Auch Ungarn im Fokus 27.02.2015 13:19:00

Erste-Chef Treichl will in Rumänien 2015 aus roten Zahlen

Erste-Chef Andreas Treichl

Erste-Chef Andreas Treichl sieht in der Rumänien-Bank "ganz klar heuer" einen Gewinn. In Ungarn werde das 2016 so sein. In Ungarn bekommt die dortige Banktochter heuer noch die volle Ladung Bankensteuer ab, bevor diese Abgabe in dem Land ab 2016 in Schritten deutlich gesenkt wird. Außerdem gibt es hier letzte Nachzieheffekte aus der Fremdwährungskredit-Konvertierung, die den Banken Verluste beschert.

In einem aufsehenerregenden Deal hat die Erste Group vor wenigen Wochen angekündigt, den ungarischen Staat und die "Osteuropabank" EBRD mit zusammen bis zu 30 Prozent als Aktionäre in der Ungarn-Bank hereinzunehmen. Bis Juni will Treichl die Details - also Preise, Behaltefristen etc. - ausverhandelt haben. Also Staatseinstieg in der Ungarntochter gegen Senkung der Bankensteuer für alle Ungarnbanken. Als "Kuhhandel" will Treichl den Deal nicht sehen. "Wir wollen in jedem Land profitabel arbeiten". Ungarn versicherte in seinem Abkommen mit der EBRD unter anderem, dass ausländische Banken nicht benachteiligt werden, dass keine mehrheitlichen Bankenverstaatlichungen stattfinden und dass Differenzen zur Kreditpolitik nach internationalen Gepflogenheiten geregelt werden.

Mit den bösen Überraschungen sollte es mit Ende 2014 zu Ende sein, meint die Erste. Für 2015 erwartet der Konzern einen Gewinn. Treichl sprach heute von einem positiven Ausblick für 2015 und die Jahre danach. "Es wird weiter schwierig bleiben", aber das Gros habe man hinter sich gebracht. "Wir werden uns sehr bemühen, in den nächsten Jahren in einem nicht sehr wachsenden Markt unseren Konkurrenten Marktanteile wegzunehmen", so Treichls Ansage am Freitag.

Mit Zukäufen und Übernahmen wird das die nächsten zwei Jahre wohl nicht passieren. Damit ist auch ein Übernahmeangebot für die heuer zum Verkauf stehende polnische Raiffeisen-Tochter Polbank kein Thema.

Nach Polen will die Erste Group schon seit geraumer Zeit. "Jetzt ist aber kein richtiger Zeitpunkt für uns", sagte Treichl bei der Jahrespressekonferenz. Es seien noch viele Fragen offen, die auch nicht im Einflussbereich der Bank stünden. Darunter die künftigen Kapitalquotenvorgaben der EZB. Die Erste gab heute selber zu, dass es in den letzten vier bis fünf Jahren immer wieder negative Überraschungen gab. Treichl erklärte, "dass wir jetzt einmal zwei Jahre Stabilität in der derzeitigen Konstruktion zeigen sollten".

"Über Polen reden wir schon lang", räumte der Erste-Chef ein. Aber China habe auch viele Jahre erklärt, es wolle Hongkong. "Polen wird nicht von der Landkarte verschwinden. Es wird immer wieder irgendwelche Banken geben in Polen, die wir haben können."

rf/kan

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