Haching nicht mehr geben."

Adeyemi spielte zwischen 2012 und 2018 im Nachwuchsbereich der Unterhachinger, ehe er nach Salzburg ging und dort den Durchbruch schaffte. Die Borussia hatte am Dienstag die Verpflichtung Adeyemis vom österreichischen Meister Salzburg bekanntgegeben. Der 20 Jahre alte Stürmer erhält dort einen Fünfjahresvertrag und ersetzt Erling Haaland, der zu Manchester City wechseln wird. Beide Clubs einigten sich grundsätzlich auf einen Transfer, letzte Vertragsdetails sind noch zu klären. Für den Norweger soll der BVB eine festgeschriebene Ablöse in Höhe von 75 Millionen Euro erhalten, über die Ablösesumme für Adeyemi gab es keine offiziellen Angaben. Medienberichten zufolge soll sie sich auf 30 Millionen Euro plus Boni belaufen.

Die SpVgg war in der Vorsaison aus der 3. Liga in die Viertklassigkeit abgestiegen und ist dort Tabellenfünfter.

Kaderumbau bei Borussia Dortmund im vollen Gang

Borussia Dortmund startet den nächsten Versuch, wieder näher an den FC Bayern München heranzurücken. Der Kaderumbau des BVB ist im vollen Gange. Drei deutsche Nationalspieler sind bereits fix für die neue Spielzeit, dafür verlässt Torgarant Erling Haaland das Revier. Weitere Zugänge dürften kommen.

Bereits fix:

Niklas Süle, Nico Schlotterbeck und Karim Adeyemi. Süle und Schlotterbeck sollen der immer wieder anfälligen Dortmunder Abwehr Stabilität geben. Vor allem Süle wird beweisen müssen, ob er der richtige Mann dafür ist. Den Bayern war der 26-Jährige, der immer mal wieder schwere Aussetzer zeigt, nicht mehr gut genug. Für das Kraftpaket war keine Ablöse fällig.

Für Schlotterbeck, der beim SC Freiburg eine ganz starke Saison zeigt, bezahlte der Vizemeister dagegen rund 20 Millionen Euro. "Ich habe Bock auf den Verein", sagte Schlotterbeck. Worte, die der künftige Dortmunder Sportdirektor Sebastian Kehl gerne hören wird. Denn der Lizenzspielerchef will bei künftigen Transfers ganz besonders auf Identifikation achten.

Die dürfte auch beim Königstransfers Adeyemi vorhanden sein. "Als kleiner Junge war ich fasziniert vom schwarz-gelben Tempofußball. Deshalb stand für mich schnell fest, dass ich gerne zum BVB wechseln möchte, als ich vom Dortmunder Interesse erfahren habe", sagte der Nationalstürmer, der für gut 30 Millionen Euro von Red Bull Salzburg kommt und das Angriffsspiel auf dem Flügel beleben soll.

Spieler, die gehen:

Noch nicht endgültig fix ist der Abgang von Tormaschine Erling Haaland. Allerdings teilten der börsennotierte BVB und Manchester City am Dienstag mit, dass Einigkeit bestehe und nur noch letzte Details zu finalisieren seien. Im Norweger verlieren die Dortmunder eine Torgarantie: In 88 Pflichtspielen erzielte Haaland sage und schreibe 85 Treffer seit seinem Wechsel Anfang 2020. Bei diesen Werten konnte sich der 21-Jährige seinen neuen Club am Ende aussuchen. Real Madrid, der FC Barcelona, Manchester - sie alle sollen bis zum Schluss um ihn gebuhlt haben. Da hatten andere, etwa der FC Bayern oder der FC Liverpool angesichts der aufgerufenen Summen längst abgewunken. City machte am Ende das Rennen.

Klar ist auch, dass Roman Bürki, Alex Witsel, Marcel Schmelzer, Reinier und Marin Pongracic Dortmund verlassen werden. Die sportlichen Verluste halten sich im Vergleich zu Haaland allerdings im Rahmen.

Könnten noch kommen:

Gesucht werden dürfte vor allem noch ein Ersatz für Haaland. Denn Adeyemi ist eher ein Flügelstürmer. Gerüchte gab es zuletzt um den Ex-Frankfurter Sebastien Haller von Ajax Amsterdam und Hugo Ekitike von Stade Reims. Für die defensive Außenbahn wird Ramy Bensebaini von Borussia Mönchengladbach gehandelt. Dort wurde der Algerier einst schon vom aktuellen Dortmunder Coach Marco Rose begrüßt. Fraglich scheint hier aber, ob Bensebaini die von Kehl geforderte Identifikation mit dem Club mitbringt.

BVB-Neuzugang Adeyemi sieht sich nicht als Haaland-Nachfolger

Der Dortmunder Neuzugang Karim Adeyemi hält wenig von Vergleichen mit seinem beim BVB scheidenden Vorgänger Erling Haaland. "Es ist ähnlich wie hier in Salzburg, als ich in die erste Mannschaft gekommen bin. Zufälligerweise war es wieder Erling Haaland, wo die Leute denken, dass ich der Nachfolger bin - aber das will ich ausschließen, weil ich ein ganz anderer Spieler bin", sagte der 20 Jahre alte Fußball-Nationalspieler am Mittwoch bei einer Pressekonferenz seines bisherigen Clubs aus Salzburg.

Wie Haaland vor zwei Jahren wechselt nun auch Adeyemi vom österreichischen Double-Sieger nach Dortmund. Haaland läuft von der kommenden Saison an für Manchester City auf.

Kontakte zum BVB gab es nach Aussage von Adeyemi schon länger. "Ich habe Dortmund öfter verfolgt in der Bundesliga. So hat es sich ergeben, dass ich mit den Verantwortlichen mehr in Kontakt gekommen bin, mich wohlgefühlt und diesen Schritt gemacht habe. Das kann der nächste gute Schritt werden."

Ein Gespräch mit dem ehemaligen Salzburg- und jetzigen BVB-Trainer Marco Rose habe ihn in seinem Beschluss bestärkt: "Ich kenne ihn ein wenig aus Salzburg. Von dem Trainerteam habe ich viele gute Sachen gehört. Wir haben ein offenes Gespräch geführt. Er wollte mich sehr gerne in Dortmund haben. Deswegen gehe ich mit einem guten Gefühl zum BVB."

Adeyemi hatte sich mit dem Bundesligisten am Dienstag endgültig auf einen Fünfjahresvertrag geeinigt. Als klassischer Haaland-Ersatz ist er jedoch nicht vorgesehen. Dem Vernehmen nach sucht der Tabellenzweite weiter nach einem Torjäger für die Angriffsmitte. Salzburg-Sportdirektor Christoph Freund ist zuversichtlich, dass sich der Transfer für den BVB bezahlt macht: "So wie ich Karim kenne, wird er in Dortmund Publikumsliebling werden. So wie er Fußball spielt, ist es einfach spektakulär und wird immer wieder für Raunen auf der Gelben Wand sorgen. Er wird einer der Stürmer sein, über die in den nächsten Jahren viel gesprochen wird."

Die BVB-Aktie gewinnt am Mittwoch via XETRA zeitweise 3,9 Prozent auf 3,89 Euro hinzu.

BERLIN (dpa-AFX)

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