Positive Aussichten 27.11.2019 16:44:00

Erste-Fondsmanager erwarten 2020 etwas höheres Wirtschaftswachstum

Erste-Fondsmanager erwarten 2020 etwas höheres Wirtschaftswachstum

In der Veranlagung setzt die zur Erste Group gehörende Kapitalanlagegesellschaft weiter auf Aktien und auf nachhaltige Geldanlagen. Das Anlagevolumen stieg in den ersten zehn Monaten um fast 9 Prozent auf 63,7 Mrd. Euro.

Deutlich stärker gewachsen seien die Nachhaltigkeitsfonds, die von Jahresbeginn bis Ende Oktober um 16,8 Prozent auf 6,2 Mrd. Euro zulegten, so Erste-AM-Geschäftsführer Heinz Bednar am Mittwoch in einer Pressekonferenz. Auch die Ertragsentwicklung sei in diesem Bereich gut verlaufen: Der Aktienfonds "Erste WWF Stock Environment" wies von Jahresbeginn bis Ende vergangener Woche ein Plus von 39,0 Prozent auf.

Bednar verwies heute auch auf die Pionierrolle - 2001 habe man den ersten nachhaltigen Publikumsfonds aufgelegt. Mittlerweile sieht sich die Erste Asset Management mit 15 nachhaltigen Publikumsfonds und mehreren Spezialfonds als Marktführerin im Nachhaltigkeitsbereich. Insgesamt könne man auf ein gutes Jahr zurückblicken.

Das weltweite Wirtschaftswachstum wird nach Einschätzung der Erste-Vermögensverwalter im kommenden Jahr wieder etwas anziehen, gestützt auch durch Geld- und Fiskalpolitik. Es werde auch im kommenden Jahr zu keiner Rezession kommen. Viele geopolitische Risiken seien heuer schlagend geworden, was dazu geführt habe, dass es wie nach einem reinigenden Gewitter eine gewisse Entspannung gebe, so Investment-Chef Gerold Permoser. So dürfte es wohl zu keinem Hard Brexit kommen.

Bei den Zinsen wird in Europa ein längeres Tief erwartet. Geldpolitik sei aber nicht nur Zinspolitik. Unterstützend für die Konjunktur dürften der Arbeitsmarkt und auch eine lockerere Fiskalpolitik wirken, nicht nur in Ländern, die sich das leisten könnten, wie etwa Österreich. Die Arbeitslosenraten sein noch niedrig, das Lohnwachstum stabil, um so den Konsum zu unterstützen. Zudem fielen belastende Themen aus dem heurigen Jahr weg, wie etwa der Autosektor, Schieferöl oder der Technologiebereich. Die Inflation werde vorerst niedrig bleiben, längerfristig werde man aber wieder über Inflation reden müssen. Der Höhepunkt der Globalisierung sei überschritten.

Bei den Anleiherenditen in der Eurozone sieht die Erste Asset Management den Tiefpunkt erreicht, Renten im Vergleich zu Aktien als zu pessimistisch beurteilt. Aktien bleiben als Anlageklasse für die Fondsmanager attraktiv. Das Ertragspotenzial von Dividende plus Gewinnwachstum wird zwischen 6 und 8 Prozent gesehen. In dieser Bandbreite sollte sich auch der österreichische Aktienmarkt entwickeln. Man sehe zyklische Werte ganz gut und damit auch Osteuropa, was dem ATX helfen sollte. Bullenmärkte würden meist in einem Kursfeuerwerk enden, wie bei einer Abschwächung in einer Rezession. Die Finanzkrise sei nicht das normale Ende eines Bullenmarktes.

itz/cs

APA

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Bildquelle: Ufuk ZIVANA