18.02.2015 15:35:35

EU-Kommission bringt Kapitalmarktreform auf den Weg

   BRÜSSEL (AFP)-- Die EU-Kommission hat den Startschuss für die Reform des europäischen Kapitalmarkts gegeben, um Firmen grenzüberschreitend eine einfachere Finanzierung zu ermöglichen. Die Brüsseler Behörde forderte am Mittwoch Akteure der Finanzbranche, Unternehmen sowie Interessenverbände auf, ihre Vorstellungen in einer dreimonatigen Konsultationsphase zu äußern. Im Anschluss will die Kommission einen Aktionsplan erarbeiten, dessen wesentliche Elemente bis zum Jahr 2019 umgesetzt werden sollen. Bestandteile sollen auch die seit der Finanzkrise umstrittene Wertpapierverbriefung und eine Überarbeitung der Richtlinie zu Verkaufsprospekten für Finanzprodukte sein.

   Die Kapitalmarktinitiative sei "ein Schlüsselbestandteil" der europäischen Anstrengungen, bessere Bedingungen für Arbeitsplätze und Wachstum zu schaffen, sagte der britische EU-Finanz-Kommissar Jonathan Hill. "Die Kapitalmarktunion soll Finanzmittel frei machen, die zwar ausreichend vorhanden, aber zurzeit gebunden sind."

   Ein Teil der Kommissionsinitiative zielt auch auf sogenannte hochwertige Verbriefungen von Wertpapieren. Hierzu findet eine eigene Konsultation statt. "Wir werden nicht zu den schlechten alten Tagen der subprime mortgages zurückkehren", sagte Hill mit Blick auf komplizierte Finanzprodukte mit Hypothekendarlehen, die in den USA Auslöser der weltweiten Finanzkrise waren. "Unsere Tür bliebt für hochkomplexe, undurchsichtige und risikoreiche Verbriefungsinstrumente fest verschlossen." Ziel seien "standardisierte Produkte" nach Vorgaben der Europäischen Zentralbank (EZB).

   Überarbeitet werden soll auch die Richtlinie für Prospekte für Finanzprodukte, die Anleger über Chancen und Risiken aufklären sollen. Ihre Erstellung sei für die Unternehmen "kostenintensiv und mit erheblichem Verwaltungsaufwand verbunden, da ausführliche Informationen oftmals Hunderte von Seiten erfordern", erklärte die Kommission. "Für Anleger kann es wiederum sehr schwierig sein, bei sehr umfangreichen Informationen den Überblick zu behalten."

   Ziel der Initiative sei es nun, den Unternehmen die grenzübergreifende Kapitalbeschaffung zu erleichtern und gleichzeitig einen "wirksamen Anlegerschutz zu gewährleisten". Dabei gehe es um den "Abbau der administrativen Hürden" für die Firmen und die Prüfung von Möglichkeiten, die im Prospekt enthaltenen Informationen zu vereinfachen. Darüber hinaus soll geprüft werden, in welchen Fällen ein Prospekt erforderlich ist und wie das Genehmigungsverfahren gestrafft werden kann.

   Der Bundesverband deutscher Banken begrüßte die Initiative. "Damit wir der Wirtschaft neue Finanzierungsmöglichkeiten erschließen können, ist ein solider Regulierungsrahmen notwendig", erklärte Verbandspräsident Jürgen Fitschen. Dieser müsse "die grenzüberschreitende Integration der Kapitalmärkte mit einheitlichen Finanzprodukten und -dienstleistungen" ermöglichen.

   Die Initiative im Internet mit Zugang zu den Konsultationen: http://ec.europa.eu/finance/capital-markets-union/index_de.htm

   DJG/apo

   (END) Dow Jones Newswires

   February 18, 2015 09:29 ET (14:29 GMT)- - 09 29 AM EST 02-18-15

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