Deutliche Erholung 24.08.2022 17:59:00

CTS Eventim-Aktie gesucht: CTS Eventim mit starkem Umsatzplus - bei Jahresprognose weiter vorsichtig

CTS Eventim-Aktie gesucht: CTS Eventim mit starkem Umsatzplus - bei Jahresprognose weiter vorsichtig

"Das von zahllosen Menschen so schmerzlich vermisste Live Entertainment erlebt diesen Sommer ein beeindruckendes Comeback, das sich unmittelbar in unserer Geschäftsentwicklung widerspiegelt", sagte Konzernchef Klaus-Peter Schulenberg bei der Vorlage des Zwischenberichts zum ersten Halbjahr am Mittwoch in München laut Mitteilung. Zu konkreten Prognosen für Umsatz und Ergebnis kann sich die CTS-Führung jedoch weiterhin nicht durchringen.

Nach Ansicht von Analyst Henrik Paganetty vom Investmenthaus Jefferies sind die Resultate des Ticketvermarkters und Konzertveranstalters deutlich besser als erwartet ausgefallen. Die Zahlen zum zweiten Quartal hätten nicht nur über den eigenen Erwartungen gelegen, sondern auch über dem Vor-Corona-Niveau des Rekordjahres 2019, schrieb Analyst Thomas Maul von der DZ Bank. Einziger Wermutstropfen sei die weiterhin fehlende konkrete Ergebnisprognose für das

Jahr 2022.

"Der kraftvolle Neustart von Kulturveranstaltungen und Live Events macht uns sehr optimistisch, dass für unsere Branche nach über zwei sehr schwierigen Jahren nun endlich der Wendepunkt zum Besseren erreicht ist", sagte Schulenberg. Allerdings erinnerten deutlich gestiegene Kosten, Personalmangel, drohende Energieknappheit und Ungewissheit über die weitere Corona-Entwicklung daran, dass die Krise für die gebeutelte Veranstaltungswirtschaft noch nicht vorbei sei.

Dass das Management keine konkrete Geschäftsprognose für das laufende Jahr abgibt, begründete es vor allem mit möglichen weiteren Infektionswellen in diesem Jahr. Zwar hätten ab dem Frühling Veranstaltungen wieder ohne wesentliche Einschränkungen durchgeführt werden können; allerdings sei derzeit nicht sicher, wie sich die Pandemie ab dem Herbst entwickeln werde.

Zudem seien künftige Auswirkungen des Russland-Ukraine-Krieges auf den europäischen Raum derzeit noch nicht abzuschätzen. Sollten sich aber aus den zuvor genannten Gründen keine wesentlichen Belastungen ergeben, werde ein deutlich höheres Ergebnis als im vorigen Jahr erwartet, hieß es.

Im ersten Halbjahr erzielte CTS Eventim einen Umsatz von mehr als 734 Millionen Euro und damit gut elfmal so viel wie im von Lockdowns geprägten Vorjahreszeitraum. Vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Sondereffekten (bereinigtes Ebitda) stand ein Gewinn von 129 Millionen Euro nach gut 79 Millionen ein Jahr zuvor. Unter dem Strich entfiel auf die Aktionäre ein Gewinn von 66 Millionen Euro. Das ist weit mehr als doppelt so viel wie im ersten Halbjahr 2021.

Starkes Quartal gibt CTS Eventim-Aktie trotz fehlender Jahresziele Auftrieb

Der Quartalsbericht von CTS Eventim samt weiterhin fehlender Jahresziele hat die Aktie des Veranstaltungsdienstleisters am Mittwoch auf Berg- und Talfahrt geschickt. Nach einem kräftigen Auf und Ab im XETRA-Handel, das in der Spitze bei 56,05 Euro endete und im Tief bei 52,75 Euro, ging es letztlich noch um 2,59 Prozent auf 55,50 Euro hoch. Damit zählte das Papier zu den Spitzenwerten im MDAX.

Kurzzeitig übersprang die Aktie von CTS Eventim auch wieder die den kurzfristigen Trend signalisierende 21-Tage-Linie. Sie verläuft aktuell bei knapp unter 55,40 Euro und stellt einen Widerstand für das Papier dar, den es nachhaltig zu überwinden gilt.

Das zweite Quartal liege ein gutes Stück über den Markterwartungen, hob ein Händler positiv hervor. Der Umsatz etwa sei über das Niveau von 2019 gestiegen und habe sich damit von der Corona-Pandemie deutlich erholt. Analysten hätten sich zwar angesichts von Andeutungen zu den Ticketverkäufen und mit Blick auf die Ergebnisse internationaler Konkurrenten bereits ein gutes Quartal erhofft, doch ein solch starker Geschäftsauftrieb sei nicht erwartet worden.

Ein weiterer Händler merkte allerdings an, dass es nur wenige Schätzungen gegeben habe und auch keine vorangegangene Indikation durch das Management. Zudem könnten höhere Lebenshaltungskosten in den kommenden Monaten zu einer geringeren Nachfrage nach Live-Veranstaltungen führen. "Allerdings", so blieb auch er optimistisch, "gibt es auch eine Ticketpreisinflation im zweistelligen Bereich, und da die Kosten bei CTS weniger stark steigen, wirkt sich dies positiv auf die Betriebsmargen aus." Dieser Händler rechnet daher mit steigenden Konsensschätzungen für das bereinigte operative Jahresergebnis und bleibt für die Aktie weiter positiv gestimmt.

Beeindruckt zeigte sich auch DZ-Bank-Analyst Thomas Maul: "Die Zahlen zum zweiten Quartal liegen mehr als zehn Prozent über unseren Erwartungen und über dem Vor-Corona-Niveau des Rekordjahres 2019." Zudem hob er insbesondere den starken Anstieg der Ticketmenge im Vergleich zu 2019 hervor. Wegen eines höheren Online-Anteils und einer schlankeren Kostenstruktur habe sich daher die Profitabilität deutlich verbessert, wobei rund zwei Drittel der Profitabilitätssteigerung ihm zufolge durchaus nachhaltig sein könnte.

Ein Wermutstropfen sei dennoch, dass CTS trotz der starken Geschäftsentwicklung im ersten Halbjahr die Unsicherheiten über den Pandemieverlauf und geopolitische Unwägbarkeiten betont hat und eine konkrete Prognose für 2022 weiterhin schuldig geblieben sei.

MÜNCHEN / FRANKFURT (dpa-AFX)

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