Sewing übernimmt 05.07.2019 17:54:42

Deutsche Bank-Aktie kräftig im Plus: Investmentbankchef Ritchie tritt Ende Juli zurück

Deutsche Bank-Aktie kräftig im Plus: Investmentbankchef Ritchie tritt Ende Juli zurück

Konzernchef Christian Sewing übernehme im Vorstand die Verantwortung für die zuletzt schwächelnde Unternehmens- und Investmentbank. Weitere Details zum Führungsteam des Geschäftsbereichs werde die Bank zu gegebener Zeit bekanntgeben, teilte der DAX-Konzern am Freitag in Frankfurt mit.

Der derzeitige Chef der Sparte, der Brite Garth Ritchie, werde die Bank "in gegenseitigem Einvernehmen" verlassen und zum 31. Juli als Vorstandsmitglied zurücktreten. Er stehe der Bank aber noch bis Ende November 2019 beratend zu regulatorischen Fragen rund um den britischen EU-Austritt (Brexit) zur Verfügung.

An der Börse kam die Nachricht hervorragend an. Die seit langem schwer gebeutelte Aktie der Deutschen Bank legte in der Folge deutlich zu und lag zum Handelsende 2,47 Prozent bei 7,18 Euro im Plus.

Der Abgang Ritchies ist keine Überraschung, schließlich hat die Bank seit Sewings Amtsantritt im April 2018 das Investmentbanking bereits gestutzt. Und nun drohen weitaus heftigere Einschnitte: Seit Tagen wird in Medienberichten über den Abbau von konzernweit 15 000 bis 20 000 Vollzeitstellen spekuliert.

Erwartet wird, dass es vor allem das Investmentbanking treffen wird. Dazu zählen traditionell der Handel mit Wertpapieren und Devisen aller Art sowie die Betreuung von Firmenübernahmen, Fusionen und Börsengängen. Vor allem das US-Geschäft könnte Deutschlands größtes Geldhaus weiter zusammenstreichen.

Der im Jahr 1968 geborene Ritchie war erst im April 2018 vom Aufsichtsrat zu einem von zwei Stellvertretern des damals auf den Chefposten beförderten Sewing ernannt worden. Vorstandsmitglied war Ritchie, der 1996 zur Deutschen Bank gekommen war, seit dem 1. Januar 2016.

Doch die Geschäfte in seiner Sparte liefen unter dem Strich zuletzt schlecht. In den vergangenen beiden Quartalen schrieb die Investmentbank rote Zahlen. Schon als Sewing bei der Hauptversammlung im Mai einen radikalen Konzernumbau ankündigte, ließ er keinen Zweifel daran, dass bei den Kürzungen eben dieses Kapitalmarktgeschäft im Zentrum stehen würde.

Für viel Kritik auf Aktionärsseite sorgte zudem die vergleichsweise üppige Bezahlung Ritchies. 8,6 Millionen Euro kassierte der Manager inklusive Boni für das Geschäftsjahr 2018 - mehr als Sewing (7 Mio Euro) und fast genauso viel wie die sieben Vorstände der Commerzbank zusammen, die beinahe zum Fusionspartner der Deutschen Bank geworden wäre. Allein 3 Millionen gestand der Aufsichtsrat Ritchie wegen dessen federführender Rolle bei den Brexit-Vorbereitungen des größten deutschen Geldhauses zu.

/ben/DP/stw

FRANKFURT (dpa-AFX)

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