Jahr der Erholung 22.02.2021 06:26:00

Die größten Anlagetrends für das Jahr 2021

Die größten Anlagetrends für das Jahr 2021

• Erholung der Wirtschaft dürfte 2021 voranschreiten
• Nachhaltigkeit und Digitalisierung sind die Top-Trends des Jahres
• Inflationsgefahr befeuert Interesse an Gold, Silber & Bitcoin

Aufgrund der rapiden Erholung an den globalen Finanzmärkten in der zweiten Jahreshälfte 2020 und den weiterhin bestehenden Herausforderungen rund um die COVID-19-Pandemie erscheinen die Bewertungen an der Börse in manchen Sektoren schon jetzt als sehr hoch.

Die Zeichen stehen auf Erholung

Dennoch gehen viele Experten davon aus, dass die Erholung an den Märkten im Jahr 2021 weiterlaufen dürfte. "2020 wird wohl als eines der schwierigsten Jahre in die Wirtschaftsgeschichte eingehen - 2021 dürfte aber im Zeichen wirtschaftlicher Erholung stehen", so die Anlage-Expertin Karen Watkin von Alliance Bernstein in einem Interview mit dem Wirtschaftsmagazin "Das Investment".

Gerade die anhaltende Unterstützung durch die Politik und die Notenbanken dürften die wirtschaftliche Erholung in diesem Jahr weiter befeuern. So ist es wahrscheinlich, dass die Leitzinsen weiter auf einem niedrigen Niveau gehalten werden, was vielen Staaten die Möglichkeit gibt, diverse Konjunkturprogramme in die Wege zu leiten. Entsprechend dieser sehr positiven Vorzeichen gehen die Analysten der Züricher Privatbank Julius Bär sogar davon aus, dass die weltweite Wirtschaftsleistung im zweiten Halbjahr 2021 wieder ihr Vorkrisenniveau erreichen wird.

Die kurzfristigen Gewinner sind nicht unbedingt die langfristigen Profiteure

Während inmitten des sogenannten Corona-Crashs alle Branchen und Sektoren fast gleichermaßen erfasst wurden, dürfte die Erholung im Jahr 2021 sehr differenziert vonstattengehen. Zwar ist davon auszugehen, dass die Pandemie einige Langzeittrends beschleunigt hat, kurzfristig dürften jedoch eher die etwas konservativeren Branchen hervorstechen. Vorteilhafte Kaufgelegenheiten könnten sich aus diesem Grund aktuell gerade bei Titeln ergeben, welche im vergangenen Jahr einen schweren Nachfrageeinbruch erlebt haben. Dazu zählen vornehmlich Unternehmen aus den Sektoren Industrie, Energie, Finanzen und Immobilien.

So notieren die Energie- und Immobilien-Aktien aus dem S&P 500 auf 52-Wochen-Sicht aktuell durchschnittlich rund 30 und 10 Prozent tiefer. Im gleichen Zeitraum konnte der US-Technologieindex NASDAQ 100 gut 40 Prozent hinzugewinnen. Entsprechend dieser Gegebenheit ist es nicht unwahrscheinlich, dass in den kommenden Monaten gerade Unternehmen, welche als Corona-Verlierer gemieden wurden, wieder stark an Beliebtheit gewinnen. Diese mögliche Entwicklung darf jedoch nicht über die tatsächlichen Trends des Jahres 2021 bzw. des nächsten Jahrzehnts hinwegtäuschen, diese gehen nämlich weit über eine klassische Sektor-Rotation hinaus.

ESG wird 2021 zum beherrschenden Thema

Die drei magischen Buchstaben ESG (Environment, Social und Governance) haben sich mittlerweile als Standard der nachhaltigen Geldanlage etabliert und werden im laufenden Jahr weiter an Relevanz gewinnen. Zwar wächst das Interesse von Investoren an nachhaltigen Geldanlagen schon seit einigen Jahren, die Pandemie hat diesem grünen Anlagetrend nun jedoch erneuten Schwung verliehen.

Dementsprechend werden Anleger besonders im Jahr 2021 gut beraten sein, wenn sie ihre persönlichen Aktienfavoriten einem Nachhaltigkeitscheck unterziehen. In diesem Zusammenhang sollte darauf geachtet werden, dass sich der Fokus der Geldanlage nicht nur auf das "E" für Environment bzw. Umwelt beschränkt, sondern ebenfalls auch das "S" für Social und das "G" für Governance berücksichtigt.

