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Deutsche FinTech-Gruppe vor Verkauf - Österreichs Post hat ein Paket

Deutsche FinTech-Gruppe vor Verkauf - Österreichs Post hat ein Paket

Bis 20. August können Bieter unverbindliche Angebote für die Firma abgeben, die sich in Flatex-Bank umbenennen will, schreibt das deutsche "Handelsblatt" unter Berufung auf Finanzkreise.

An der deutschen FinTech Group ist bisher auch die börsennotierte Österreichische Post AG beteiligt. FinTech war von der Post nach dem Ende von deren langjähriger Finanzpartnerschaft mit der BAWAG im Herbst 2018 als neuer Kooperationspartner auserkoren worden. Ein geplantes Joint Venture ist aber Ende November 2018 geplatzt. Im Zuge dieser Joint-Venture-Verhandlungen hat sich die Post mit ursprünglich 6,5 Prozent an der FinTech Group beteiligt. Aus dem Post-Jahresfinanzerbericht 2018 geht hervor, dass der Anteil um 14,4 Mio. Euro abgewertet wurde. Zum 31. Dezember stand laut Jahresbericht FinTech mit 20,5 Mio. Euro in den Post-Büchern.

Für die FinTech Group AG sollen sich unter anderen die US-Investmentbank Goldman Sachs und die UOB-Bank aus Singapur interessieren. Interesse nachgesagt werde auch der US-Bank Morgan Stanley, sie könnte aber auch ein Private-Equity-Haus in der Causa unterstützen. Der Zeitung "Die Welt" zufolge sollen bis zu 20 Kandidaten in Frage komme, wobei Morgan Stanley vorsichtshalber schon eine Position von knapp 5 Prozent an der FinTech Group aufgebaut haben soll.

Die Interessenten strebten eine Komplettübernahme an und wollten die FinTech Group von der Börse nehmen, heißt es. Übernahme und Delisting seien einfach, da die Aktie im nicht regulierten Markt notiert sei und große Anteile in der Hand weniger Aktionäre lägen, heißt es in den von der Investmentbank Lazard erstellten Verkaufsunterlagen, aus denen das Handelsblatt zitierte.

Die fünf größten Aktionäre der FinTech, zu denen Flatex-Gründer Bernd Förtsch, der Finanzinvestor Heliad - der rund 10 Prozent hält und angeblich auf einen Verkauf drängt - sowie die österreichische Post zählen, halten demnach 53 Prozent der Anteile. Das Management besitzt etwa 7 Prozent. An der Börse ist die FinTech Group mit rund 470 Mio. Euro bewertet.

Berenberg hingegen schätzt den inneren Firmenwert auf 33 Euro je Aktie, was einer Gesamtsumme von über 620 Mio. Euro entspräche. Darin spiegelten sich unter anderem Wachstumsaussichten durch Expansionspläne wider. Den vom "Handelsblatt" zitierten Unterlagen zufolge will das Unternehmen (500 Mitarbeiter, 125 Mio. Euro Umsatz), das bisher in Deutschland, Österreich und den Niederlanden aktiv ist, bis Anfang 2021 auch nach Spanien, Frankreich, Italien und Schweden expandieren.

(Schluss) rf/stf

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Bildquelle: OkFoto / Shutterstock.com,Österreichische Post AG