Planung problematisch 26.03.2020 18:00:00

CTS-Chef zuversichtlich: 'Wir könnten 2 Jahre durchhalten' - CTS-Aktie klettert

CTS-Chef zuversichtlich: 'Wir könnten 2 Jahre durchhalten' - CTS-Aktie klettert

"Eventim ist schuldenfrei, wir könnten zwei Jahre lang durchhalten", sagte Firmenchef Klaus-Peter Schulenberg der "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (Donnerstagausgabe). Die großen Festivals seien aber auch gegen den Ausfall durch eine Pandemie versichert. Problematisch sei eher die weitere Planung. "Eine längerfristige Ansage von Seiten der Behörden bei Festivals wäre wünschenswert, ohne diese haben wir bei Absagen keinen Versicherungsschutz", sagte Schulenberg.

Man nehme zwar Kurzarbeitergeld in Anspruch und habe inzwischen 55.000 Veranstaltungen abwickeln müssen, große Sorgen macht der Manager sich aber vor allem um die Kleineren in der Branche. "Wir brauchen die enorme Vielfalt an kleinen Clubs und Veranstaltern, die meist ohnehin schon mit wenig Geld zurechtkommen müssen", so der Eventim-Chef. Kultur sei kein Luxusgut, sondern systemrelevant.

"Das große Problem sind die Vorlaufkosten", sagte Schulenberg. Für ein Konzert werde weit vor der Veranstaltung viel Geld etwa für Marketing, Technik oder die Beauftragung von Partnern ausgegeben - größtenteils finanziert mit den Einnahmen aus dem Ticketverkauf. Werden diese nun zurückgegeben, stehe der Veranstalter vor dem Aus, da die geplanten Einnahmen durch die Absagen ausblieben.

Mit 1,44 Milliarden Euro Umsatz im Jahr 2019 und rund 250 Millionen verkauften Karten jährlich ist CTS ein Schwergewicht der Branche. Eine Prognose für die im Juni angesetzten deutschen Festivals wie etwa Rock am Ring, Southside oder Hurricane wollte Schulenberg nicht abgeben.

Am Donnerstag gewann die CTS Eventim-Aktie auf der Handelsplattform XETRA 5,89 Prozent auf 40,24 Euro zu, nachdem sie zwischenzeitlich Verluste verdauen musste.

FRANKFURT (dpa-AFX)

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