Volatile Aktienmärkte 12.12.2018 15:21:00

Erste Group - Die Märkte werden auch 2019 durchgebeutelt

Erste Group - Die Märkte werden auch 2019 durchgebeutelt

Die Unsicherheitsfaktoren bleiben dieselben wie heuer: Der Handelskonflikt zwischen China und den USA, der Brexit und die italienische Haushaltspolitik. Am heimischen Aktienmarkt könnte jedoch das hohe Engagement der ATX-Unternehmen in Ost- und Südosteuropa (CEE) unterstützend wirken.

"Die Märkte werden wohl auch im kommenden Jahr durchgebeutelt werden", sagte der Erste-Chefökonom Friedrich Mostböck am Mittwoch vor Journalisten. Aktuell geht es an den internationalen Aktienbörsen wegen Sorgen um die globale Konjunktur sowie zahlreichen politischen Faktoren nach unten. Dieser Trend dürfte sich 2019 wohl fortsetzen. Dabei werden altbekannte Themen wie der Handelskonflikt zwischen China und den USA, der nahende Austritt Großbritanniens aus der EU sowie der Haushaltsstreit Italiens mit der EU weiter Unsicherheit schüren, wobei ein harter Brexit der größte Risikofaktor sei, so die Experten.

Hinzu komme, dass sich die globalen Wachstumsraten 2019 abschwächen werden. Für den Euroraum wird mit einem Wirtschaftswachstum von 1,8 Prozent im kommenden Jahr gerechnet, heuer dürfte der Zuwachs des Bruttoinlandsprodukts Prognosen der Erste Group zufolge noch bei 2,0 Prozent liegen.

Für den Wiener Aktienmarkt sieht die Erste Group für 2019 dennoch moderates Aufwärtspotenzial. Im ersten Quartal dürfte sich der Abwärtstrend aus 2018 zwar noch fortsetzten, dann sollte der ATX jedoch einen Boden gefunden haben und die Volatilität langsam wieder abnehmen. Auf Jahressicht sind die Experten daher moderat positiv gestimmt und rechnen mit einem Zielwert für den Leitindex bei 3.200 Punkten. Aktuell steht der Index bei knapp über 2.900 Einheiten.

Ein unterstützender Faktor für die Wiener Börse sei das hohe Engagement der ATX-Unternehmen in der CEE-Region. Rund ein Drittel der Umsätze der Unternehmen an der Wiener Börse werden in dieser Region generiert, sagte der Erste Group-Analyst Christoph Schultes. Zudem sind die CEE-Länder von den aktuellen globalen Belastungsfaktoren derzeit nur begrenzt betroffen, so Mostböck. So weise die CEE-Region im europäischen Vergleich nach wie vor ein überdurchschnittliches Wirtschaftswachstum bei verhältnismäßig geringen Staatsverschuldungen auf.

Für heuer rechnet die Erste Group mit einem durchschnittlichen Wachstum in den acht für Österreich wichtigsten CEE-Ländern - Kroatien, Tschechien, Ungarn, Polen, Rumänien, Serbien, Slowakei und Slowenien - von 4,4 Prozent. Die Dynamik dürfte zwar 2019 etwas abnehmen, mit einem Wachstum von 3,6 Prozent liegt die Schätzung für die Region damit aber doppelt so hoch wie für den Euroraum.

Deshalb bleiben Wiener Aktien nach Einschätzung der Bankexperten auch 2019 noch attraktiv. Zudem sprechen die niedrigen Zinssätze stärker für ein Engagement am Aktien- als am Anleihenmarkt. Mostböck rechnet frühestens im September 2019 mit einer ersten Zinserhöhung der Europäischen Zentralbank (EZB) und geht davon aus, dass die erste Erhöhung lediglich den Bankeinlagenzins (aktuell minus 0,4 Prozent) betreffen wird und erst danach der Leitzins erhöht werden wird.

APA

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