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EZB-Empfehlung 08.02.2021 16:00:00

Erste Group-Aktie legt zu: Für 2019 geplante Dividende wird gestrichen

Erste Group-Aktie legt zu: Für 2019 geplante Dividende wird gestrichen

Aufgrund der nach wie vor geltenden Empfehlung der Europäischen Zentralbank (EZB), von einer Ausschüttung bis Ende September abzusehen bzw. diese stark zu begrenzen, sei die Zahlung nicht möglich, so die Bank in einer Aussendung vom Montag.

Die EZB hat den Banken im Dezember empfohlen, Dividendenzahlungen auszusetzen oder auf maximal 15 Prozent des akkumulierten Gewinns für 2019 und 2020 zu begrenzen. Zudem dürfe die Dividende 20 Basispunkte der harten Kernkapitalquote (CET1-Quote) nicht überschreiten.

Die im Dezember eigentlich von der Hauptversammlung (HV) abgesegneten 75 Cent je Titel für das Geschäftsjahr 2019 würden diese Grenze jedoch überschreiten: "Nachdem zu erwarten ist, dass die geplante Dividende von EUR 0,75 pro Aktie 20 Basispunkte der CET1-Quote übersteigt, würde eine Zahlung der EZB-Empfehlung zuwiderlaufen", hießt es in einer Mitteilung der Erste Group.

Die Auszahlung der Dividende stand bereits im Dezember unter der Bedingung, dass es am 8. Februar 2021, also heute, keine regulatorische Empfehlung noch rechtliche Beschränkungen geben dürfte, die diesem Beschluss der HV entgegenwirkt. Auf der im Mai 2021 anstehenden HV soll jedoch erneut ein Anlauf für eine Dividendenausschüttung "im Rahmen der regulatorischen Empfehlungen" gestartet werden.

"Wir halten daran fest, dass unsere Aktionäre eine angemessene Dividende erhalten sollen", so der Finanzchef (CFO) der Erste Group, Stefan Dörfler. Auf Basis der aktuellen Geschäftszahlen wäre als neuer Vorschlag eine Dividende in Höhe von rund 0,50 Euro pro Titel denkbar, sagte ein Sprecher auf APA-Anfrage.

Der Schritt der Bank nach der bedingten Dividendenankündigung im Dezember "war zu erwarten", sagte Florian Beckermann, geschäftsführender Vorstand des Interessenverbands für Anleger (IVA) zur APA. Dennoch bleibe die Hoffnung und die Erwartung der Anleger, dass nach der Krise wieder mehr ausgeschüttet wird. "Das Eigenkapital ist ja nicht verloren, sondern bleibt in der Bank", so Beckermann.

Bei einigen Anlegern hätten die seit Frühling 2020 geltenden Empfehlungen der EZB zu Verwirrung und auch Verärgerung geführt, dass sie für das eigentlich gut gelaufene Geschäftsjahr 2019 wegen des fehlenden formalen HV-Beschlusses, der in das Krisenjahr 2020 gefallen war, bisher noch keine Dividende bekommen haben. Er könne die Entscheidung des Regulators in Anbetracht der großen Unsicherheiten rund um die Coronakrise und ihre wirtschaftlichen Auswirkungen aber auch verstehen, so Beckermann.

In Wien klettert die Erste Group-Aktie derzeit um 1,60 Prozent auf 27,28 Euro.

APA

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Bildquelle: Pavel Kapysh / Shutterstock.com,Erste Group/fischka.com