08.10.2014 15:55:00

Drei steirische Volksbanken werden zu VB Steiermark Mitte

Das bereits Ende August bekannt gegebene Zusammengehen dreier steirischer Volksbanken dürfte noch diese Woche endgültig werden. Aus den Instituten Graz-Bruck, Süd- und Weststeiermark und Weiz entsteht die Volksbank Steiermark Mitte AG. Die Führung übernehmen hauptsächlich Manager aus dem ost- und weststeirischen Bankbereich, wurde auf Anfrage ein Bericht der "Kleinen Zeitung" bestätigt.

Verhandelt worden war ein dreiviertel Jahr, am 22. August war die Fusion bei der Wettbewerbsbehörde (BWB) angemeldet worden. Ursprünglich hätte die Fusion schon Ende September im Firmenbuch eingetragen werden sollen, allerdings musste wegen Mängeln noch eine Generalversammlung wiederholt werden, so der scheidende Graz-Brucker-Vorstand Gerhard Reiner. Nun würden aber alle Bescheide der Finanzmarktaufsicht FMA vorliegen. An der neuen gemeinsamen Aktiengesellschaft wird die VBSWS mit rund 75 Prozent die Mehrheit halten, die VB Weiz 20 Prozent und die VB Graz-Bruck 5 Prozent halten.

Neben den Belastungen durch Abschreibungen für die übergeordnete Österreichische Volksbanken AG (ÖVAG) - die aber alle Volksbanken trifft - stand aber die VB Graz-Bruck durch Entwicklungen der vergangenen Jahre am schlechtesten von allen drei Instituten da. Das bisher finanzstärkste Institut von den drei Banken hatte 2013 18,3 Mio. Verlust geschrieben, gesamt mussten rund 36 Mio. Euro abgeschrieben werden, wurde der Bericht der "Kleinen Zeitung" bestätigt. Auch die Betriebserträge sanken, dazu wurden Rücklagen von rund sechs Mio. Euro aufgelöst, so Reiner. Dazu kam noch, dass in den Jahren 2006 bis 2008 an ungarische Immobilienbesitzer über lokale Vermittler Privatkredite im Ausmaß von 35 Mio. vergeben wurden. Von diesen mussten seither wegen Wertverlusten und Zahlungsausfällen rund 16 Mio. Euro abgeschrieben werden. Einen Zusammenhang zwischen der finanziellen Situation und seinem Ausscheiden per Jahresende - wie auch sein Grazer Vorstandskollege Michael Klampfl - sah Reiner auf APA-Anfrage nicht.

Laut Reiner sollen aus den drei Volksbanken Graz-Bruck, Süd- und Weststeiermark mit Sitz in Köflach (VBSWS) und Weiz mit Sitz in Gleisdorf die Volksbank Steiermark Mitte AG mit Sitz in Graz werden. Dazu werden diese vorerst als Verwaltungsgenossenschaften (VWG) bestehen bleiben und zur AG zusammengehen. Reiner und Klampfl bleiben bis Jahresende an der Spitze der Graz-Brucker VWG und scheiden dann aus.

Die künftige VB Steiermark Mitte AG hat rund 350 Mitarbeiter und 26 Filialen. Eine Filiale, jene in der Grazer Münzgrabenstraße, soll geschlossen werden, so Reiner zur APA, beim Personalstand soll 2015 alles ungefähr gleich bleiben. Eine Reduktion könnte es am ehesten in der Grazer Zentrale geben, was primär über natürliche Abgänge laufen soll. Der neue Vorstand besteht aus Ernst Pfennich (VBSWS) als Vorsitzendem, seinem Stellvertreter Johannes Monsberger (Weiz) sowie dem Grazer Johann Lurf und dem für Marketing zuständigen Johann Muhri (VBSWS).

Mit der Volksbank Obersteiermark mit Sitz in Leoben und der Volksbank Süd-Oststeiermark mit Sitz in Hartberg würden im Jahr 2015 noch weitere Institute zu dem Konglomerat dazustoßen, gemäß des Sektorkonzepts 9 + 3. Die derzeit 44 Volksbanken werden zu neun Landesbanken verschmolzen, die sieben Spezialinstitute zu drei zusammengefasst.

(Schluss) pek/phs

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