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Mehr Kreditnachfrage 01.08.2022 17:54:00

Erste Group-Aktie dennoch in Rot: Erste Group im ersten Halbjahr 2022 mit höherem Gewinn

Erste Group-Aktie dennoch in Rot: Erste Group im ersten Halbjahr 2022 mit höherem Gewinn

Im Halbjahr zog das Kreditvolumen um 6,3 Prozent auf 191,5 Mrd. Euro an. Das Wachstum habe sich quer durch alle Märkte und Bereiche gezogen. Dem brummenden Geschäft stehen jedoch die laufenden Krisen wie die hohe Inflation, der Ukraine-Krieg und im Zuge dessen Sorgen um die Energieversorgung gegenüber. "Wir leben in einem herausfordernden Umfeld", sagte Erste-Group-Bankchef Willibald Cernko.

Das Kreditgeschäft befinde sich derzeit in einem ungewöhnlichen Spannungsfeld. Auf der einen Seite sei das Umfeld extrem krisenbelastet, auf der anderen Seite sei die wirtschaftliche Aktivität der Unternehmen sehr hoch, sagte Finanzvorstand Stefan Dörfler. Aufgabe der Bank sei es daher, auf die Herausforderungen zu reagieren und gleichzeitig den bestehenden Optimismus auf Unternehmensseite zu unterstützen.

Vor allem Immobilien- und Unternehmenskredite seien im ersten Halbjahr 2022 sehr gefragt gewesen. Im Unternehmensbereich wuchs das Kreditvolumen um 8,8 Prozent zum Jahresende 2021 auf 68,7 Mrd. Euro an. Vor allem wenn es um die Vergabe von kurzfristigen Mitteln gehe, gewinne man derzeit viel Geschäft, so Privat- und Firmenkundenvorstand Ingo Bleier. Diese Dynamik könnte sich künftig allerdings etwas abflachen.

Auch bei den Privatkunden im Bereich der Wohnbaukredite stieg das Volumen um 5,1 Prozent auf 69,6 Mrd. Euro. In dem Bereich sind seit heute, 1. August, die strengeren Vorschriften der Finanzmarktaufsicht (FMA) zur Vergabe von Wohnkrediten in Kraft. Die Maßnahmen seien zwar nicht neu und man habe immer auf eine Verhältnismäßigkeit zwischen Kreditraten und Monatseinkommen geachtet, sagte Risikochefin Alexandra Habeler-Drabek. "Aber ja, es wird Auswirkungen auf das neue Geschäft haben".

Vor allem bei jungen Menschen mit Wohnkredit-Bedarf sei man in der Vergangenheit etwas weniger streng gewesen und habe andere Maßstäbe angesetzt. Hier habe man "realistischere Anforderungen" bei den Eigenmitteln angesetzt. "In Zukunft müssen wir - so wie es jetzt aussieht - das über die Ausnahmeregelungen buchen und das tut uns weh" so Habeler-Drabek.

Rund ums leistbare Wohnen will sich die Erste Group künftig auch in Osteuropa stärker engagieren. Bis 2030 sollen im CEE-Bereich bis zu 15.000 Wohnungen im Segment gefördertes und leistbares Wohnen finanziert werden.

Das starke Kreditgeschäft - gepaart mit Zinserhöhungen in Tschechien, Ungarn und Rumänien - hat der Bank im Halbjahr jedenfalls klare Gewinne beschert. Unterm Strich erlöste die Bank 1,14 Mrd. Euro, das ist knapp ein Viertel (23,9 Prozent) mehr als in der Vorjahresperiode (918 Mio. Euro). Der Zinsüberschuss stieg um 15,9 Prozent auf 2,84 Mrd. Euro. Der Provisionsüberschuss legte um 10,5 Prozent auf 1,21 Mrd. Euro zu.

Auch deutlich verbesserte Risikovorsorgen stützten die Ergebnisse. Sie machten im Halbjahr rechnerisch minus 3 Basispunkte des durchschnittlichen Bruttokundenkreditbestandes aus und sind damit deutlich zurückgegangen. Im Halbjahr 2021 lagen die Vorsorgen noch bei plus 10 Basispunkten (82,9 Mio. Euro).

Man sehe zwar erste Auswirkungen des Krieges, aber bisher nur wenig Ausfälle und Portfolio-Verschlechterungen, sagte die Risikochefin. Auch für das Gesamtjahr ist die Bank noch optimistisch und rechnet mit Risikokosten auf niedrigem Niveau (unter 20 Basispunkten). Die Aussichten bezögen sich allerdings auf ein Basisszenario, in dem davon ausgegangen werde, dass heuer ausreichende russische Gasimporte in die Kernmärkte der Erste Group erfolgen.

Man habe auch ein Stress-Szenario errechnet, sollte die Gasversorgung sich weiter verschlechtern. Daraus sei hervorgegangen, dass auch ein Szenario mit "Gas-Aus" für die Erste Group verkraftbar sei. Generell gehe man aber nicht davon aus, dass es zu einem völligen Gas-Stopp aus Russland komme, so Cernko. "Wir gehen einfach davon aus, dass beide Seiten ein Interesse haben müssen, dass Gas fließt", sagte der Konzernchef.

Neben moderaten Risikokosten geht die Bank für das Gesamtjahr 2022 von einem Nettokreditwachstum im hohen einstelligen Prozentbereich und steigenden Einnahmen aus. Die Dividende für das laufende Jahr soll zudem auf 1,90 Euro je Aktie angehoben werden. Für 2021 wurden 1,6 Euro je Aktie ausgeschüttet.

Die Erste Group-Aktie notierte am Montag in Wien letztlich 1,42 Prozent im Minus bei 24,35 Euro.

bel/ivn

APA

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