27.11.2014 12:04:48

EZB: Schwaches Wachstum erhöht Finanzrisiken

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die maue Konjunktur im Euroraum stellt aus Sicht der Europäischen Zentralbank (EZB) ein erhebliches Risiko für das Finanzsystem dar. Die wirtschaftliche Erholung verlaufe schwach, fragil und unstetig, heißt es im Finanzstabilitätsbericht der Notenbank vom Donnerstag. Eine Gefahr sieht die EZB in der anhaltenden "Jagd nach Rendite" unter Investoren. Diese Jagd ist nicht zuletzt eine Folge der Niedrigzinspolitik aller großen Notenbanken. Zurzeit sei der Stress im Finanzsystem aber so gering wie letztmalig 2007, also vor der weltweiten Finanzkrise.

Die Notenbank nennt drei zentrale Risiken für das Finanzsystem: Zum einen könnte sich die derzeit starke Nachfrage nach riskanteren Anlageformen abrupt umkehren. Der Preis, den Investoren für eingegangene Risiken verlangten, sei trotz zuletzt etwas höherer Marktschwankungen immer noch gering, heißt es in dem Bericht. Die EZB verweist insbesondere auf die Märkte für Staats- und Unternehmensanleihen, wo sich die Preise für weniger riskante und risikoreichere Anlagen stark angenähert haben.

Zum anderen warnt die Notenbank vor einer konjunkturbedingt schwachen Ertragslage der Geldhäuser. Dies könnte die Fähigkeit der Banken beeinträchtigen, sich gegen künftige Krisen zu wappnen. Darüber hinaus bestehe die Gefahr, dass Investoren abermals an der Tragfähigkeit der öffentlichen Verschuldung zweifeln könnten - wie es schon einmal während der Schuldenkrise der Fall war. Trotz erzielter Fortschritte bleibe die Situation angesichts hoher Schuldenstände, schwachen Wachstums und geringer Inflation herausfordernd. Auch könnte die ruhigere Marktlage dazu führen, dass die Regierungen Spar- und Reformmaßnahmen hinausgezögern würden./bgf/jsl

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