Denn entgegen der landläufigen Meinung hat ein Unternehmen, welches sich z.B. auf die Herstellung von Photovoltaikmodulen konzentriert, nicht automatisch ein hohes ESG-Rating nur aufgrund der Tatsache, dass es im Bereich der erneuerbaren Energien tätig ist. Investoren, die ihr Portfolio auf ESG-Grundsätze überprüfen oder umstellen möchten, sollten also auch soziale Aspekte wie das gesellschaftliche Engagement eines Konzerns und Faktoren einer nachhaltigen Unternehmensführung berücksichtigen.

Die Digitalisierung schreitet weiter voran

Zwar glauben viele Kapitalmarktexperten, dass es im Jahresverlauf zu einer Sektor-Rotation kommen wird, welche wahrscheinlich auch zulasten einiger Technologiewerte geht, dennoch dürfte es sich hierbei "eher um eine Aufholbewegung, weniger um den Start einer generellen Phase der Outperformance von Value-Titeln [handeln]", so die Einschätzung von Carsten Mumm, dem Chefvolkswirt beim Bankhaus Donner & Reuschel.

Entsprechend könnten sich die Bewertungsunterschiede zwischen Growth- und Value-Aktien in den nächsten Monaten weiter verringern. "Bei Technologiewerten stimmt natürlich der langfristige Trend, kurzfristig könnte es aber aufgrund der teilweise hohen Bewertungen sein, dass sie sich in den kommenden Monaten schlechter entwickeln als die Titel anderer Branchen", so auch die Einschätzung von Ulrich Stephan, Anlagestratege der Deutschen Bank.

Das Thema Tech-Aktien und Digitalisierung ist somit, trotz der hervorragenden Entwicklung der großen NASDAQ-Aktien wie z.B. Apple, Amazon und Tesla im Jahr 2020, auch in diesem Jahr höchst relevant. Denn neben der Tendenz zur Nachhaltigkeit hat die Corona-Pandemie auch den Trend zur Digitalisierung und Technologisierung verstärkt.

Für Anleger, die von diesem absoluten Megatrend profitieren möchten, könnte es sich auszahlen, wenn sie einen Teil ihres Kapitals bis zur Jahresmitte zusammenhalten. Denn die atemberaubenden Umsätze, welche die großen US-Technologieunternehmen im zweiten Quartal 2020 aufgrund eines fast weltweiten Lockdowns erzielt haben, werden im zweiten Quartal 2021 höchstwahrscheinlich nicht übertroffen. So ist es zum gegenwertigen Zeitpunkt durchaus denkbar, dass sich die ein oder andere Tech-Aktien bis zur Jahresmitte vergünstigt.

Gold, Silber und Bitcoin dürften ihre Kursrally 2021 fortsetzen

Die immer aggressiveren geld- und fiskalpolitischen Maßnahmen bzw. die Reflation der Notenbanken und Regierungen dürften im Jahr 2021 ebenfalls dazu beitragen, dass Edelmetalle wie Gold und Silber bzw. Digitalwährungen wie Bitcoin und Litecoin ihre Kursrally weiter fortsetzen.

Denn die extreme Ausweitung der Geldmenge wird früher oder später zwangsläufig die Inflation in Schwung bringen. Gegenwärtig wird die Teuerung zwar noch von der Pandemie ausgebremst, da die Umlaufgeschwindigkeit des Geldes aufgrund der Corona-Schutzmaßnahmen fast zum erliegen gekommen ist, sobald die globale Wirtschaft jedoch aus ihrem "Shutdown-Schlaf" erwacht, wird auch die totgeglaubte Inflation wieder anziehen. Dieser Umstand dürfte sich dann wiederum sehr positiv auf die Preise von Gold, Silber und Bitcoin auswirken.

Ungeachtet der langfristigen Chancen, die sich gegenwärtig an den Kapital-, Rohstoff- und Kryptomärkten bieten, sollten sich Investoren auch 2021 darauf einstellen, dass kurzfristige Unsicherheiten jederzeit zu einer schlagartigen Erhöhung der Volatilität führen können. Mit einer ausgeglichenen Portfoliostruktur bzw. einer vernünftigen Vermögensallokation lassen sich derartige Risiken jedoch bestmöglich minimieren.

Pierre Bonnet / Redaktion finanzen.at

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