14.11.2014 13:33:00

Drittgrößte Moschee der Welt - Doka und Jenbacher bauen mit

In Algier entsteht für gut eine Milliarde Euro die drittgrößte Moschee der Welt. Einige Österreicher sind bei dem algerischen Megaprojekt mit Millionenaufträgen dabei: Darunter die Schalungstechnikfirma Doka aus Amstetten. Deren 2007 gegründete Tochter Doka Algerie übernimmt die Schalung des Minaretts. GE Jenbacher wird mit drei Gasgeneratoren für Strom in der Moschee sorgen.

Die "Große Moschee" von Algier soll das neue Wahrzeichen der Hauptstadt werden. Sie sollte ursprünglich 2015 fertig sein. Die Fertigstellung wird sich verspäten, obwohl dem Prestigebau hohe Priorität zukommt. Forciert wird jetzt auch der Bau von Spitälern, Schulen und Wohnungen. Auch da sind Österreicher im Geschäft.

Nach Angaben des österreichischen Wirtschaftsdelegierten in Algerien, Markus Haas, werden gerade neun Universitätskliniken gebaut. Fünf Großaufträge dafür wurden heuer vergeben, vier stehen 2015 an. In Summe entstehen in den nächsten Jahren 50 neue Krankenhäuser. Für eine Uni-Klinik mit 500 Betten hat die österreichische Vamed zusammen mit dem französischen Bauriesen Bouygues den Zuschlag in der Tasche.

Für 45 Mio. Euro stattet Liebherr mehrere algerische Häfen mit Hafenkränen und Radladern aus. Seit Jahren mit Aufträgen in dreistelliger Millionenhöhe im Geschäft ist der Baukonzern Strabag, ganz konkret im U-Bahntunnelbau. Über die Tochter Dywidag ist die Strabag aktuell auch bei der Verlängerung der U-Bahnlinie in Algier samt Flughafenanbindung dabei. Verkehrs-Telekommunikationsausstattung für die Metro von Algier kommen von Siemens. Doppelmayr errichtet städtische Aufzüge/Seilbahnen im Land. Betreiber der größten Wasseraufbereitungsanlage in Algerien ist die VA Tech WABAG.

Algerien ist Österreichs zweitwichtigster Markt auf dem afrikanischen Kontinent, gleich nach Südafrika. Wer in dem Land eine eigene Niederlassung haben will, braucht dafür seit 2009 aber einen algerischen Partner, der die Mehrheit hält. Deshalb läuft das Gros der Geschäfte über Direktimporte. 14 österreichische Firmen sind mit Direktinvestitionen bzw. Betriebsstätten vertreten.

Rund eine Milliarde Euro an Aufträgen haben Firmen aus Österreich in Algerien derzeit in ihren Büchern, meist mehrjährige Projekte, wie der Wirtschaftsdelegierte Haas weiß. 6.000 Ausschreibungen gibt es pro Jahr, bestimmte Großprojekte - etwa im Wohnungsbau - sind fest in der Hand von Konzernen aus Spanien, Italien oder China, die mit Dumpingpreisen auf diesen Markt drängten. Als potenzielle Zulieferer für Bauteile und Maschinen stehen derzeit aber auch einige Österreicher auf der Liste der Interessenten an den neuen Wohnungsbauprogrammen.

Bauholz jedenfalls kommt schon lang in größeren Mengen aus Österreich. Österreich verkauft pro Jahr für rund 85 Mio. Euro Holz nach Algerien. Weil die Lieferungen aber über Slowenien (Koper) gehen, scheinen sie in Österreichs Exportstatistik als Ausfuhr nach Slowenien auf. In der Importstatistik Algeriens selbst sind die Bauholzlieferungen aber dennoch Ankäufe aus Österreich.

In Summe exportierten Österreicher 2013 für gut 300 Millionen Euro nach Algerien. Ohne den Holz-Posten - größte Einzelposition in der Ausfuhrstatistik - waren es 227 Mio. Euro. Im heurigen ersten Halbjahr lagen die österreichischen Exporte um 12,3 Prozent unter Vorjahr, bis August lagen sie noch 7,4 Prozent zurück. Für Haas ist im Gesamtjahr 2014 trotzdem ein Plus drin, da mehrere Großaufträge noch einzurechnen sind. Entspannung gab es zuletzt auch wieder am Rindermarkt: Nach einem Ausbruch der Maul- und Klauenseuche hatte Algerien für mehrere Monate einen Importstopp für Rinder verhängt, der im Oktober wieder aufgehoben wurde. Mit knapp 20 Millionen Euro pro Jahr ist Algerien - nach der Türkei - wichtigster Exportmarkt für österreichische Zuchtrinder. Algerien baut zur Zeit seine Milchwirtschaft aus.

Österreichs Importe aus Algerien sind zu 99 Prozent Rohöl. Im ersten Halbjahr hat Österreich Öl für 197 Millionen Euro aus Algerien importiert. Das waren 110 Millionen Euro mehr als im ersten Halbjahr 2013. Es war trotz eines schwächeren Rohölpreises auch schon mehr als im Gesamtjahr 2013.

97 Prozent aller Exporte Algeriens sind heute Erdöl. Zur Zeit sind Ölfelder in der Größe Deutschlands ausgeschrieben. Im Juli gab Algier auch grünes Licht für Tests zur Schiefergasgewinnung. Das Land sitzt nach China und Argentinien auf den drittgrößten Schiefergas- bzw. Schieferölvorkommen der Welt. Subventioniert werden mittlerweile aber auch alternative Energiequellen (Solarenergie, auch Windkraft).

(Schluss) rf/phs

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