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Neues Inflationsziel 08.07.2021 13:30:44

EZB strebt glatt 2% Prozent Inflation an - Überschreitungen erlaubt

EZB strebt glatt 2% Prozent Inflation an - Überschreitungen erlaubt

-Ein Über- oder Unterschreiten ist laut EZB gleichermaßen unwillkommen. Sie will jedoch in Zeiten, in denen sie an der Zinsuntergrenze operiert, besonders kraftvoll oder ausdauernd agieren und dabei auch eine zeitweise und moderate Überschreitung des Inflationsziels tolerieren.

Bisher steuert die EZB mittelfristig eine Inflationsrate von unter, aber nahe 2 Prozent an. Mit ihrer neuen Strategie reagiert die EZB auf den stetigen Rückgang des realen Gleichgewichtzinses, unter den sie ihren Leitzins senken muss, wenn sie die Wirtschaft stimulieren will.

"Der EZB-Rat ist der Ansicht, dass Preisstabilität am besten gewährleistet ist, wenn mittelfristig ein Inflationsziel von 2 Prozent angestrebt wird", heißt es in der Mitteilung. Dieses Ziel sei symmetrisch, negative und positive Abweichungen der Inflation von diesem Ziel seien gleichermaßen unerwünscht. "Wenn sich die Wirtschaft in der Nähe der unteren Grenze der Nominalzinsen bewegt, sind besonders energische oder anhaltende geldpolitische Maßnahmen erforderlich, um zu verhindern, dass sich negative Abweichungen vom Inflationsziel verfestigen. Dies kann auch eine vorübergehende Phase implizieren, in der die Inflation moderat über dem Zielwert liegt."

Leitzinsen bleiben Hauptinstrument der Geldpolitik

Der EZB-Rat bekräftigte außerdem, dass die Leitzinsen das wichtigste geldpolitische Instrument der EZB bleiben. Andere Instrumente wie Forward Guidance, Ankäufe von Wertpapieren und längerfristige Refinanzierungsgeschäfte (LTROs), die in den vergangenen zehn Jahren dazu beigetragen hätten, die durch die Zinsuntergrenze verursachten Beschränkungen abzumildern, sollten weiterhin fester Bestandteil des Instrumentariums der EZB sein und bei Bedarf eingesetzt werden.

"Ich freue mich, Ihnen mitteilen zu können, dass der EZB-Rat gestern die neue geldpolitische Strategie der EZB genehmigt hat", schrieb EZB-Präsidentin Christine Lagarde in einer Mitteilung. Die Überprüfung habe es der EZB ermöglicht, ihr Denken zu hinterfragen, sich mit zahlreichen Interessengruppen auszutauschen, zu reflektieren, zu diskutieren und zu einer gemeinsamen Basis für die Anpassung ihrer Strategie zu gelangen, wobei die Zentralbank ihr Hauptmandat, die Preisstabilität, als gegeben ansehe. "Die neue Strategie ist ein starkes Fundament, das uns bei der Durchführung der Geldpolitik in den kommenden Jahren leiten wird", so Lagarde.

HVPI soll langfristig durch Kosten selbst genutzten Wohneigentums ergänzt werden

Der EZB-Rat bestätigte, dass der Harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) nach wie vor das geeignete Maß für die Beurteilung der Preisstabilität sei. Er erkennt jedoch an, dass die Einbeziehung der Kosten für selbst genutztes Wohneigentum in den HVPI die für die Haushalte relevante Inflation besser darstellen würde; dies sei aber ein mehrjähriges Projekt sei. "In der Zwischenzeit wird der EZB-Rat daher bei seinen geldpolitischen Beurteilungen Inflationsmaße berücksichtigen, die erste Schätzungen der Kosten für selbst genutztes Wohneigentum enthalten, um seinen Satz an allgemeineren Inflationsmaßen zu ergänzen", hieß es weiter.

Der EZB-Rat habe erkannt, dass der Klimawandel tiefgreifende Auswirkungen auf die Preisstabilität hat, und habe sich dementsprechend zu einem ehrgeizigen klimabezogenen Aktionsplan verpflichtet.

Die neue geldpolitische Strategie, soll erstmals bei der Ratssitzung am 22. Juli angewendet werden. Die nächste Überprüfung dürfte 2025 stattfinden. p> FRANKFURT (Dow Jones)

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Bildquelle: telesniuk / Shutterstock.com,A.Hesse,Jorg Hackemann / Shutterstock.com

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