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29.10.2019 10:59:52

Cloudprojekt Gaia-X soll schon Ende 2020 an den Start gehen

BERLIN (Dow Jones)--Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) legt für sein europäisches Cloud-Projekt "Gaia-X" Tempo vor. Bereits Ende 2020 soll das System im Livebetrieb starten, heißt es in einer 34-seitigen Skizze, in die Dow Jones Newswires Einblick hatte. "Wir werden die technische Umsetzung kraftvoll vorantreiben und schnellstmöglich erste Anwendungsfälle umsetzen", heißt es darin. Um den Zeitplan zu schaffen, ist die Gründung der zuständigen Organisation "möglichst zügig" für den Frühling kommenden Jahres geplant. Im zweiten Quartal 2020 soll der erste technische Test stattfinden.

Als Möglichkeit einer Rechtsform von Gaia-X nennt das Papier die Europäische Genossenschaft (SCE). Die Organisation soll dann die Referenzarchitektur der Dateninfrastruktur erarbeiten sowie die technischen Anforderungen und Regeln überwachen. Die Gründungspartner sollen dann auch über den künftigen Namen der Organisationen entscheiden.

Erstmals richtet sich das Wirtschaftsministerium auch explizit an nicht-deutsche Partner: "Im Sinne der das Projekt prägenden Offenheit und Anschlussfähigkeit laden wir interessierte europäische Partner, gerade aus Frankreich, ein, in den kommenden Wochen auf dieser Basis mit uns weiterzudenken."

Bislang ist mit der Atos SE nur ein einziges Unternehmen aus dem Nachbarland an Altmaiers Cloud-Initiative beteiligt. Zu den deutschen Unternehmen gehören etwa SAP, die Deutsche Telekom, Siemens, Robert Bosch und die Deutsche Bank.

Abwehr von "Oligopoltendenzen in der Plattformökonomie"

Gaia-X verfolgt das Ziel, eine transparente, datenschutzsichere und interoperable Plattform für europäische Anwender anzubieten. Bislang wird der Markt hauptsächlich von den großen US-Plattformen dominiert, insbesondere Amazon mit Amazon Web Services (AWS) vor Microsoft (Azure) und Google (Google Cloud).

In der Projektskizze heißt es, Europa stehe vor der Herausforderung, "sein liberales und soziales Wirtschafts- und Gesellschaftsmodell gegen zunehmende Abhängigkeiten von kritischen Digitaltechnologien" sowie "Oligopoltendenzen in der Plattformökonomie" zu erhalten. Internationale Spannungen, Handelskonflikte und die digitale Zweiteilung verschärften das Problem.

"Wir müssen unsere strategische Handlungsfähigkeit erhalten, um auf Dauer digital frei und selbstbestimmt agieren zu können", so das Papier. "Wir müssen dafür auch im Bereich der Daten digital souverän sein."

Insbesondere kleine und mittlere Unternehmen sollen profitieren und so europäische Wertschöpfung und Beschäftigung sichern. Gaia-X soll auf einer Art sicherem Marktplatz Anbieter, Zulieferer und Nutzer von Daten verknüpfen, sichere Transportwege schaffen und durch Verbundvorteile Effizienzen heben. Es besteht aus mehreren verknüpften, dezentralen Cloud-Infrastrukturen, wodurch das System auch bei Stromausfall weiter läuft.

Anbieter, Knoten und Services werden von unabhängigen Stellen zertifiziert. So sollen Lösungen der künstlichen Intelligenz und der Industrie 4.0 auch für kleinere Betriebe sicher nutzbar werden, lautet die Zielsetzung.

Anwendung etwa in Kliniken oder dem Finanzsektor

Beispiele sind etwa Lieferketten in der Fertigungsindustrie, Smart-Living-Anwendungen für die Wohnungswirtschaft, Krankenhäuser und Pharmaindustrien oder die öffentliche Verwaltung. Das Onlinezugangsgesetz sieht vor, dass Behörden bis Ende 2022 alle Dienstleistungen auch im Netz anbieten.

Gaia-X soll nach dem Willen des Ministeriums aber auch im Finanzsektor Anwendung finden. Banken und Börsen schließen sich derzeit zu einer "Financial Big Data Cloud" (FBDC) zusammen, um eine Datenplattform für den Finanzsektor aufzubauen. Hier könne Gaia-X helfen, das FBDC-System etwa mit der Industrie zu verknüpfen. "Wir sind überzeugt", schreiben die Entwickler und Vordenker, das Projekt biete "die richtigen Antworten auf die Herausforderungen der neuen globalen Datenökonomie".

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