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Robuste Aktien gesucht 30.05.2026 22:39:00

Evercore warnt vor Ölpreis- und Renditeschock: Welche Aktien jetzt Stabilität bieten könnten

Evercore warnt vor Ölpreis- und Renditeschock: Welche Aktien jetzt Stabilität bieten könnten

• Evercore warnt vor kurzfristigen Belastungen durch Ölpreise und Anleiherenditen
• Besonders kritisch wird es, wenn WTI-Öl über 100 US-Dollar und die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen über 4,5 Prozent bleibt
• Anleger sollten laut Evercore stärker auf niedrig verschuldete Unternehmen setzen und hoch verschuldete Aktien meiden

Evercore warnt vor neuer Schutzlücke

Trotz anhaltender geopolitischer Spannungen hat der US-Aktienmarkt sich seit seinem Rücksetzer Ende Mai kräftig erholt und neue Rekordmarken erreicht. Doch wie MarketWatch berichtet, haben Anleger laut Evercore ISI zwei Belastungsfaktoren aus den Augen verloren: steigende Ölpreise und höhere Anleiherenditen.

Beides kann Aktien gleich doppelt treffen. Höhere Renditen setzen Bewertungen unter Druck, weil Anleihen wieder attraktiver werden und Finanzierungskosten steigen. Höhere Ölpreise schüren zugleich Inflationssorgen und belasten die Kaufkraft der Verbraucher. Für einen stark gelaufenen Markt entsteht damit ein Umfeld, in dem schon kleinere Schocks Gewinnmitnahmen auslösen können.

Besonders heikel ist laut Evercore, dass Investoren aktuell weniger stark abgesichert sind als noch im März. Damals hatten viele Marktteilnehmer Put-Optionen auf Aktienindizes gekauft. Diese Absicherung half, einen stärkeren Ausverkauf zu verhindern. Heute ist dieser Puffer laut Evercore schwächer ausgeprägt.

Ölpreis und Renditen werden zum Belastungstest

Nach Einschätzung von Evercore steigen die Risiken für Aktien, solange WTI-Rohöl über 100 US-Dollar je Barrel notiert und die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen über 4,5 Prozent bleibt. Für Konsumenten könnte vor allem ein dauerhaft hoher Ölpreis zum Problem werden, weil steigende Benzinkosten die Kaufkraft enorm belasten.

Business Insider zufolge sieht Emanuel das Risiko, dass die US-Wirtschaft bei anhaltend hohen Ölpreisen rund um den 4. Juli stärker unter Druck geraten könnte. Bleibe Öl im Bereich von 93 bis 98 US-Dollar oder darüber, könne sich der Effekt auf Verbraucher und Märkte zunehmend bemerkbar machen. Für den S&P 500 nennt Evercore laut Business Insider neben einem Jahresendziel von 7.750 Punkten auch ein kurzfristiges Rückschlagsrisiko bis 6.780 Punkte.

Warum Unternehmen mit niedriger Verschuldung jetzt attraktiver sind

Die zentrale Handlungsidee von Evercore ist daher keine Flucht aus Aktien, sondern eine andere Gewichtung. Wie MarketWatch berichtet, empfiehlt Evercore, bei stark gelaufenen, wenig defensiven Aktien vorsichtiger zu werden und stattdessen an der seit längerem bestehenden Präferenz für niedrig verschuldete Unternehmen festzuhalten.

Der Grund: Steigende Zinsen treffen Firmen mit hoher Verschuldung besonders stark. Refinanzierungen werden teurer, Margen geraten unter Druck und schwächere Gewinnrevisionen können den Bewertungsdruck zusätzlich erhöhen. Konkret empfiehlt Evercore Unternehmen mit niedriger Verschuldung, positiven Umsatz- und Gewinnrevisionen sowie einer Marktkapitalisierung von mehr als 500 Millionen US-Dollar durchsucht.

Zu den sogenannten "Low Leverage Leaders" gehören beispielweise die Aktien der Tech-Unternehmen Alphabet und Palantir, Getränkehersteller Monster Beverage, Quantencomputing-Unternehmen IonQ sowie ON Semiconductor und viele weitere Titel.

Was bedeutet das jetzt für Anleger?

Für Anleger liegt der eigentliche Punkt nicht allein im Ölpreis oder in der Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen. Entscheidend ist die Kombination aus hohen Bewertungen, geringer Absicherung und einem möglichen Druck auf Konsumenten. Genau deshalb kann die Bilanzqualität wieder stärker zum Auswahlkriterium werden.

Wer sein Portfolio auf Schockfestigkeit prüfen will, sollte nach Evercore-Logik vor allem zwei Fragen stellen: Welche Unternehmen können höhere Finanzierungskosten problemlos tragen? Und welche Aktien hängen stark daran, dass Wachstum, Margen und Konsumstimmung gleichzeitig stabil bleiben? Niedrig verschuldete Firmen mit robusten Revisionen könnten in diesem Umfeld den besseren Puffer bieten. Hoch verschuldete Titel mit nachlassender Gewinndynamik werden dagegen schneller zum Risiko.

Benedict Kurschat, Redaktion finanzen.at

Dieser Text dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schließt jegliche Regressansprüche aus.

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Bildquelle: Ioana Davies (Drutu) / Shutterstock.com,inray27 / Shutterstock.com

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IonQ 51,01 1,29% IonQ
Monster Beverage Corp 79,53 -0,03% Monster Beverage Corp
ON Semiconductor Corp. 100,52 0,72% ON Semiconductor Corp.
Palantir 113,98 0,78% Palantir