29.07.2020 12:06:00

DWS Group: Top-Zahlen, aber mauer Ausblick

Die Deutsche-Bank-Tochter DWS Group hat heute zusammen mit der Mutter ihre Zahlen zum zweiten Quartal vorgelegt. Das Quartalsergebnis bietet Licht und Schatten. Nicht geschmeckt hat den Anlegern offensichtlich der verhaltene Ausblick auf das laufende Jahr. Die Aktie bietet dennoch Potenzial.Der bereinigte Vorsteuer-Gewinn stieg im Vergleich zum ersten Quartal um fünf Prozent auf 189 Millionen Euro und schlug damit die Analystenerwartungen. Den Wert aus dem Vorjahr von 185 Millionen Euro konnte man somit um zwei Prozent übertreffen.Der Hauptgrund für den höheren Gewinn sind überraschend hohe Nettomittelzuflüsse von 8,70 Milliarden Euro, nachdem in den ersten drei Monaten noch 2,50 Milliarden Euro abgezogen wurden. Das ist eine Folge der wirtschaftlichen Erholung seit der Aufhebung des Lockdowns und Spiegelbild der guten Börsenentwicklung. Dabei spielt die Aufteilung des Kapitals nach Anlageklassen aber eine Rolle.Erfreulich ist eigentlich, dass mit 6,50 Milliarden Euro ein Großteil in ETFs gesteckt wurde. Hier hat die DWS im Vergleich zu Konkurrenten Nachholpotenzial. Allerdings sind diese Assets relativ margenschwach. Aus aktiv gemangten Fonds, die dem Vermögensverwalter höhere Einnahmen bringen, wurden im zweiten Quartal hingegen gut vier Milliarden Euro abgezogen.Wegen der andauernden Corona-Pandemie erwartet der Vorstand für 2020 niedrigere Erträge und höhere Kosten als im vergangenen Jahr. Im ersten Halbjahr seien die bereinigten Erträge gegenüber letztem Jahr bereits um sechs Prozent gesunken. Die Kosten seien andererseits durch Effizienzsteigerungen um zwölf Prozent reduziert worden.Die DWS dreht seit Jahren an der Kostenschraube und will bis 2021 brutto 150 Millionen Euro einsparen. Dazu treibt CEO Asoka Wöhrmann den Umbau weiter voran und hat jüngst auch den Vorstand verkleinert. Beispielsweise sank auch die Kostenertragsquote von 69,5 Prozent vor einem Jahr auf nun 65,7 Prozent. Finanzchefin Claire Peel sagte dazu: „Unser Fokus auf Maßnahmen zur Steigerung der Effizienz zahlt sich weiterhin aus“.
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