01.11.2019 09:17:21

Danske Bank nach Gewinneinbruch zurückhaltender - Aktie gibt nach

Die von einem Geldwäscheskandal erschütterte Danske Bank hat nach einem Gewinneinbruch in den ersten neun Monaten ihre Ziele für das Gesamtjahr gesenkt.

Der Überschuss fiel von Januar bis September um 14 Prozent auf zehn Milliarden Kronen (umgerechnet 1,34 Milliarden Euro), wie das größte dänische Geldhaus am Freitag mitteilte. "Die herausfordernden Trends des ersten Halbjahres setzten sich auch im dritten Quartal fort und wirkten sich negativ auf die Ergebnisse aus", sagte der Vorstand. Die Aktien fielen im frühen Handel um rund drei Prozent.

Wie viele andere Kreditinstitute bekam auch die Danske Bank das anhaltend niedrige Leitzinsniveau zu spüren. Die Zinserträge fielen um sieben Prozent auf 5,5 Milliarden Euro. Dafür legten die Provisionserträge, eine weitere wichtige Ertragsquelle für Banken, um knapp neun Prozent auf 4,1 Milliarden Euro zu. Für das Gesamtjahr zeigte sich der Vorstand zurückhaltender und rechnet nun mit einem Ergebnis am unteren Ende der in Aussicht gestellten Spanne von 13 Milliarden bis 15 Milliarden Kronen. Ab dem kommenden Frühjahr wird Commerzbank-Finanzvorstand Stephan Engels die Finanzen der Danske Bank verantworten. Sein Wechsel von Frankfurt nach Kopenhagen wurde Anfang September bekannt.

Das Geldhaus arbeitet derzeit den massiven Geldwäscheskandal auf, der von der Danske-Filiale in Estland ausging und die gesamte Branche erschüttert hat. Über die estnische Niederlassung wurden von 2007 bis 2015 verdächtige Zahlungen in einem Volumen von 200 Milliarden Euro abgewickelt. In mehreren Ländern laufen Ermittlungen gegen das Institut. Auch die Deutsche Bank ist in den Skandal verstrickt, sie war jahrelang als Korrespondenzbank für die Danske Bank tätig.

Die Geschäftsstelle in Estland hat ihre Pforten mittlerweile geschlossen. Am Freitag wurde zudem bekannt, dass die russische Zentralbank der Danske Bank in Russland die Lizenz entzogen hat. Gründe dafür nannte die Behörde zunächst nicht.

Kopenhagen (Reuters)

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