14 Jahre nach Verkauf 05.01.2019 21:05:00

Ex-Bank-Austria-Anleger wittern höhere Abfindung

Ex-Bank-Austria-Anleger wittern höhere Abfindung

Dies schreibt schreibt die "Presse". Der Wiener Anlegerschützer Wilhelm Rasinger hält noch im ersten Quartal einen für die restlichen Ex-Kleinaktionäre erfreulichen Abschluss der Causa für möglich.

Seit vielen Jahren wird um die Abfertigung jener Anleger gestritten, die die Barabfindung im Gesellschafterausschluss (Squeeze-out) von 129,40 Euro je Aktie nicht angenommen haben. Auch vor Gericht gab es bisher keine Lösung im Streit um die Angemessenheit.

Der Zeitung zufolge liegen nun Dokumente zu den Vergleichen offen, die die Bank Austria mit dem Hedgefonds Polygon und dem österreichischen Investor Alexander Proschofsky (Cube Invest) geschlossen hat. Ein Knackpunkt bei der Bewertung war die einstige Polen-Tochter der Bank Austria, die 2006 an UniCredit verkauft worden war. Der Nettoerlös von 3,6 Mrd. Euro sei nicht bzw. zu gering berücksichtigt worden, so die Kritik der Kleinanleger. Polygon und Proschofsky deckten die UniCredit mit Klagen ein, die Bank schloss Vergleiche, im Gegenzug wurden Klagen zurückgezogen.

Jetzt wurden die Zuzahlungen für die beiden Gruppen offengelegt. Proschofsky, der mit anderen Aktionären 1,2 Mio. Aktien vertrat, erhielt der Zeitung zufolge eine Zuzahlung von 7,50 Euro je Aktie (zusätzlich zu den 129,4 Euro) plus 2,6 Mio., in Summe rund 11,6 Mio. Euro. Polygon habe 15,75 Euro mehr je Aktie kassiert, bei 2,6 Millionen Aktien rund 40 Mio. Euro.

Folgte das Gericht nun dem Gleichbehandlungsprinzip, wäre laut Rasinger (IVA, Interessensverband für Anleger) für die restlichen Aktionäre eine Nachzahlung von bis 70 Mio. Euro fällig. Die von der Bank beauftragte WU-Professorin Susanne Kalss kam allerdings zum Schluss, dass die Zuzahlung nicht anrechenbar sei.

(Schluss) rf/jul

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