14.07.2016 13:05:48

EU eröffnet weiteres Verfahren gegen Google

   Von Natalia Drozdiak

   BRÜSSEL (Dow Jones)--Die Europäische Kommission hat ein weiteres Wettbewerbsverfahren gegen den Suchmaschinenbetreiber Google eröffnet. Die EU-Behörde hat das sogenannte "Statement of Objections", also die Beschwerdepunkte, vorgelegt, in denen dem Konzern eine missbräuchliche Ausnutzung der Dominanz im Anzeigengeschäft vorgeworfen wird.

   Die Alphabet-Tochter schränke die Werbemöglichkeiten von Rivalen ein, heißt es von der Kommission. Zudem eröffnete die Kommission ein weiteres Verfahren wegen der Shoppingservices von Google.

   Das Unternehmen habe viele innovative Produkte auf den Markt gebracht, erklärte Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager. Das gebe dem Konzern aber nicht das Recht, anderen Unternehmen die Chance zum Wettbewerb oder Innovation zu verwehren.

   Das Vorgehen der Kommission im Anzeigengeschäft wurde weitgehend erwartet, nachdem die Behörde Wettbewerber von Google darum gebeten hatte, bestimmte Informationen über ihr Geschäft zu übermitteln.

   Vestager hatte bereits Verfahren gegen Google eingeleitet, weil das Unternehmen bei der Internetsuche die eigenen Angebote bevorzugt anzeigen soll. Zudem steht das Smartphone-Betriebssystem Android in der Kritik.

   Das neue Kartellverfahren gegen das Anzeigengeschäft trifft einen besonders lukrativen Bereich von Google. 90 Prozent des Jahresumsatzes von insgesamt 75 Milliarden US-Dollar werden hier generiert.

   Google hat nun zehn Wochen Zeit, um auf die Vorwürfe der Kommission im Werbegeschäft zu reagieren. Im Fall der Shoppingservices muss der US-Konzern innerhalb von acht Wochen reagieren.

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   DJG/DJN/kla/chg

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   July 14, 2016 06:34 ET (10:34 GMT)

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